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                    <pubDate>Thu, 15 Oct 2026 13:16:40 +0200</pubDate>
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                        <title>Vier Millionen Euro EU-Förderung für eine bessere Behandlung von Prostatakrebs</title>
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                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vier-millionen-euro-eu-foerderung-fuer-eine-bessere-behandlung-von-prostatakrebs/</guid><pp:caseid>819087</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Ein europäisches Forschungskonsortium unter der Leitung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) will mithilfe von KI-Agenten, Big Data und patientenzentrierter Entscheidungsunterstützung die Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs grundlegend verbessern. Beteiligt sind auch Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. Aggressive Tumoren sollen früh und präzise erkannt, unnötige Eingriffe reduziert und Therapieentscheidungen besser auf den einzelnen Patienten abgestimmt werden. Die Europäische Kommission fördert das Forschungsvorhaben „PROMETHEUS“ über vier Jahre mit insgesamt vier Millionen Euro. – Pressemitteilung des DKFZ</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung beim Mann. Während früh erkannte Tumoren gut behandelbar sind, sinken die Überlebenschancen bei fortgeschrittenen Stadien deutlich. Gleichzeitig führt das derzeit unorganisierte Screening zu vielen unnötigen Biopsien und zur Diagnose von Tumoren, die nicht behandlungsbedürftig sind.</span></p><p><span>Hier setzt PROMETHEUS an. „Mit PROMETHEUS gehen wir einen neuen Schritt in der Präzisionsonkologie: weg von isolierten Einzelbefunden, hin zu einer intelligenten, multimodalen und erklärbaren klinischen Entscheidungsunterstützung“, sagt Magdalena Görtz, Forschungsgruppenleiterin am DKFZ und Oberärztin für Urologie am Universitätsklinikum Heidelberg. „Wenn wir dadurch unnötige Eingriffe reduzieren und gleichzeitig gefährliche Tumoren früh erkennen, kann das langfristig die Lebensqualität von Patienten verbessern, die medizinische Versorgung in Europa voranbringen und das Gesundheitssystem entlasten.“</span></p><p><span>Initiiert wurde PROMETHEUS* von Magdalena Görtz, die nun das europäische Forschungskonsortium leitet, in dem sich sechs führende Institutionen zusammengeschlossen haben. Gemeinsam bringen die Partner klinische Expertise, modernste Diagnostik, künstliche Intelligenz und große Patientendatensätze ein.</span></p><p><span>Anstatt einzelne Parameter isoliert zu betrachten, entwickelt das EU-Konsortium ein intelligentes „Multi-Agenten-System“. Dazu werden mehrere spezialisierte KI-Agenten zu einem KI-System zusammengeführt. Die einzelnen KI-Agenten analysieren und integrieren klinische Patientendaten, multiparametrische Bildgebung, pathologische Befunde und onkologische Langzeitverläufe. Die Zusammenführung soll ermöglichen, Krankheitsverläufe umfassend und dynamisch zu modellieren. Das soll Ärztinnen und Ärzte künftig dabei unterstützen, individuell und patientenspezifisch einzuschätzen, ob ein Eingriff notwendig ist und welche Therapie für einen Patienten am besten geeignet ist.</span></p><p><span>Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Erklärbarkeit und Vertrauenswürdigkeit von KI. Die KI-Agenten sollen nicht nur Vorhersagen liefern, sondern diese auch nachvollziehbar begründen, verständlich erklären und Unsicherheiten transparent machen. „Wir entwickeln keine Black Box, sondern ein transparentes, KI-gestütztes System, das medizinisches Wissen, hochqualitative Daten und Krankheitsverläufe zusammenführt und nutzbar macht“, so Görtz. Ergänzend werden in PROMETHEUS synthetische medizinische Daten erzeugt, um die datenschutzwahrende, standortübergreifende KI-Entwicklung in Europa zu erleichtern, ohne dass sensible Patientendaten direkt ausgetauscht werden müssen.</span></p><p><span>Neben dem DKFZ gehören zum EU-Konsortium das Erasmus Medical Center in Rotterdam, das Universitätsklinikum Heidelberg, das Karolinska Institut in Stockholm, das Radboud University Medical Center in Nijmegen, die Universität Umeå und PNO Innovation. In der Kooperation wird interdisziplinäre Expertise aus den Bereichen Urologie, Radiologie, Onkologie, Epidemiologie, Data Science und KI gebündelt, um hochrelevante klinische Fragestellungen anzugehen. Die enge internationale Vernetzung bildet die Basis dafür, das KI-System an verschiedenen EU-Standorten zu validieren und perspektivisch in die klinische Routine zu überführen.</span></p><p><span>Ein internationales Scientific Advisory Board sowie Patientenvertreter stellen sicher, dass das EIC-Projekt PROMETHEUS nicht nur technologisch innovativ, sondern auch klinisch relevant, patientennah und gezielt auf die medizinische Anwendung ausgerichtet ist.</span></p><p><span>Mit dem EIC-Pathfinder-Programm will die Europäische Kommission innovative Technologien identifizieren, die das Potenzial haben, neue Märkte zu schaffen. Dazu werden visionäre Projekte in einem frühen Entwicklungsstadium gefördert.</span></p><p><span>*PROMETHEUS steht für „PROstate cancer Multimodal Explainable Transferable Holistic Expert for Universal Stratification”.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/vier-millionen-euro-eu-foerderung-fuer-eine-bessere-behandlung-von-prostatakrebs" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemitteilung des DKFZ</a></p>]]></description><category><![CDATA[DKFZ-PM,Forschung,News]]></category>
            <pubDate>Thu, 15 Oct 2026 13:16:40 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Thu, 15 Oct 2026 11:16:40 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Die Masse macht’s: Ein universelles Ziel für CAR-T-Zellen gegen Krebs</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/die-masse-machts-ein-universelles-ziel-fuer-car-t-zellen-gegen-krebs/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/die-masse-machts-ein-universelles-ziel-fuer-car-t-zellen-gegen-krebs/</guid><pp:caseid>816771</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>CAR-T-Zelltherapien haben sich bei der Behandlung mehrerer Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen als erfolgreich erwiesen. Bei anderen Tumoren ist ihr Einsatz jedoch deutlich schwieriger, unter anderem, weil geeignete Zielstrukturen fehlen. Ein Team unter der Leitung von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Heidelberg am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit Forschenden des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat nun einen außergewöhnlichen Ansatz entwickelt: Sie nehmen Proteine ins Visier, die zwar keine typischen Krebstreiber sind, aber in großen Mengen auf der Oberfläche von Krebszellen sitzen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><i><span>Gemeinsame Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums</span></i></p><p><span>CAR-T-Zelltherapien haben die Behandlung mehrerer Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen grundlegend verändert. Bei soliden Tumoren wie Leber-, Brust- oder Lungenkrebs ist ihr Einsatz bislang jedoch deutlich schwieriger. Das liegt unter anderem daran, dass geeignete Zielstrukturen auf den Krebszellen fehlen.<strong> </strong>Krebsimmuntherapien richten sich in der Regel gegen Merkmale, die charakteristisch für einen Tumor sind und die teilweise sein Wachstum unmittelbar antreiben. Solche Mutationen sind jedoch nicht immer vorhanden oder können nicht therapeutisch genutzt werden.</span></p><p><span>Das Team um Professor Dr. Darjus Tschaharganeh, Wissenschaftler am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg sowie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg und ehemaliger Nachwuchsgruppenleiter am DKFZ, ging bei der Suche nach Zielstrukturen einen ungewöhnlichen Weg: Die Forschenden konzentrierten sich auf Gene, die in Tumorzellen zwar vervielfältigt sind, aber selbst keine typischen Krebstreiber sein müssen. Entscheidend war vielmehr, ob diese Gene für Proteine kodieren, die in großer Menge auf der Oberfläche der Krebszellen sitzen und damit für eine zelluläre Therapie gut erreichbar sind.</span></p><p><span>Bei der Analyse von Genomdaten verschiedener Krebsarten stieß das Team auf das Gen MPZL1. Es liegt auf einer Chromosomenregion, die bei verschiedenen soliden Tumoren oft vervielfältigt ist. Menschliche Tumorzellen tragen daher oft große Mengen des MPZL1-Proteins auf der Zelloberfläche, gesundes Gewebe dagegen deutlich weniger. Das fand das Team an 2.200 Tumorproben aus verschiedenen Krebsarten sowie an Proben gesunder Gewebe heraus.</span></p><h3><span>MPZL1-spezifische CAR-T-Zellen attackieren Tumoren im Mausmodell</span></h3><p><span>CAR-T-Zellen tragen einen gentechnisch konstruierten chimären T-Zellrezeptor, der wie ein Sensor die Zielmoleküle auf der Oberfläche der Krebszellen erfasst. Erkennt der Sensor sein Zielprotein – in diesem Fall MPZL1 –, wird die T-Zelle aktiviert und kann den Tumor attackieren.</span></p><p><span>Im Labor zerstörten die MPZL1-spezifischen CAR-T-Zellen Tumorzellen vieler verschiedener Krebsarten, die eine hohe Dichte an MPZL1-Proteinen auf ihrer Oberfläche aufwiesen. Das beobachteten die Forschenden unter anderem an Zellen von Leber-, Brust-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs sowie bei Glioblastomen. Fehlte MPZL1 dagegen, blieb die Attacke auf den Krebs weitgehend aus.</span></p><p><span>Auch bei zwei verschiedenen krebstragenden Mausmodellen bildeten sich MPZL1-positive Tumoren nach einer einmaligen Gabe der CAR-T-Zellen stark zurück. Die MPZL1-spezifischen CAR-T-Zellen drangen in MPZL1-positive Tumorgewebe von Patientinnen und Patienten ein und zeigten dort typische Zeichen einer Immunaktivierung. In gesundem Gewebe waren sowohl das Eindringen der CAR-T-Zellen als auch die Freisetzung entsprechender Botenstoffe geringer.</span></p><p><span>Die Ergebnisse sind noch kein Nachweis dafür, dass die Therapie bei Krebspatientinnen und -patienten wirksam oder sicher ist. Insbesondere müssen mögliche Nebenwirkungen weiter untersucht werden. Da die CAR-T-Zellen menschliches MPZL1 erkennen, nicht aber die entsprechende Variante des Proteins bei Mäusen, konnten mögliche unerwünschte Wirkungen auf gesundes Gewebe in den Versuchen an Mäusen nur eingeschränkt geprüft werden.</span></p><h3><span>Ein Konzept, das sich ausweiten lässt</span></h3><p><span>„Wir demonstrieren hier erstmals ein innovatives Verfahren, um neue Zielstrukturen für Krebstherapien zu identifizieren“, kommentiert Professor Tschaharganeh, einer der beiden Projektleiter. „Statt ausschließlich nach Genveränderungen zu suchen, die das Tumorwachstum antreiben, können auch andere Gene in vervielfältigten Chromosomenabschnitten interessant sein – vorausgesetzt, die von ihnen abgelesenen Proteine befinden sich bevorzugt auf der Oberfläche von Krebszellen.“</span></p><p><span>Das Konzept könnte langfristig dazu beitragen, die Suche nach Zielstrukturen für Immuntherapien auf weitere solide Tumoren auszuweiten, so die Hoffnung der Forschenden. Nach den vielversprechenden Ergebnissen aus Zellkultur und Mausexperimenten muss nun zunächst nachgewiesen werden, ob sich die Ergebnisse auf menschliche Tumoren übertragen lassen.</span></p><p><span>Die Arbeit wurde unter anderem durch den ERC Starting Grant „Crisp-SCNAs“ für Professor Tschaharganeh gefördert.</span></p><h3>Originalpublikation</h3><p><span>Jiménez-Vázquez S, Berthel A et al. Cancer-driver-agnostic targeting of amplified surface proteins identifies MPZL1 for selective CAR-T cell therapy. Nature Commun 2026. </span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-77465-5" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>https://doi.org/10.1038/s41467-026-77465-5</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/pathologisches-institut/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pathologisches Institut am UKHD</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD,Onkologie,DKFZ-PM]]></category>
            <pubDate>Mon, 05 Oct 2026 13:36:34 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 05 Oct 2026 11:36:33 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Neuer KI-Agent soll Patientenerfahrungen für Versorgung und Gesundheitssysteme erfassen und auswerten</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neuer-ki-agent-soll-patientenerfahrungen-fuer-versorgung-und-gesundheitssysteme-erfassen-und-auswerten/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neuer-ki-agent-soll-patientenerfahrungen-fuer-versorgung-und-gesundheitssysteme-erfassen-und-auswerten/</guid><pp:caseid>817604</pp:caseid><pp:subtitle>Medizinische Fakultät Heidelberg koordiniert europäisches Verbundprojekt</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Ein internationales Konsortium unter Leitung von Forschenden der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg wird in den kommenden vier Jahren einen KI-gestützten interaktiven Assistenten zur Analyse von Patientenerfahrungen entwickeln. Ziel ist es, individuelle Belastungen frühzeitig und umfassend zu erkennen und für Patientinnen und Patienten, Behandlungsteams sowie Gesundheitssysteme nutzbar zu machen. Die Europäische Union fördert das Verbundprojekt „ResPECT. Generative AI Assistant – A Paradigm Shift in Burden Assessment for Cancer and Mental Health Care“ </strong></span><span style="text-align:left;"><strong>im Rahmen des Horizon-Europe-Programms</strong></span><span><strong> mit rund 15,8 Millionen Euro.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Patientinnen und Patienten mit schweren Erkrankungen erleben vielfältige Belastungen: Schmerzen nach einer Operation, Nebenwirkungen von Therapien, Ängste bezüglich des weiteren Krankheitsverlaufs – aber auch Sorgen, ob zum Beispiel Angehörige gut versorgt sind oder der bisherige Beruf weiter ausgeübt werden kann. Viele dieser Erfahrungen bleiben im klinischen Alltag jedoch unvollständig erfasst oder erreichen Behandlungsteams erst spät. ResPECT soll hier ansetzen: Patientinnen und Patienten sollen ihr Befinden künftig jederzeit und ortsunabhängig schildern können – frei erzählt, in ihrer Muttersprache, aufgeschrieben oder per Spracheingabe. Dafür entwickeln die Forschenden aus elf europäischen Ländern gemeinsam ein auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes Tool, das die Patientenerfahrungen aufzeichnet, in Echtzeit auswertet und Belastungen identifiziert. Verknüpft mit individuellen Patientendaten wie Diagnose, Therapieverlauf oder Medikation sowie Leitlinien soll der KI-Assistent den Patientinnen und Patienten direkt ein laienverständliches Feedback mit klaren Handlungsempfehlungen geben. Parallel soll eine strukturierte Zusammenfassung in die Patientenakte übermittelt werden, die relevante Belastungen, Risiken und Versorgungsbedarfe für Behandlungsteams übersichtlich darstellt.</span></p><p><span>„Unser Ziel ist es, Patientenerfahrungen strukturiert zu erfassen und sie unmittelbar handlungsrelevant zu machen. Wenn eine Patientin beispielsweise Nebenwirkungen, Erschöpfung oder soziale Sorgen beschreibt, soll daraus eine strukturierte Information entstehen, die Versorgung auslösen kann – medizinisch, pflegerisch, psychoonkologisch oder sozial“, erläutert Dr. André Pfob, der das Forschungsprojekt koordiniert. Dr. Pfob forscht als wissenschaftlicher Leiter der Studienzentrale Senologie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, am neu gegründeten Institute for Medical AI am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) sowie am „Brustzentrum am Onkologischen Zentrum Heidelberg“ mit den Standorten UKHD und Klinik St. Elisabeth Heidelberg. „Für unsere Gesundheitssysteme wiederum liegen dank der gewonnenen strukturierten Daten künftig schnell und umfassend Informationen zu den zentralen Gesundheitsbelastungen der Bevölkerung vor“, so Dr. Pfob weiter. </span></p><h3><span>Aus individuellen Erfahrungen lernende Versorgung machen</span></h3><p><span>Neben der unmittelbaren Versorgung einzelner Patientinnen und Patienten verfolgt ResPECT auch ein Ziel auf Gesundheitssystem-Ebene. Durch die strukturierte Auswertung von Patientenerfahrungen sollen künftig Informationen darüber entstehen, welche Belastungen in bestimmten Patientengruppen besonders häufig auftreten, wo Versorgungslücken bestehen und welche Unterstützungsangebote tatsächlich gebraucht werden. Damit kann ResPECT dazu beitragen, Gesundheitsversorgung nicht nur reaktiv, sondern vorausschauender, patientenzentrierter und evidenzbasierter zu gestalten. „Patientinnen und Patienten berichten uns sehr genau, was Krankheit und Behandlung in ihrem Alltag bedeuten. Bisher fehlen jedoch oft die digitalen Strukturen, um dieses Erfahrungswissen systematisch für bessere Versorgung und bessere Gesundheitssysteme zu nutzen“, so Dr. Pfob. „ResPECT soll helfen, aus individuellen Erfahrungen lernende Versorgung zu machen.“</span></p><p><span>Die Forschenden werden den virtuellen Assistenten zunächst exemplarisch für zwei Patientengruppen entwickeln und in Studien überprüfen: Brustkrebspatientinnen sowie Patientinnen und Patienten mit Depressionen. Für beide Erkrankungen gibt es umfangreiches medizinisches Fachwissen und etablierte Leitlinien. Vor diesem Hintergrund können die Forschenden das KI-Tool besonders zuverlässig entwickeln und überprüfen. Später sollen die Ergebnisse auf andere Erkrankungen übertragen werden. Schon jetzt kommen in der Patientenversorgung Fragebögen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität zum Einsatz. „Diese Fragebögen konzentrieren sich in der Regel auf einzelne Symptome oder Heilungsverläufe nach Operationen und können deshalb die Komplexität individueller Krankheitserfahrungen nur begrenzt abbilden“, so Dr. André Pfob. Das geplante KI-Tool soll im Vergleich zu bestehenden Instrumenten flexibler, umfassender und stärker nutzerorientiert sein. Auch Rückfragen und Aufforderungen an die Patientinnen und Patienten sollen möglich sein – insbesondere bei hochdringlichen Themen wie Suizidgedanken oder Fieber unter Chemotherapie.</span></p><h3><span>Europäisches Open-Source-Sprachmodell als Basis</span></h3><p><span>Der digitale Assistent wird auf einem bestehenden europäischen Open-Source-Sprachmodell basieren, das entsprechend trainiert und angepasst wird. Da mithilfe des KI-Agenten sensible persönliche Daten erhoben und ausgewertet werden sollen, muss das System höchsten Anforderungen an Sicherheit und Verlässlichkeit genügen. Neben der Koordination des Verbundprojekts sind Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg und Medizinerinnen und Mediziner des UKHD daran beteiligt, die Nutzeroberfläche des virtuellen Assistenten zu entwickeln und diesen mit bisherigen Methoden zur Erfassung von Patientenerfahrungen zu vergleichen. Weitere Konsortiumsmitglieder aus Heidelberg sind die Klinik St. Elisabeth Heidelberg, die eine klinische Studie zum ResPECT-Assistenten durchführen wird, sowie der Verein Gemeinsam gegen Brustkrebs e. V. Dieser wird die Systemarchitektur des KI-Agenten mitentwickeln.</span></p><p><span>ResPECT ist Teil des GenAI4Health-Clusters der Europäischen Kommission, in dem europäische Initiativen zur verantwortungsvollen Nutzung generativer KI in Medizin und Gesundheitsversorgung zusammenarbeiten. Der Cluster soll dazu beitragen, technische Entwicklungen, klinische Anwendung, Patientenzentrierung und regulatorische Anforderungen enger miteinander zu verbinden.</span></p><h3><span>Konsortium startet mit umfangreicher Horizon-Europe-Förderung</span></h3><p><span>Die Europäische Union fördert das ResPECT-Konsortium im Rahmen des Horizon-Europe-Programms über einen Zeitraum von vier Jahren mit insgesamt rund 15,8 Millionen Euro. Knapp ein Drittel der Fördersumme verbleibt bei den Heidelberger Projektbeteiligten. Die weiteren Konsortiumsmitglieder kommen aus Deutschland (München und Berlin), Großbritannien, Portugal, Litauen, Slowenien, Zypern, Belgien, Griechenland, Polen, Spanien, den Niederlanden und der Schweiz. Projektstart ist am 1. Oktober 2026. ResPECT baut auf den Analysen und Ergebnissen von zwei internationalen Expertengremien auf: In den zurückliegenden Jahren hatten sowohl die „Lancet Commission on Cancer and Health Systems“ als auch die „Lancet Commission on the mental health effects of the COVID-19 pandemic“ Handlungsbedarf bei der Erfassung von patientenberichteten Erfahrungen und Belastungen im Gesundheitswesen identifiziert.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p>Auftaktartikel zur Lancet Commission: <br /><a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01895-X/fulltext" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(21)01895-X/fulltext</a><br /><a href="https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(25)00247-0/abstract" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(25)00247-0/abstract</a><br /><a href="https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(25)00358-X/abstract" target="_blank" rel="noreferrer noopener">https://www.thelancet.com/journals/lanpsy/article/PIIS2215-0366(25)00358-X/abstract</a></p><p><a href="https://genai4health.eu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Homepage des GenAI4Health-Clusters</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. André Pfob</span><br /><span>Wissenschaftlicher Leiter der Studienzentrale Senologie, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Institute for Medical AI, Universitätsklinikum Heidelberg</span><br /><span>„Brustzentrum am Onkologischen Zentrum Heidelberg“ mit den Standorten Universitätsklinikum Heidelberg und Klinik St. Elisabeth Heidelberg</span><br /><a class="ck-anchor" href="mailto:andre.pfob@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>andre.pfob@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p> </p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2326/658d437d-726f-47d0-85ed-5e5594a05a3e/1920_de_fundedbytheeu_rgb_pos.png?10000"><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Disclaimer</span></h3><p><span>Die in den Förderprojekten geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen ausschließlich denen der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die Auffassungen der Europäischen Union, der European Innovation Council and SMEs Executive Agency (EISMEA) oder der European Research Executive Agency (REA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.</span></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Thu, 01 Oct 2026 11:45:08 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Thu, 01 Oct 2026 09:45:08 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Universität Heidelberg mit Top-Platzierungen im aktuellen Shanghai-Fächerranking</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/universitaet-heidelberg-mit-top-platzierungen-im-aktuellen-shanghai-faecherranking/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/universitaet-heidelberg-mit-top-platzierungen-im-aktuellen-shanghai-faecherranking/</guid><pp:caseid>817139</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Mit der Klinischen Medizin und der Medizintechnik gehört die Universität Heidelberg erneut weltweit zu den besten Vertretern in den Medizinischen Wissenschaften. Im Global Ranking of Academic Subjects 2026 – einer Rangliste der akademischen Fächer – verbessert sich die Klinische Medizin international im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz auf Rang 17 und behauptet damit die Spitzenposition in Deutschland. Die Medizintechnik belegt weltweit den 21. Platz und ist national weiterhin auf Rang drei zu finden. Den Spitzenplatz im nationalen Vergleich belegt in diesem Jahr das Fach Public Health, dessen internationale Positionierung sich deutlich verbessert hat – von der Ranggruppe 76 bis 100 auf Platz 44. Ebenfalls eine bundesweite Spitzenposition belegen weiterhin die Biowissenschaften, die im globalen Vergleich auf Rang 41 stehen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>„Deutschlandweit Platz eins in Medizin und Lebenswissenschaften: Das ist ein großer Erfolg für die Universität und insbesondere die Medizinische Fakultät“, sagt Professor Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. „Das Ranking belegt die wissenschaftliche Exzellenz der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und zeigt auch, wie erfolgreich die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Region ist. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet der Innovationscampus Health + Life Science Alliance, der durch den institutionenübergreifenden Ansatz Forschung auf internationalem Spitzenniveau in der Region ermöglicht.“</span></p><p>Zu den weltweit 50 besten Vertretern ihres Faches zählt auch die Heidelberger Humanbiologie. Wie die Biowissenschaften ist sie dem Bereich Lebenswissenschaften zugeordnet und liegt auf Rang 47, was Position drei in Deutschland bedeutet. Zu den „Top 100“-Fächern gehört im Bereich Naturwissenschaften auch die Physik an der Universität Heidelberg, die in der Ranggruppe 51 bis 75 steht und national Rang zwei belegt. Neu in der Liste der besten 100 Fächer findet sich mit der Psychologie ein Fach aus dem Bereich Sozialwissenschaften, das nun in der Ranggruppe 76 bis 100 steht (2025: Ranggruppe 101 bis 150). Remote Sensing aus dem Bereich Engineering verbessert sich von der Ranggruppe 76 bis 100 im Vorjahr auf die Ranggruppe 51 bis 75.</p><p>Die Fächer-Rangliste – sie gehört zum Academic Ranking of World Universities, das auch als Shanghai-Ranking bezeichnet wird – ist im September 2026 erschienen. Die Fächer sind in fünf Wissenschaftsbereichen zusammengefasst und werden nach neun Indikatoren bewertet. Dazu gehören mehrheitlich Publikationsdaten und die an einer Universität gewonnenen Preise und Auszeichnungen sowie unter anderem auch die Anzahl an meistzitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern oder die Editoren-Tätigkeit in internationalen Fachzeitschriften. Die einzelnen Indikatoren kommen in fünf unterschiedlichen Kategorien zum Tragen und werden je nach Fach unterschiedlich gewichtet.</p><p>In der im August dieses Jahres veröffentlichten Gesamtrangliste, dem Shanghai-Ranking, belegt die Universität Heidelberg Rang drei in Deutschland. Europaweit ist die Ruperto Carola auf Rang 18 vertreten. International erreicht sie Position 59.</p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/universitaet-heidelberg-mit-top-platzierungen-im-aktuellen-shanghai-faecherranking" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemitteilung der Universität Heidelberg</a><br /><a href="https://www.shanghairanking.com/rankings/gras/2026" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Global Ranking of Academic Subjects (GRAS)</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,UKHD-PM,UNI-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Fri, 25 Sep 2026 10:10:26 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 25 Sep 2026 08:11:54 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/uniplatz.jpeg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Uniplatz - Alte Universit&amp;auml;t]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Uniplatz - Alte Universit&amp;auml;t]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Möglichen Ansatz zum Schutz des Herzens bei bestimmter Chemotherapie entdeckt</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/moeglichen-ansatz-zum-schutz-des-herzens-bei-bestimmter-chemotherapie-entdeckt/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/moeglichen-ansatz-zum-schutz-des-herzens-bei-bestimmter-chemotherapie-entdeckt/</guid><pp:caseid>815579</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg haben den molekularen Mechanismus entschlüsselt, über den das gängige Chemotherapeutikum Doxorubicin das Herz schädigen kann. Schutz bot in präklinischen Versuchen ein anderes Krebsmedikament. Die Ergebnisse sind in „Nature Communications“ erschienen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span>Das Chemotherapeutikum Doxorubicin wird erfolgreich zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt, kann jedoch als Nebenwirkung den Herzmuskel schädigen. Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg haben nun den molekularen Signalweg identifiziert, über den Doxorubicin die Herzschäden verursacht. Zudem entdeckten sie, dass der ebenfalls als Krebsmedikament zugelassene Wirkstoff SAHA (Suberoylanilid-Hydroxamsäure) in Zell- und Tierversuchen die schädlichen Mechanismen in Herzmuskelzellen abschwächt und so das Herz schützen könnte.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Doxorubicin ist eines der am häufigsten eingesetzten Chemotherapeutika unter anderem bei Brustkrebs, Lungenkrebs, bestimmten Sarkomen sowie Leukämien und Lymphomen. Seine Anwendung wird jedoch durch das Risiko einer sogenannten Kardiotoxizität begrenzt, also einer Schädigung des Herzmuskels, die langfristig zu Herzschwäche führen kann. „Eine ausgeprägte Herzschwäche tritt zwar nur selten auf, allerdings werden bei rund einem Viertel der Patientinnen und Patienten messbare Veränderungen der Herzfunktion nachgewiesen, die langfristig das Risiko einer Herzschwäche erhöhen“, so Professor Dr. Norbert Frey, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und Co-Autor der Studie. „Besonders gefährdet sind Personen mit vorbestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung – und eine wirksame Strategie zur Prävention der Herzschäden fehlt bislang.“</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Das Team um Professor Dr. Lorenz Lehmann, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Leiter der Sektion Kardio-Onkologie am UKHD, zeigte in Zell- und Tierversuchen, dass Doxorubicin die Aktivität bestimmter Gene in den Herzmuskelzellen verändert. Dabei spielen die Proteine Topoisomerase IIβ und MEF2 (Myocyte Enhancer Factor 2) eine zentrale Rolle. Es kommt zu einer Kettenreaktion: Doxorubicin führt dazu, dass sich das Enzym Topoisomerase IIβ verstärkt an bestimmte Bereiche der DNA in Herzmuskelzellen anlagert, an die auch MEF2 bindet. Diese Kombination hat zur Folge, dass MEF2 zahlreiche Gene überaktiviert. Das setzt die krankhaften Umbauprozesse im Herzen in Gang. Der Wirkstoff SAHA, der zur Therapie bei bestimmten Formen von Lymphomen eingesetzt wird, unterdrückte in den Untersuchungen diese Fehlregulation. Die Forschenden wiesen nach, dass SAHA über mehrere Zwischenschritte die schädliche Aktivierung von MEF2 bremst. In Mäusen verringerte SAHA die durch Doxorubicin verursachten Herzschäden.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>„In unseren Arbeiten haben wir erstmals gezeigt, dass es sich bei der Entstehung der Herzschäden um einen mehrschrittigen Mechanismus handelt, der medikamentös beeinflusst werden kann“, sagt Professor Lehmann. „Das eröffnet mögliche Perspektiven für die Entwicklung gezielter Strategien, um das Herz bei Chemotherapien zu schützen. SAHA hat hier eindeutig Potenzial.“ Ob der Wirkstoff seine herzschützende Wirkung auch beim Menschen entfaltet und bei Krebspatientinnen und -patienten trotz eigener Nebenwirkungen sicher eingesetzt werden kann, müssen künftige klinische Studien zeigen. Dass SAHA bereits zugelassen ist, könnte die Weiterentwicklung für diesen Anwendungsbereich beschleunigen.</span></p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Originalpublikation</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Eksi B, Finke F et al. </span><span>HDAC inhibition via suberoylanilide hydroxamic acid ameliorates doxorubicin-induced cardiotoxicity. </span>Nat Commun<span> </span>17<span>, 9505 (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-77428-w" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>https://doi.org/10.1038/s41467-026-77428-w</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p style="margin-left:0cm;"><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-innere-medizin-medizin-klinik/innere-medizin-iii-kardiologie-angiologie-und-pneumologie/forschung/forschung/klinische-arbeitsgruppen/molekulare-kardio-onkologie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Sektion Kardio-Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg</span></a></p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Kontakt</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Professor Dr. Lorenz Lehmann</span><br /><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Sektionsleitung Kardio-Onkologie, Leitung Coronary-Care-Unit (CCU)</span><br /><span>Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie</span><br /><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br /><a class="ck-anchor" href="mailto:lorenz.lehmann@med.uni-heidelberg.de"><span>lorenz.lehmann@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Forschung,HPResearchUpdate,Pressemitteilung]]></category>
            <pubDate>Mon, 21 Sep 2026 13:10:29 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 21 Sep 2026 11:10:29 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Professor Dr. Jakob Nikolas Kather wird Hopp-Stiftungsprofessor für „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ und Gründungsdirektor des neuen Institute for Medical AI (IMAI) in Heidelberg</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/professor-dr-jakob-nikolas-kather-wird-hopp-stiftungsprofessor-fuer-kuenstliche-intelligenz-in-der-medizin-und-gruendungsdirektor-des-neuen-institute-for-medical-ai-imai-in-heidelberg/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/professor-dr-jakob-nikolas-kather-wird-hopp-stiftungsprofessor-fuer-kuenstliche-intelligenz-in-der-medizin-und-gruendungsdirektor-des-neuen-institute-for-medical-ai-imai-in-heidelberg/</guid><pp:caseid>814232</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Zum 1. Oktober 2026 tritt Professor Dr. Jakob Nikolas Kather die Hopp-Stiftungsprofessur für „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg an. Mit der Professur verbunden ist die Einrichtung des neuen Institute for Medical AI (IMAI) am Universitätsklinikum Heidelberg, das Professor Kather als Gründungsdirektor leiten wird. Die Professur und das IMAI werden in den kommenden fünf Jahren durch die Dietmar Hopp Stiftung mit bis zu acht Millionen Euro gefördert. Ziel ist es, den Standort Heidelberg zu einem internationalen Spitzenstandort für modernste, KI-gestützte Medizin zu entwickeln</strong>. <strong>Dazu sollen nicht nur innovative Forschungsansätze und klinische Anwendungen vorangetrieben, sondern auch neue Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) geschaffen werden, um Fachkräfte auf die Anforderungen einer zunehmend KI-gestützten Medizin vorzubereiten.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>„Ich freue mich, dass wir mit Professor Dr. Jakob Nikolas Kather einen der international führenden Experten zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin gewinnen konnten“, sagt Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstand Medizin und Vorstandsvorsitzender des Verbunds der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim. „KI-Anwendungen werden das Gesundheitswesen in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Unser Anspruch ist es, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten: Wir werden den Klinikverbund Heidelberg-Mannheim zu einem Spitzenstandort für modernste, KI-gestützte Medizin entwickeln – in Krankenversorgung, Forschung und Lehre wie auch durch Kooperationen mit Start-ups und Industriepartnern. In diesem Prozess nimmt das von Professor Kather aufgebaute und geleitete </span>Institute for Medical AI, kurz IMAI, eine zentrale Rolle ein.“ Standort des zum 1. Oktober 2026 neu gegründeten Instituts am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) sind die Marsilius-Arkaden im Neuenheimer Feld.</p><p><span>Ebenfalls zum 1. Oktober 2026 hat Professor Kather den Ruf auf die neu eingerichtete Hopp-Stiftungsprofessur für „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg angenommen. „Mit der Berufung von Professor Kather stärken wir unsere Fakultät in einem zentralen Zukunftsfeld der Medizin. Künstliche Intelligenz wird eine Schlüsselrolle dabei spielen, Forschung schneller in die klinische Anwendung zu überführen und innovative Ansätze für Diagnostik und Therapie zu entwickeln. Im Rahmen der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim wird das Institute for Medical AI dazu beitragen, medizinische Expertise und technologische Innovation zu verbinden, die Translation zu beschleunigen und die internationale Sichtbarkeit unserer Region weiter zu stärken. Professor Kather wird zudem die nächste Generation von Ärztinnen und Ärzten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mitprägen und die dafür erforderlichen Kompetenzen im Umgang mit Daten und Künstlicher Intelligenz in Studium, Fort- und Weiterbildung verankern“, betont Professor Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg.</span></p><p><span>Professor Dr. Jakob Nikolas Kather kommt aus Dresden nach Heidelberg: An der Medizinischen Fakultät und Fakultät für Informatik der dortigen Technischen Universität hatte er seit 2022 die Professur für „Clinical Artificial Intelligence“ inne. Zudem war er als Oberarzt in der Onkologie am Universitätsklinikum Dresden sowie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden tätig. Seit 2020 leitete er parallel eine Arbeitsgruppe in der Klinik für Medizinische Onkologie am UKHD. Er ist Facharzt für Innere Medizin, hat einen Master in „Medical Physics“ und entwickelt seit 15 Jahren KI-Anwendungen für die Medizin.</span></p><h3>IMAI als Struktureinheit des Klinikverbunds für KI-Themen</h3><p>An der Medizinischen Fakultät Heidelberg sowie im Klinikverbund Heidelberg-Mannheim wird das neue IMAI eine wichtige Struktureinheit für KI-Themen sein. Professor Kather und seine Mitarbeitenden werden unter anderem die erforderliche IT-Infrastruktur weiter ausbauen, Forschungsgruppen und klinische Teams bei der Umsetzung von KI-Projekten beraten sowie die Zusammenarbeit mit Industriepartnern und die Gründung von Start-ups fördern. Für diese Aufgaben wird Professor Kather ein interdisziplinäres Team aufbauen, das Expertinnen und Experten aus den Bereichen Medizin und Informatik, aber auch Physik, Biologie, Ingenieurwissenschaften und Jura vereint. „Jede und jeder meiner Mitarbeitenden spricht sowohl die Sprache der Medizin als auch die Sprache der Technik“, sagt er.</p><p>Auch in die Umsetzung der gemeinsamen Digital- und Datenstrategie der Universitätsklinika Heidelberg und Mannheim wird das IMAI eingebunden sein: In enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Digitalisierung und Informationstechnologie (ZDI) am UKHD begleitet Professor Kather die digitale Transformation. „KI kann nur dort Mehrwert schaffen, wo große Datenmengen strukturiert digital verfügbar sind – und zwar in einer sicheren und kontrollierten Umgebung. So gewährleisten wir, dass sensible Patientendaten geschützt sind und alle gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten werden“, so Professor Kather.</p><h3>Schwerpunktthema KI-Agenten: Von der Forschung und Entwicklung in die praktische Anwendung</h3><p>Eines seiner Schwerpunktthemen sind die sogenannten KI-Agenten: auf großen Sprachmodellen basierende Software-Systeme, die komplexe Aufgaben in mehreren Schritten eigenständig bearbeiten können. In der Medizin könnten sie zukünftig unter anderem<span> bei der Diagnose von Krankheiten oder der individuellen Therapieplanung, aber auch im Patientenmanagement zum Einsatz kommen.</span> „Am IMAI werde ich gemeinsam mit <span>meinem Team solche modernen KI-Agenten für verschiedene medizinische Fragestellungen entwickeln und in Studien überprüfen“, sagt Professor Kather. „Agentische KI birgt enorme Potenziale: Sie kann Medizinerinnen und Mediziner unterstützen und entlasten, Entscheidungen vorbereiten, Prozesse beschleunigen und dadurch die Versorgungsqualität weiter erhöhen. Die Entscheidung über Diagnosen und Therapien werden am Ende aber immer Ärztinnen und Ärzte treffen.“ Patientenversorgung bleibe auch in Zukunft eine zutiefst menschliche Aufgabe.</span></p><p><span>Die Dietmar Hopp Stiftung fördert das Institute for Medical AI in den kommenden fünf Jahren mit bis zu acht Millionen Euro. „Mit dem IMAI entsteht ein Institut, an dem technologischer Fortschritt konsequent für die Gesundheitsversorgung nutzbar gemacht wird“, sagt Daniel Hopp, Geschäftsführer der Dietmar Hopp Stiftung. „Entscheidend ist dabei der Brückenschlag von der Forschung und Entwicklung in die sichere Anwendung: Mit der Förderung möchten wir dazu beitragen, dass die Potenziale Künstlicher Intelligenz verantwortungsvoll zum Nutzen der Patientinnen und Patienten erschlossen werden.“</span></p><h3>Ausbildung und Qualifizierung von Studierenden im Bereich „KI in der Medizin“</h3><p><span>Neben der Vermittlung von Daten- und KI-Kompetenz im humanmedizinischen Grundstudium wird Professor Kather die Ausbildung von Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Bereich „Künstliche Intelligenz in der Medizin“ ausbauen und weiterentwickeln. „Wir möchten die nächste Generation der weltweiten Expertinnen und Experten für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Medizin ausbilden“, so der 37-Jährige. „Die Studierenden sollen einerseits das technische Wissen haben, um selbst KI-Systeme zu entwickeln. Andererseits sollen sie in der Lage sein, ihre Entwicklungen auch in die praktische Anwendung zu bringen und die damit verbundenen ethischen, rechtlichen und regulatorischen Herausforderungen sicher zu meistern.“</span></p><h3><span>Zur Person</span></h3><p><span>Mit der Übernahme der Hopp-Stiftungsprofessur für „KI in der Medizin“ sowie der Leitung des Heidelberger IMAI kehrt Professor Kather in die Rhein-Neckar-Region zurück: Der gebürtige Freiburger absolvierte in den Jahren 2009 bis 2016 das Studium der Medizin sowie den Masterstudiengang „Medical Physics“ an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, wo er 2016 auch promovierte. Im Anschluss war er bis 2018 Assistenzarzt in der Klinik für Medizinische Onkologie des UKHD, seit 2020 leitet er an der Klinik eine Arbeitsgruppe zum Thema „Computational Oncology“. Forschungsaufenthalte führten ihn an das Moffitt Cancer Center in Tampa (USA) und die University of Chicago Medicine (USA). 2021 nahm Jakob Nikolas Kather den Ruf auf eine Tenure-Track-Professur für „Gastrointestinale Immunologie“ an der RWTH Aachen an, im Juni 2022 folgte die Berufung zum W3-Professor für „Clinical Artificial Intelligence“ an der TU Dresden.</span></p><p><span>Professor Kather ist Mitglied in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgesellschaften, darunter die European Society for Medical Oncology (ESMO), in der er die Co-Leitung des „AI and Digital Oncology Committee“ innehat, und die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO); hier leitet er die Arbeitsgruppe „Künstliche Intelligenz“. Er ist unter anderem Träger des Awards der Felix Burda Stiftung (2025, Kategorie „Medizin & Wissenschaft“) und des Heinz Maier-Leibnitz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft (2021).</span></p><p><span>Zahlreiche drittmittelgeförderte Forschungsvorhaben unter seiner Leitung werden an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg fortgeführt, darunter ein Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (ERC), ein „Horizon Europe“-Projekt und mehrere Förderprojekte des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR). Gleichzeitig baut Professor Kather in Heidelberg neue Forschungskooperationen über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg auf und entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Akademia und Industrie neue Forschungsansätze an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Medizin. Damit entstehen neue Impulse für die KI-gestützte medizinische Forschung und ein weiterer Baustein für die internationale Profilierung Heidelbergs als Standort für innovative Medizin.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://imai-heidelberg.de/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Website IMAI</span></a><br /><a href="https://kather.ai/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Website Forschungsgruppe Professor Kather (Katherlab)</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Professor Dr. Jakob Nikolas Kather</span><br /><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Institute for Medical AI (IMAI), Universitätsklinikum Heidelberg</span><br /><a href="mailto:jakob.kather@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>jakob.kather@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><h3><span>Über die Dietmar Hopp Stiftung</span></h3><p><span>Die Dietmar Hopp Stiftung gGmbH wurde 1995 gegründet, um die Umsetzung gemeinnütziger Projekte zu ermöglichen. Das Stiftungsvermögen besteht überwiegend aus SAP-Aktien, die Dietmar Hopp aus seinem privaten Besitz eingebracht hat.</span></p><p><span>Die Stiftung gehört zu den größten Privatstiftungen Europas. Der Schwerpunkt der Förderaktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich der Stifter besonders verbunden fühlt.</span></p><p><span>Auf Antrag fördert die Stiftung Projekte gemeinnütziger Organisationen in den Bereichen Medizin, Bildung, Soziales, Jugendsport und Klimaschutz. Dazu gehört z. B. die Unterstützung von Sportvereinen, Einrichtungen und Projekten für Kinder oder ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Große Förderprojekte im medizinischen Bereich sind derzeit der geplante Bau des Herzzentrums sowie der Neubau des Hopp-Kindertumorzentrums (KiTZ) in Heidelberg.</span></p><p><span>Darüber hinaus setzt die Dietmar Hopp Stiftung gGmbH ihre satzungsgemäßen Zwecke durch eigene Förderaktionen um. Als besondere Aktion begeistern unter dem Titel „alla hopp!“ 19 Bewegungs- und Begegnungsanlagen in der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar alle Generationen für mehr Bewegung.</span></p><p><span>Weitere Informationen unter: </span><a href="http://www.dietmar-hopp-stiftung.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>www.dietmar-hopp-stiftung.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Wed, 16 Sep 2026 13:50:59 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 16 Sep 2026 11:50:59 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Qualität statt Quantität: Neue Erkenntnisse zur Rolle bestimmter CAR-T-Zellen in der Krebstherapie</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/qualitaet-statt-quantitaet-neue-erkenntnisse-zu-car-t-zellen-in-der-krebstherapie/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/qualitaet-statt-quantitaet-neue-erkenntnisse-zu-car-t-zellen-in-der-krebstherapie/</guid><pp:caseid>811405</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>CAR-T-Zell-Therapien werden erfolgreich zur Behandlung bestimmter Blutkrebserkrankungen eingesetzt. Doch während die Immuntherapie bei einigen Patientinnen und Patienten bereits in niedriger Dosierung wirkt, zeigt dies bei anderen keine Wirkung. Warum das so ist, nahmen Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Berlin Institute of Health in der Charité in einem Verbundprojekt in den Blick. Sie haben eine bestimmte Untergruppe von CAR-T-Zellen identifiziert, die den Erfolg niedrig dosierter Therapien maßgeblich beeinflusst und in Zukunft als Biomarker zum Einsatz kommen könnte. Die Ergebnisse sind in „Nature Communications“ erschienen.</strong></span></p><p><i><span>Gemeinsame Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH)</span></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Immuntherapien stärken die körpereigene Krebsabwehr der Patientinnen und Patienten zum Teil hochspezifisch. So werden bei Therapien mit sogenannten CAR-T-Zellen (chimären Antigenrezeptor-T-Zellen) bestimmte Immunzellen der Erkrankten gentechnisch verändert und auf die individuellen Krebszellen „angesetzt“. Warum bei manchen Patientinnen und Patienten auch eine niedrig dosierte CAR-T-Zell-Therapie erfolgreich ist, während andere Betroffene nicht profitieren, war bislang nicht verstanden. Ein an der Medizinischen Klinik V des Universitätsklinikums Heidelberg und am Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) angesiedelter Forschungsverbund hat nun zentrale biologische Faktoren identifiziert, die die Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie mit kleineren Zellmengen beeinflussen. Die Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die Behandlungsergebnisse für einzelne Patientinnen und Patienten zu verbessern, Krebstherapien noch stärker zu individualisieren und Behandlungskosten zu reduzieren.</span></p><p><span>CAR-T-Zell-Therapien können bei bestimmten fortgeschrittenen Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen zum Einsatz kommen, wenn andere Behandlungen wie Chemotherapie oder Bestrahlung nicht erfolgreich waren oder bei einem Krankheitsrückfall. Für die Therapie werden körpereigene Abwehrzellen im Labor gentechnisch so verändert, dass sie eine Zielstruktur auf der Oberfläche der Krebszellen erkennen, diese gezielt angreifen und abtöten können. Bei vielen Patientinnen und Patienten ist nach einer CAR-T-Zell-Therapie über längere Zeit kein Krebs mehr nachweisbar. Die Herstellung und Vermehrung dieser therapeutischen Immunzellen ist komplex und zeitaufwendig – und nicht immer gelingt es, die für die Behandlung vorgesehene, möglichst große Zellmenge zu produzieren. Die Patientinnen und Patienten erhalten dann eine Therapie mit unsicheren Erfolgsaussichten, für die teils schwere Nebenwirkungen in Kauf genommen werden, oder die hergestellten CAR-T-Zellen werden aufgrund der geringen Menge gar nicht eingesetzt.</span></p><h3><span>Hoch funktionelle CAR-T-Zellen entscheiden über den Therapieerfolg</span></h3><p><span>Die jetzt in „</span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-76068-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Nature Communications</span></a><span>“ veröffentlichte Studie basiert auf Daten und Proben aus der HD-CAR-1-Studie, die von Forschenden der Medizinischen Fakultät Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg durchgeführt wurde. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten sowohl die ursprünglichen Blutproben von Patientinnen und Patienten mit bösartigen Blutkrebserkrankungen als auch die aus diesen Blutproben hergestellten CAR-T-Zell-Produkte. Mithilfe hochauflösender Einzelzellanalysen untersuchten sie unter anderem die Zusammensetzung der unterschiedlich hoch dosierten CAR-T-Zell-Produkte der jeweiligen Therapien und analysierten, welche Immunzelltypen darin enthalten und wie aktiv diese waren. Diese Ergebnisse verglichen sie dann zwischen Patientinnen und Patienten mit und ohne Behandlungserfolg.</span></p><p><span>Die Forschenden identifizierten eine Untergruppe von CAR-T-Zellen, deren Anzahl unmittelbar mit dem Erfolg niedrig dosierter Therapien verknüpft war. Kennzeichnend für diese Zellen sind ein molekulares Profil, das sie zu besonders effektiven Tumorzell-Killern macht, sowie das Fehlen zweier bestimmter Oberflächenmarker, durch die sie nachweisbar sind. „Je mehr dieser spezifischen CAR-T-Zellen vorhanden waren, desto wirksamer war die Therapie – auch wenn die Gesamtzahl aller Zellen eher gering war“, sagt Michael Schmitt, Professor für „Zelluläre Immuntherapie“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, Leiter des Forschungsbereichs Zell- und Immuntherapie an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und einer der beiden Letztautoren der Studie. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die absolute Anzahl dieser hoch funktionellen Zellen als Biomarker für den Erfolg einer niedrig dosierten CAR-T-Zell-Therapie geeignet sein könnte.“</span></p><p><span>„Wir haben zudem gezeigt, dass der Behandlungserfolg nicht nur von den CAR-T-Zellen abhängt. Entscheidend ist außerdem, wie das Immunsystem der Patientinnen und Patienten vor Beginn der Zellherstellung aufgestellt war“, ergänzt Professor Dr. Simon Haas. Er forscht am Center of Genomic Medicine des Berlin Institute of Health in der Charité, dem Berliner Max Delbrück Center für Molekulare Medizin sowie der Queen Mary University of London (England) und ist gemeinsam mit Professor Schmitt Letztautor der Studie. „Bei Patientinnen und Patienten, deren Blut größere Mengen an funktionellen Abwehrzellen enthielt, ließen sich mit höherer Wahrscheinlichkeit wirksame CAR-T-Zell-Produkte herstellen.“ Gab es im Ausgangsblut hingegen einen hohen Anteil an Zellen, die die Immunabwehr bremsen, wurden auch weniger der hoch funktionellen CAR-T-Zellen ausgebildet – und die Betroffenen sprachen seltener auf die Therapie an. „Unsere Analysen zeigen, dass sich bereits im Ausgangsblut Hinweise darauf finden lassen, wie gut die später hergestellten CAR-T-Zellen funktionieren werden“, fasst Schayan Yousefian, Doktorand in der Gruppe von Professor Haas und Erstautor der Studie, zusammen.</span></p><h3><span>Neue Ansatzpunkte für personalisierte CAR-T-Zell-Therapien</span></h3><p><span>Die Ergebnisse stellten, so die Studienautoren, einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu weiter personalisierten Krebsimmuntherapien dar. „Um die zugrunde liegenden Mechanismen besser zu verstehen, den Biomarker zu bestätigen und ihn langfristig in die Routineversorgung zu bringen, ist weitere Forschung erforderlich“, so Professor Schmitt. Unter anderem gilt es zu bestimmen, welche Zahl an hoch funktionellen CAR-T-Zellen mindestens erforderlich ist, damit eine Therapie Erfolg versprechend ist.</span></p><p><span>Die Ergebnisse hätten darüber hinaus auch eine gesundheitspolitische und -wirtschaftliche Bedeutung, ergänzt Professor Haas. CAR-T-Therapien können mehrere Hunderttausend Euro pro behandelte Person kosten. „Sollten sich unsere Ergebnisse in weiteren Studien bestätigen, könnten CAR-T-Zellen in Zukunft deutlich zielgerichteter hergestellt werden. Davon würden nicht nur die Patientinnen und Patienten profitieren, es würde auch Ressourcen sparen.“</span></p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>Yousefian S, Schubert ML, Minafra AR et al. A distinct CAR-T cell phenotype mediates therapeutic response at limited doses. Nat Commun 17, 7589 (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-76068-4" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>https://doi.org/10.1038/s41467-026-76068-4</span></a></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neue-perspektiven-fuer-behandlung-akuter-lymphatischer-leukaemie-bei-erwachsenen++CAR+T-Zellen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Pressemitteilung zur HD-CAR-1-Studie</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/department-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/forschung/forschungsbereich-zell-und-immuntherapie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Forschungsbereich Zell- und Immuntherapie am UKHD</span></a></p><p><a href="https://www.krebsinformationsdienst.de/immuntherapie" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Infoseite des Krebsinformationsdienstes zu Immuntherapien gegen Krebs</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Professor Dr. Michael Schmitt</span><br /><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Forschungsbereich Zell- und Immuntherapie, Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg</span><br /><a href="mailto:michael.schmitt@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>michael.schmitt@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p><span>Professor Dr. Simon Haas</span><br /><span>Berlin Institute of Health at Charité (BIH), Charité – Universitätsmedizin Berlin</span><br /><span>Berlin Institute for Medical Systems Biology (BIMSB), Max Delbrück Center for Molecular Medicine in the Helmholtz Association</span><br /><span>Precision Healthcare University Research Institute (PHURI), Queen Mary University of London</span><br /><a href="mailto:simon.haas@bih-charite.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>simon.haas@bih-charite.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD,Gentherapie und Personalisierte Medizin]]></category>
            <pubDate>Tue, 08 Sep 2026 15:58:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 08 Sep 2026 14:03:49 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>EU fördert zwei Verbundprojekte unter Heidelberger Federführung mit fast acht Millionen Euro</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/eu-foerdert-zwei-verbundprojekte-unter-heidelberger-federfuehrung-mit-fast-acht-millionen-euro/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/eu-foerdert-zwei-verbundprojekte-unter-heidelberger-federfuehrung-mit-fast-acht-millionen-euro/</guid><pp:caseid>808717</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Von der KI-gestützten Hirntumordiagnostik bis zur Ausbildung einer neuen Generation interdisziplinärer Fachkräfte: Gleich zwei europäische Verbundprojekte sollen die Diagnostik von morgen voranbringen. Federführend koordiniert werden sie von Professor Dr. Dr. Felix Sahm, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Abteilung Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg. Die Europäische Union fördert die Projekte „EUcanAI“ und „FutureMIND“ in den kommenden vier Jahren mit jeweils rund 3,9 Millionen Euro.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Im Forschungsprojekt „EUcanAI“ soll ein neuartiges mehrstufiges, auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierendes System entwickelt werden, das die präzise Diagnose und Therapie für Patienten mit Hirntumoren unterstützt. Ziel des Projekts „FutureMIND“ ist es, Fachkräfte auszubilden, die medizinisches, technisches und unternehmerisches Wissen verbinden und so dazu beitragen, innovative Verfahren schneller zu entwickeln und in die medizinische Praxis zu überführen. Die Europäische Union (EU) fördert die beiden Forschungsvorhaben in ihrem „Horizon Europe“-Programm mit jeweils rund 3,9 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren. Professor Dr. Dr. Felix Sahm, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Ärztlicher Direktor der Abteilung Neuropathologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), koordiniert beide Projekte, an denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Europa beteiligt sind.</p><h3><span>„EUcanAI“: Vernetze KI-Systeme für bessere und schnellere Behandlung bei Hirntumoren</span></h3><p>Ziel des Forschungsprojekts „European Unified Cancer diagnostics and treatment AI agent“ („EUcanAI“) ist es, KI-basierte Systeme für eine verbesserte Diagnostik und Therapie bei Hirntumoren zu entwickeln. „Die Arbeitsabläufe in der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren und die Befundung von Tumoren sind sehr komplex und in hohem Maße von individueller Fachkompetenz abhängig“, sagt Professor Felix Sahm. „Insbesondere außerhalb der hoch spezialisierten Zentren kann es schnell zu uneinheitlichen Ergebnissen kommen – was eine spätere Behandlung verzögern kann.“</p><p>Hier setzt „EUcanAI“ an: Vernetzte KI-Systeme, die auf die einzelnen Behandlungsschritte Patientengespräch, Diagnostik und Therapieplanung spezialisiert sind, sollen die schnelle, zuverlässige und leitliniengerechte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Hirntumoren unterstützen. Die Forschenden planen, die Systeme so zu konzipieren, dass sie modular aufeinander aufbauen und interagieren können. Das erste KI-Modell soll – mit Zustimmung der Patientin oder des Patienten – im Arzt-Patienten-Gespräch zuhören, selbst Fragen stellen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen vorschlagen. Aufgabe eines weiteren KI-Modells ist es, MRT-Aufnahmen und Gewebeschnitte von Hirntumoren zu analysieren und zu beurteilen. Ein anderes KI-Modell soll während oder kurz nach einer Tumoroperation die für die Patientin oder den Patienten am besten passenden Therapieoptionen ermitteln und vorschlagen. Alle Modelle sollen nachvollziehbar erklärte Vorschläge für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte machen, die finale Entscheidung über einzelne Behandlungsschritte liegt immer beim Menschen.</p><p>„Übergeordnet wird es einen Agenten geben. Das ist ein weiteres KI-System, welches die darunter liegenden, spezialisierten Modelle orchestriert. Der übergeordnete Agent wird auch auf das bereits entwickelte KI-System ,Hetairos‘ zurückgreifen“, erläutert Professor Sahm. „Hetairos“ kann viele Hirntumoren anhand gängiger mikroskopischer Gewebeschnitte innerhalb weniger Minuten klassifizieren. Entwickelt wurde das KI-System von einem Team unter Leitung von Felix Sahm und Professor Dr. Moritz Gerstung vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), die <a href="https://bioengineer.org/ai-diagnoses-brain-tumors-in-minutes-rather-than-weeks/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Studie</a> ist jüngst in der Fachzeitschrift „Nature Cancer“ erschienen.</p><p>„Alle Partner im Konsortium arbeiten von Anfang an und konsequent mit Blick auf die Vorschriften für KI- und Medizinproduktentwicklung“, sagt Professor Sahm. Auf diese Weise entstehe eine vertrauenswürdige, souveräne und ohne weitere Anpassungen klinisch einsetzbare KI-Lösung. Am Projekt beteiligt sind Forschende aus insgesamt elf Einrichtungen in Deutschland, Österreich und Dänemark. Internationaler Kooperationspartner ist die WHO-Einrichtung „International Agency for Research on Cancer“ (IARC). „Dank der Zusammenarbeit im Verbund stehen uns Tausende Datensätze von Hirntumorpatientinnen und -patienten aus ganz Europa zur Verfügung. Zudem können wir die KI-Modelle und den übergeordneten Agenten in führenden klinischen Zentren an mehreren Standorten testen und validieren“, so Sahm. Auch die stetige Weiterentwicklung der einzelnen Systeme ist vorgesehen.</p><h3><span>„FutureMIND“: Fachkräfteoffensive für die Medizin von morgen</span></h3><p>Wer bringt die medizinischen Innovationen von morgen zeitnah in die Patientenversorgung? Das europäische Doktorandennetzwerk „FutureMIND“ will dafür eine neue Generation von Fachkräften an der Schnittstelle von Forschung, Klinik und Wirtschaft ausbilden. Ab Januar 2027 forschen dafür 14 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler im Rahmen ihrer Promotion nicht nur in Forschungseinrichtungen und Kliniken, sondern auch in Unternehmen. Dabei erwerben sie Kompetenzen in den Themenfeldern KI, Informatik und Neuroonkologie. Gleichzeitig lernen sie, wie sie wissenschaftliche Erkenntnisse in diagnostische Verfahren und digitale Anwendungen für die medizinische Praxis überführen. Die Doktorandinnen und Doktoranden entwickeln beispielsweise KI-gestützte Verfahren zur Analyse großer medizinischer Datensätze oder verbessern digitale Werkzeuge für die Diagnose und Behandlung von Hirntumoren.</p><p>„Innovationen scheitern oft nicht an der Technologie, sondern daran, dass unterschiedliche Fachwelten nicht dieselbe Sprache sprechen. Mit ‚FutureMIND‘ wollen wir Menschen ausbilden, die medizinische Anforderungen, technologische Möglichkeiten und den Weg in die Anwendung gleichermaßen verstehen.“, sagt Professor Felix Sahm. Der „FutureMIND“-Verbund umfasst insgesamt 16 Partner aus Wissenschaft, Klinik und Industrie in sieben europäischen Ländern sowie den USA.</p><h3><span>Hintergrund: Das „Horizon Europe“-Programm der Europäischen Union</span></h3><p>„Horizon Europe“ ist das aktuelle Rahmenprogramm der EU für Forschung und Innovation. Es zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie zu fördern und gemeinsam Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu finden.</p><p>Das „EUcanAI“-Projekt wird ab dem 1. September 2026 im Rahmen des „Horizon Europe“-Programms <a href="https://eic.ec.europa.eu/eic-funding-opportunities/eic-pathfinder_en" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„European Innovation Council (EIC) Pathfinder“</a> gefördert. Das „FutureMIND“-Projekt startet am 1. Januar 2027 und erhält eine Förderung im Rahmen der „<a href="https://marie-sklodowska-curie-actions.ec.europa.eu/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marie Skłodowska-Curie Actions (MSCA)“</a>-Förderlinie von „Horizon Europe“.</p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><strong>„Hetairos“:</strong> <a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ki-diagnostiziert-hirntumoren-in-minuten-statt-wochen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">KI diagnostiziert Hirntumoren in Minuten statt Wochen</a></p><p><strong>Tumor-Classifier:</strong> <a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/foerderung-fuer-weltweit-zugaengliche-schnell-identifikation-von-tumorzellen/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Förderung für weltweit zugängliche Schnell-Identifikation von Tumorzellen</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/pathologisches-institut/neuropathologie/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Neuropathologie am Universitätsklinikum Heidelberg</strong></a></p><h3>Kontakt</h3><p>Prof. Dr. Dr. Felix Sahm<br />Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg<br />Abteilung Neuropathologie, Pathologisches Institut des Universitätsklinikums Heidelberg<br /><a href="mailto:felix.sahm@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">felix.sahm@med.uni-heidelberg.de</a></p><img src="https://content.presspage.com/uploads/2326/658d437d-726f-47d0-85ed-5e5594a05a3e/1920_de_fundedbytheeu_rgb_pos.png?10000"><p><strong>Disclaimer</strong></p><p><span>Die in den Förderprojekten geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen ausschließlich denen der Autorinnen und Autoren und spiegeln nicht zwingend die Auffassungen der Europäischen Union, der European Innovation Council and SMEs Executive Agency (EISMEA) oder der European Research Executive Agency (REA) wider. Weder die Europäische Union noch die Bewilligungsbehörde können dafür verantwortlich gemacht werden.</span></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Mon, 07 Sep 2026 11:41:52 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 07 Sep 2026 09:45:27 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Krebskachexie: Wie ein Tumorprotein den Körper auszehren lässt</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/krebskachexie-wie-ein-tumorprotein-den-koerper-auszehren-laesst/</link>
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Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forschenden heute in </span><i><span>Cancer Discover</span></i><span>, einem Fachjournal der American Association for Cancer Research. – Pressemitteilung von Helmholtz Munich</span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Viele Krebspatienten verlieren im Verlauf ihrer Erkrankung stark an Gewicht. Das liegt nicht nur daran, dass sie weniger essen. Vielmehr können Tumoren aktiv Abbauprozesse im Körper auslösen. Dabei werden vor allem Muskel- und Fettgewebe abgebaut. Diese Krebskachexie schwächt die Betroffenen zusätzlich und erschwert häufig auch die Behandlung: Die Patienten sprechen oft schlechter auf Therapien an und haben eine geringere Lebensqualität. Obwohl Krebskachexie wesentlich zur Krankheitslast beiträgt, gibt es bislang keine zugelassene medikamentöse Therapie.</p><h3><span>Erhöhte ADAMTSL4-Werte bei kachektischen Patienten mit Darm- und Lungenkrebs</span></h3><p>„Wir wollten besser verstehen, welche Signale aus dem Tumor heraus den Abbau von Muskel- und Fettgewebe auslösen“, sagt Dr. Mauricio Berriel Diaz, Letztautor der Studie und Forschungsgruppenleiter am Institute for Diabetes and Cancer (IDC) bei Helmholtz Munich. Im Fokus stand dabei ADAMTSL4, ein Protein, das von Tumorzellen freigesetzt wird. In mehreren Mausmodellen der Krebskachexie fanden die Forschenden erhöhte ADAMTSL4-Spiegel im Blut. Auch bei Patienten mit Darm- und Lungenkrebs waren höhere ADAMTSL4-Werte mit stärkerem Gewichtsverlust und einer ausgeprägteren Kachexie verbunden.</p><p>Um zu prüfen, ob ADAMTSL4 tatsächlich an der Entstehung der Kachexie beteiligt ist, veränderte das Team die Menge des Proteins gezielt in Tumorzellen von Mäusen. Wenn sie die ADAMTSL4- Produktion in Tumorzellen ausschalteten, die normalerweise Kachexie auslösen, verloren die Tiere deutlich weniger Muskel- und Fettmasse. Erhöhten sie dagegen die ADAMTSL4-Produktion in Tumorzellen, die sonst keine Kachexie verursachen, bildeten diese Kachexie-auslösende Tumoren. „Damit konnten wir zeigen, dass ADAMTSL4 nicht nur mit Kachexie einhergeht, sondern den Prozess aktiv antreiben kann“, sagt Dr. Juliano Machado, Erstautor der Studie und Postdoc am IDC.</p><h3><span>ADAMTSL4 aktiviert lokal den TGF-β-Signalweg</span></h3><p>Im nächsten Schritt untersuchte das Team, wie ADAMTSL4 diese Wirkung entfaltet. Dabei zeigte sich: Das Protein aktiviert nicht direkt den Abbau von Muskel- und Fettgewebe, sondern greift in einen bekannten Signalweg ein: Auf der Oberfläche von Muskelzellen liegt TGF-β1, ein wichtiger Botenstoff für Zell- und Gewebeumbau, zunächst in einer inaktiven Form vor. ADAMTSL4 bindet an einen Bestandteil dieses ruhenden Komplexes und setzt dadurch aktives TGF-β1 frei. Dieses aktiviert anschließend Signalwege, die in Muskelzellen den Abbau von Proteinen fördern und in Fettzellen den Fettabbau verstärken.</p><p>Für die Entwicklung möglicher Therapien ist dieser Mechanismus interessant, weil eine direkte Blockade von TGF-β therapeutisch schwierig ist. Der Signalweg erfüllt viele wichtige Funktionen im Körper; eine systemische Unterbrechung im ganzen Körper könnte mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden sein. Einen möglichen Ausweg aus diesem Dilemma bietet ADAMTSL4: Das Protein wird vom Tumor ausgeschüttet, ist bei Kachexie erhöht und aktiviert TGF-β offenbar lokal in den betroffenen Geweben. „Statt TGF-β selbst systemisch zu blockieren, könnten wir künftig versuchen, einen vorgeschalteten Tumorfaktor, also ADAMTSL4, gezielt zu hemmen“, sagt Stephan Herzig, Direktor des IDC: „Das macht ADAMTSL4 zu einer vielversprechenden Zielstruktur für die Erforschung neuer anti-kachektischer Therapien.“</p><h3><span>ADAMTSL4 als mögliche Zielstruktur weiter untersuchen</span></h3><p>Zugleich betont Berriel Diaz, dass Krebskachexie kein einheitlicher Prozess ist: „Nicht bei allen Patienten dürften ADAMTSL4-Spiegel gleichermaßen erhöht sein; auch Appetitregulation, Entzündungsprozesse und weitere Tumorfaktoren können eine Rolle spielen.“ Die Ergebnisse weisen deshalb in Richtung personalisierter Therapiestrategien: So ist denkbar, Patienten anhand erhöhter ADAMTSL4-Spiegel zu identifizieren, bei denen eine gezielte Blockade dieses Signalwegs besonders sinnvoll wäre.</p><p>„Die Ergebnisse liefern eine Grundlage, um ADAMTSL4 als therapeutische Zielstruktur weiter zu untersuchen“, ist Berriel Diaz‘ Schlussfolgerung: „Perspektivisch gilt es nun zu prüfen, ob wir durch eine gezielte Hemmung dieses Faktors den Verlust von Muskel- und Fettgewebe bei Krebskachexie bremsen können.“</p><h3><span>Über die Forschenden</span></h3><p>Prof. Stephan Herzig ist Forschungsdirektor, Leiter des Helmholtz Diabetes Center sowie Direktor des Institutes für Diabetes und Krebs bei Helmholtz Munich. Er ist zudem Lehrstuhlinhaber an der Technischen Universität München, Honorarprofessor der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und leitet die Complications Academy des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD).</p><p>Dr. Mauricio Berriel Diaz ist stellvertretender Direktor des Instituts für Diabetes und Krebs sowie Leiter der Forschungsabteilung „Metabolismus und Krebs“ bei Helmholtz Munich.</p><p>Dr. Juliano Machado ist Erstautor der Studie und Postdoktorand am Institut für Diabetes und Krebs bei Helmholtz Munich.</p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>Machado et al., 2026: Tumor-secreted ADAMTSL4 activates latent TGF-</span>β<span>1 to drive cancer cachexia. Cancer Discovery. </span><a href="https://aacrjournals.org/cancerdiscovery/article/doi/10.1158/2159-8290.CD-26-0045" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>DOI: </span>10.1158/2159-8290.CD-26-0045</a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.helmholtz-munich.de/newsroom/news/artikel/krebskachexie-wie-ein-tumorprotein-den-koerper-auszehren-laesst" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Pressemitteilung Helmholtz Munich</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,UKHD-PM,Dritte-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Tue, 01 Sep 2026 16:06:59 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 02 Sep 2026 15:26:42 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>13,2 Millionen Euro für neue Immuntherapien gegen Ewing-Sarkome bei Kindern und Jugendlichen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/132-millionen-euro-fuer-neue-immuntherapien-gegen-ewing-sarkome-bei-kindern-und-jugendlichen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/132-millionen-euro-fuer-neue-immuntherapien-gegen-ewing-sarkome-bei-kindern-und-jugendlichen/</guid><pp:caseid>789776</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Im „Goldenen September“, dem internationalen Aktionsmonat für Krebs bei Kindern und Jugendlichen, startet das europäische Forschungsprojekt THEODORA. Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg entwickeln mit ihrer Expertise in der klinischen Forschung und Präzisionsonkologie am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) gemeinsam mit dem Institut Curie in Paris, dem Prinses Máxima Centrum in Utrecht und weiteren Partnern neue Immuntherapien gegen Ewing-Sarkome. Ziel ist es, vielversprechende moderne immuntherapeutische Ansätze schneller klinisch zu prüfen und Kindern und Jugendlichen mit aggressiven Krankheitsverläufen damit neue Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen. – Pressemitteilung des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ)</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><i>Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD).</i></p><p>Das vom Institut Curie koordinierte Programm wird mit insgesamt rund 13,2 Millionen Euro im Rahmenprogramm Horizon Europe sowie im europäischen Forschungsförderprogramm „Fight Kids Cancer“ der European Science Foundation gefördert. Neben dem Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KITZ), der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, dem Institut Curie in Paris und dem Prinses Máxima Centrum in Utrecht, Niederlande, sind unter anderem das Institut Gustave Roussy, das Universitätsklinikum Gent, die Universität Gent und die Organisation Childhood Cancer International Europe beteiligt.</p><p>Das Ewing-Sarkom ist der zweithäufigste Knochentumor bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Behandlungsmöglichkeiten haben sich in den vergangenen 25 Jahren nur wenig verändert. Standard ist bislang eine Kombination aus Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation. Insbesondere bei aggressiven Formen der Erkrankung sind die Behandlungsergebnisse jedoch oft nicht ausreichend.</p><p>THEODORA umfasst zwei zentrale Projekte: Der erste Projektteil zur Immuntherapie startet im September 2026 und wird mit 8,7 Millionen Euro durch das Horizon Research and Innovation Action (RIA) Programm der EU gefördert. Damit soll eine erste klinische Studie vorbereitet werden, in der bestimmte Immunzellen, sogenannte TCR-T-Zellen, untersucht werden, die gegen eine spezifische Angriffsstelle beim Ewing-Sarkom gerichtet sind. Der Vorteil solcher TCR-T-Zellen ist, dass sie auch Zielstrukturen erkennen, die im Inneren der Krebszellen vorkommen. Die ersten klinischen Studien sollen ab dem Jahr 2028 starten.</p><p>Am KiTZ werden neben der Behandlung von Patientinnen und Patienten eine umfassende Biomarker-Analyse und das Therapiemonitoring dieser Immuntherapien eine wichtige Rolle spielen. Durch die Kombination von Immunzell-Analysen und Flüssigbiopsien der Tumor-DNA im Blut soll möglichst genau nachvollzogen werden, wie der Tumor und das Immunsystem auf die neue Behandlung reagieren.</p><p>„Das ermöglicht uns, den Krankheitsverlauf in Echtzeit zu überwachen und zu verstehen, wie die einzelnen Patientinnen und Patienten auf die Behandlung ansprechen. Indem wir das Monitoring der Immunzellen mit Flüssigbiopsien verbinden, kann THEODORA dazu beitragen, die Präzisionsmedizin für junge Menschen mit Sarkomen weiterzuentwickeln und noch wirksamer zu machen“, sagt Dr. Christian Seitz, Ärztlicher Leiter des Schwerpunkts „Stammzelltransplantation, Zell- und Gentherapie“ am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) sowie Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).</p><p>Das Prinses Máxima Centrum übernimmt unter anderem die Herstellung der TCR-T-Zellen und bringt zudem seine Expertise auf dem Gebiet der Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) ein. Dazu gehören standardisierte Instrumente bzw. Fragebögen, mit denen Patientinnen und Patienten subjektiv über ihren Gesundheitszustand, ihre Symptome und ihr Wohlbefinden berichten. Damit soll neben der medizinischen Wirksamkeit auch untersucht werden, wie sich die Therapie auf die Lebensqualität der jungen Patientinnen und Patienten auswirkt.</p><p>Forschende des Institut Curie konnten in den vergangenen Jahren in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am KiTZ neue, tumorspezifische sogenannte Neogene identifizieren. Sie entstehen infolge für das Ewing-Sarkom charakteristischer genetischer Veränderungen der Tumorzellen und eröffnen neue Möglichkeiten für zielgerichtete Immuntherapien. Solche Neogene wurden nicht nur beim Ewing-Sarkom, sondern auch bei weiteren Sarkomen im Kindes- und Jugendalter nachgewiesen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen soll das THEODORA-Projekt jetzt ein europaweites Masterprotokoll für frühe klinische Studien bei Ewing-Sarkomen etablieren, mit dem innovative Immuntherapien für Kinder effizienter klinisch untersucht werden können.</p><p>Ein zweiter Projektteil, THEODORA-B, startet 2027. Dafür stehen weitere 4,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Fight Kids Cancer“ der European Science Foundation zur Verfügung. Untersucht werden soll ein gebrauchsfertiger therapeutischer mRNA-Impfstoff, dessen Sequenz mehrere für das Ewing-Sarkom charakteristische Neoantigene umfasst. Entwickelt wird der Impfstoff von der Universität Gent und dem Universitätsklinikum Gent in enger Zusammenarbeit mit dem Institut Curie und weiteren Projektpartnern. Ziel ist es, das Immunsystem der Betroffenen so zu trainieren, dass bei Hochrisikopatientinnen und -patienten einem Rückfall entgegengewirkt werden kann.</p><p>„Dieses großangelegte europäische Projekt soll dazu beitragen, schneller präzisere und wirksamere Therapien gegen diesen seltenen und aggressiven Tumor zu entwickeln, und gibt jungen Patientinnen und Patienten mit Ewing-Sarkom neue Hoffnung“, betont Dr. Amaury Leruste, Kinderonkologe und Wissenschaftler am Institut Curie und Leiter des THEODORA-Projekts.</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD,KiTZ-PM]]></category>
            <pubDate>Tue, 25 Aug 2026 13:01:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 25 Aug 2026 10:57:35 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Universität Heidelberg mit Top-Platzierungen im Shanghai-Ranking vertreten</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/universitaet-heidelberg-mit-top-platzierungen-im-shanghai-ranking-vertreten/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/universitaet-heidelberg-mit-top-platzierungen-im-shanghai-ranking-vertreten/</guid><pp:caseid>787158</pp:caseid><pp:subtitle>Weltweit liegt die Ruperto Carola auf Rang 59 – In Deutschland gehört sie zu den „Top 3“</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Mit Top-Platzierungen ist die Universität Heidelberg im Academic Ranking of World Universities 2026 vertreten: Sie gehört wie im Vorjahr zu den besten drei Hochschulen Deutschlands. Im weltweiten Vergleich liegt die Ruperto Carola in diesem sogenannten Shanghai-Ranking auf Platz 59 und in Europa auf Rang 18. Pressemitteilung der Universität Heidelberg</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Das Ranking bemisst vor allem den wissenschaftlichen Einfluss der Hochschulen, deshalb ist für die Wertung überwiegend die Forschung entscheidend.</span></p><p><span>Im Ranking machen Zitationen und Publikationen in internationalen Wissenschaftsmagazinen jeweils 20 Prozent der Wertung aus, ebenso wie die am häufigsten zitierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die mit dem Nobelpreis oder der Fields-Medaille ausgezeichneten Forscherinnen und Forscher. Zu den weiteren Indikatoren zählen unter anderem auch die Alumni, die ebenfalls eine der beiden hohen Auszeichnungen erhalten haben. </span></p><p><span>Die Universität Heidelberg positioniert sich in Deutschland hinter der Technischen Universität München und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Insgesamt sind vier deutsche Hochschulen in den „Top 100“ gerankt. Neben Heidelberg und den beiden Münchener Hochschulen gehört dazu auch die Universität Bonn.</span></p><p><span>Die diesjährige Ausgabe des Academic Ranking of World Universities ist am 15. August erschienen. Für die aktuelle Rangliste wurden mehr als 2.500 Hochschulen gerankt; das Shanghai-Ranking 2026 listet davon die besten 1.000 Einrichtungen.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/universitaet-heidelberg-mit-top-platzierungen-im-shanghai-ranking-vertreten">Diese Pressemitteilung auf der Website der Universität Heidelberg</a></p><p><a href="https://www.shanghairanking.com/rankings/arwu/2026" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Shanghai Ranking 2026</a></p><p style="margin-left:0px;"><a href="https://www.uni-heidelberg.de/de/forschung/forschungsprofil/die-universitaet-heidelberg-im-internationalen-vergleich" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Universität Heidelberg im internationalen Vergleich</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Tue, 18 Aug 2026 17:58:17 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 18 Aug 2026 15:58:17 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/uniplatz.jpeg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Uniplatz - Alte Universit&amp;auml;t]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Uniplatz - Alte Universit&amp;auml;t]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>PRAME-spezifische T-Zelltherapie bei Jugendlichem mit metastasiertem Nierentumor</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/prame-spezifische-t-zelltherapie-bei-jugendlichem-mit-metastasiertem-nierentumor/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/prame-spezifische-t-zelltherapie-bei-jugendlichem-mit-metastasiertem-nierentumor/</guid><pp:caseid>785640</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Forschende und Ärzte des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ) und anderer führender Krebszentren berichten über einen außergewöhnlichen Behandlungserfolg bei einem Jugendlichen mit weit fortgeschrittenem, therapieresistentem Nierentumor. Mithilfe einer neuartigen, personalisierten T-Zelltherapie gelang es, trotz multipler Metastasen die Tumorerkrankung vollständig zurückzudrängen. Der individuelle Heilversuch wurde nun im New England Journal of Medicine veröffentlicht und unterstreicht das Potenzial zellulärer Immuntherapien auch für Kinder und Jugendliche mit soliden Tumoren. Die darauf aufbauende, für das Jahr 2027 geplante klinische Studie wird von der Dietmar Hopp Stiftung mit rund 1,8 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren am KiTZ gefördert. </strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><i><span><u>Pressemitteilung des “Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg“ (KiTZ) ”, einer gemeinsamen Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD):</u> </span></i><span>Der Patient war im Alter von sieben Jahren an einem Nierentumor (Nephroblastom) erkrankt und erlitt über zehn Jahre hinweg zahlreiche Rückfälle mit Metastasen. Zum Zeitpunkt der Behandlung war die Erkrankung weit fortgeschritten: Große Tumorherde im Bauchraum, zahlreiche Metastasen in Lunge, Leber, Becken sowie eine Hirnmetastase bestimmten das Krankheitsbild. Heilende Therapieoptionen oder passende klinische Studien standen nicht mehr zur Verfügung.</span></p><p><span>Molekulare Tumoranalysen im Rahmen des Tumorsequenzierungsprogramms INFORM zeigten, dass die Krebszellen das Tumorantigen PRAME („Preferentially Expressed Antigen in Melanoma“) produzierten. „PRAME ist als Zielstruktur für Immuntherapien bei Krebserkrankungen von Erwachsenen, beispielsweise dem schwarzen Hautkrebs, gut beschrieben. Unsere Entscheidung, trotz weit fortgeschrittener Erkrankung den Therapieversuch anzubieten, beruhte insbesondere auf sehr vielversprechenden klinischen Daten unseres Kooperationspartners Immatics, einem Biotechnologieunternehmen aus Tübingen. Im Rahmen klinischer Studien bei Erwachsenen konnten bereits beeindruckende Therapieerfolge mit PRAME-spezifischen T-Zellen erzielt werden“, berichtet Christian Seitz, behandelnder Arzt und ärztlicher Leiter der Stammzelltransplantation, Zell- und Gentherapie am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und dem Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) sowie Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ).</span></p><p><span>Für die Therapie wurden die patienteneigenen T-Zellen durch das Team um Patrick Schmidt im Labor am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg genetisch so verändert, dass sie PRAME erkennen und die Krebszellen gezielt angreifen können. Den hierfür benötigten Vektor mit der genetischen Bauanleitung zur Umprogrammierung der T-Zellen stellte der Tübinger Kooperationspartner Immatics zur Verfügung. Der Patient erhielt die vor Ort hergestellten Zellen im Juli 2025 nach einem siebentägigen Herstellungsprozess als Infusion.</span></p><p><span>Bereits neun Tage später zeigte eine Tumorbiopsie eine massive Einwanderung der T-Zellen in das Tumorgewebe sowie ein Absterben der Tumorzellen. In den folgenden Wochen und Monaten kam es zu einer kontinuierlichen Rückbildung der Tumorerkrankung an sämtlichen betroffenen Organen. In einer weiteren Biopsie, drei Monate nach der Behandlung, konnten keine lebenden Tumorzellen mehr nachgewiesen werden. Ergänzende bildgebende Untersuchungen und Bluttests zeigen derzeit keinen Hinweis auf eine aktive Krebserkrankung. „Zum aktuellen Zeitpunkt, also fast ein Jahr nach der Infusion der T-Zellen, ist unser Patient in einer ausgezeichneten Verfassung. Er trainiert regelmäßig, nimmt an Radrennen teil, konnte erfolgreich seine Ausbildung abschließen und plant nun, sein Abitur nachzuholen“, bestätigt Christian Seitz. „Der Fall zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial innovative Immuntherapien für Kinder und Jugendliche mit bislang unheilbaren Tumorerkrankungen entfalten können. Gleichzeitig verdeutlicht er die Bedeutung einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen biotechnologischer Industrie und akademischer Translation für die Entwicklung neuer Therapieansätze. Unser herzlicher Dank gilt Immatics, die durch die Bereitstellung des Vektors die Realisierung dieses individuellen Heilversuchs ermöglicht haben.“</span></p><p><span>Am KiTZ Heidelberg wird derzeit unter dem Namen „PRAMEtime“ eine erste klinische Phase-I/II-Studie für Kinder und Jugendliche mit PRAME-positiven soliden Tumoren vorbereitet. Die patienteneigenen gentechnisch veränderten Immunzellen werden von Immatics produziert und zur Verfügung gestellt. </span></p><p><span>Insgesamt sollen bis zu 18 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 17 Jahren in „PRAMEtime“ eingeschlossen werden. Der Start der Studie ist für das Jahr 2027 geplant. „Tumordaten von mehr als 2.500 Patientinnen und Patienten aus unserer INFORM-Studie zeigen, dass dieses Eiweiß in vielen Hochrisiko-Tumoren bei Kindern und Jugendlichen vorkommt und somit ein vielversprechendes Angriffsziel für neue Therapien darstellt“, erklärt Olaf Witt, Co-Leiter der klinischen Studie und Direktor des KiTZ. Olaf Witt ist zudem Professor an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, leitet die Klinische Kooperationseinheit Pädiatrische Onkologie am DKFZ und ist leitender Oberarzt am UKHD.</span></p><p><span>Gefördert wird die Studie „PRAMEtime“ von der Dietmar Hopp Stiftung mit rund 1,8 Millionen Euro über eine Laufzeit von vier Jahren an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. „Aufgrund der kleinen Patientenzahlen werden neue Behandlungsansätze für krebskranke Kinder in erster Linie durch akademische Forschungseinrichtungen in frühe klinische Studien gebracht. Ohne private Forschungsförderung ist dies oft nicht möglich und wir sind der Dietmar Hopp Stiftung daher zutiefst dankbar, dass sie unsere Arbeit unterstützt“, sagt Studienleiter Christian Seitz.</span></p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>K. Mair </span><i><span>et al</span></i><span>.: PRAME-Specific T-Cell Therapy in Advanced Pediatric Nephroblastoma. In: New England Journal of Medicine. (Online Publikation 13. August 2026). DOI: </span><a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMc2605154"><span>10.1056/NEJMc2605154</span></a></p><h3>Beteiligte Einrichtungen</h3><h4><span>Das Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)</span></h4><p><span>Das „Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg“ (KiTZ) ist eine kinderonkologische Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums, des Universitätsklinikums Heidelberg und der Universität Heidelberg. Wie das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, das sich auf Erwachsenenonkologie konzentriert, orientiert sich das KiTZ in Art und Aufbau am US-amerikanischen Vorbild der so genannten "Comprehensive Cancer Centers" (CCC). Das KiTZ ist gleichzeitig Therapie- und Forschungszentrum für onkologische und hämatologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Es verfolgt das Ziel, die Biologie kindlicher Krebs- und schwerer Bluterkrankungen wissenschaftlich zu ergründen und vielversprechende Forschungsansätze eng mit der Patientenversorgung zu verknüpfen – von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. Krebskranke Kinder, gerade auch diejenigen, für die keine etablierten Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, bekommen im KiTZ einen individuellen Therapieplan, den Experten verschiedener Disziplinen in Tumorkonferenzen gemeinsam erstellen. Viele junge Patienten können an klinischen Studien teilnehmen und erhalten damit Zugang zu neuen Therapieoptionen. Beim Übertragen von Forschungserkenntnissen aus dem Labor in die Klinik übernimmt das KiTZ damit Vorbildfunktion.</span></p><h4><span>Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)</span></h4><p><span>Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.</span></p><p><span>Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:</span></p><p><span>Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)</span><br /><span>Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 7 Standorte)</span><br /><span>Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg</span><br /><span>Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ</span><br /><span>DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim</span><br /><span>Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)</span></p><p><span>Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.</span></p><h4><span>Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg: Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang</span></h4><p><span>Das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für Patientinnen und Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 14.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit rund 2.500 Betten werden jährlich circa 86.000 Patientinnen und Patienten voll- und teilstationär und mehr als 1.100.000 Patientinnen und Patienten ambulant behandelt.</span></p><p><span>Gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe (DKH) hat das UKHD das erste Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg etabliert. Ziel ist die Versorgung auf höchstem Niveau als onkologisches Spitzenzentrum und der schnelle Transfer vielversprechender Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik. Zudem betreibt das UKHD gemeinsam mit dem DKFZ und der Universität Heidelberg das Hopp Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ), ein deutschlandweit einzigartiges Therapie- und Forschungszentrum für onkologische und hämatologische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter.</span></p><p><span>Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit befinden sich an der Medizinischen Fakultät Heidelberg (MFHD) rund 4.000 angehende Ärztinnen und Ärzte in Studium und Promotion. </span></p><h3><span>Ansprechpartner für die Presse</span></h3><p><span><strong>Dr. Alexandra Moosmann</strong></span><br /><span>Leitung Kommunikation KiTZ</span><br /><span>Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)</span></p><p><span>T: +49 (0) 6221 56 36434</span><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:a.moosmann@kitz-heidelberg.de"><span>a.moosmann@kitz-heidelberg.de</span></a><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:presse@kitz-heidelberg.de"><span>presse@kitz-heidelberg.de</span></a></p><p><a href="http://www.kitz-heidelberg.de"><span>www.kitz-heidelberg.de</span></a></p><p><span><strong>Dr. Sibylle Kohlstädt</strong></span><br /><span>Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit</span><br /><span>Pressesprecherin</span><br /><span>Deutsches Krebsforschungszentrum</span></p><p><span>T: +49 6221 42 2843</span><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de"><span>S.Kohlstaedt@dkfz.de</span></a><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:presse@dkfz.de"><span>presse@dkfz.de</span></a></p><p><a href="http://www.dkfz.de"><span>www.dkfz.de</span></a></p><p><span><strong>Julia Bird</strong></span><br /><span>Stellv. Leitung Unternehmenskommunikation & Pressesprecherin</span><br /><span>Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg</span></p><p><span>T: +49 6221 56-7071</span><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:presse@med.uni-heidelberg.de"><span>presse@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p><a href="http://www.klinikum.uni-heidelberg.de"><span>www.klinikum.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,KiTZ-PM,Onkologie]]></category>
            <pubDate>Thu, 13 Aug 2026 11:48:17 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 14 Aug 2026 14:19:04 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Können Eiweißbausteine vor Gefäß- und Nierenschäden schützen?</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/koennen-eiweissbausteine-vor-gefaess--und-nierenschaeden-schuetzen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/koennen-eiweissbausteine-vor-gefaess--und-nierenschaeden-schuetzen/</guid><pp:caseid>785190</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim sowie des Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg nehmen in einem nun gestarteten Forschungsprojekt sogenannte Dipeptide unter die Lupe. Einige dieser körpereigenen Eiweißbausteine fangen giftige Stoffwechselprodukte ab – und könnten damit insbesondere bei Diabetes mellitus vor Gefäß- und Nierenschäden schützen. Ziel des Forschungsverbunds ist es zu klären, welche Dipeptide eine besondere Schutzwirkung entfalten und wie sie zukünftig für die Therapie von Gefäß- und Nierenerkrankungen genutzt werden können. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt über drei Jahre mit rund 600.000 Euro.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Reaktive Stoffwechselprodukte können – wenn sie wie bei der Zuckererkrankung Diabetes mellitus im Übermaß auftreten – schwere Schäden an Blutgefäßen, Nerven und den feinen Strukturen der Nieren verursachen. Ein Forschungsverbund der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim sowie der Metabolomics Core Technology Plattform (MCTP) als Teil des Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg wird in den kommenden drei Jahren körpereigene Schutzmechanismen untersuchen. Im Fokus des Projekts „Therapeutisches Potential von Dipeptiden bei diabetischer Vaskulopathie und Nephropathie (PoDiVaN)“ stehen kleine Eiweißbestandteile, die den schädlichen Stoffwechselprodukten entgegenwirken. Die Forschenden möchten mithilfe eines breiten Methodenspektrums herausfinden, wie genau diese Mechanismen funktionieren, welche der zahlreichen Dipeptide am wirksamsten schützen und ob sich daraus zukünftige Therapie- und Präventionsansätze ableiten lassen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit rund 600.000 Euro.</span></p><h3><span>Verschiedene Volkskrankheiten haben eine gemeinsame Ursache</span></h3><p><span>Diabetes mellitus, chronische Nieren- und Gefäßerkrankungen zählen aufgrund ihrer großen und weiter zunehmenden Häufigkeit zu den sogenannten Volkskrankheiten.<strong> </strong>Obwohl es sich um unterschiedliche Erkrankungen handelt, gibt es ein verbindendes Element in den molekularen Ursachen: sogenannte reaktive Stoffwechselprodukte. Diese entstehen vermehrt bei hohem Blutzucker oder ungünstiger Ernährung und schädigen Zellen und Gewebe. So binden bestimmte Zuckerabbauprodukte an Eiweiße im Körper und behindern sie dadurch in ihrer Funktion.</span></p><p><span>Hier kommen Dipeptide ins Spiel. Sie bestehen jeweils aus zwei Aminosäuren, den Grundbausteinen von Eiweißen. Vorarbeiten der Projektteams – zum Beispiel im Rahmen des Sonderforschungsbereichs „Reaktive Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden“ (SFB 1118) und eines ExploreTech Grant der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim – zeigten bei mehreren Dipeptiden starke biologische Effekte: „Wir haben nachgewiesen, dass sich die Konzentrationen bestimmter Dipeptide bei diabetischen Erkrankungen verändern und dass einige von ihnen Hinweise auf den weiteren Verlauf einer diabetischen Nierenschädigung geben könnten. Vor allem aber können bestimmte Dipeptide in pharmakologischen Dosen vor der schädlichen Wirkung reaktiver Stoffwechselprodukte schützen“, sagt Professorin Dr. Verena Peters, die das Projekt gemeinsam mit Professor Dr. Claus Schmitt am Zentrum für Kinder und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) leitet. „Daran können wir dank der Förderung nun anknüpfen.“</span></p><h3><span>Schutz vor „Verzuckerung“ von Eiweißen</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>„Diabetische Folgeerkrankungen verlaufen bei den Betroffenen jeweils sehr unterschiedlich, die Gründe dafür sind noch wenig verstanden“, so Professor Schmitt. „Bei Mäusen mit diabetischer Nierenerkrankung haben wir Dipeptid-Muster identifiziert, die mit einer schnelleren Verschlechterung des Zustands einhergehen. Den genauen Zusammenhang versuchen wir nun aufzuklären – und wie wir die Schutzwirkung bestimmter Dipeptide therapeutisch nutzen können.“ Denn einige dieser Moleküle verhindern, dass Zuckerabbauprodukte an Eiweiße binden, und könnten so empfindliche Strukturen wie Blutgefäße, Nerven und Nieren, die bei Diabetikerinnen und Diabetikern häufig in Mitleidenschaft gezogen werden, vor langfristigen Schäden bewahren.</span></p><p><span>Das nun geförderte PoDiVaN-Projekt verbindet Grundlagen- und klinische Forschung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen die Wirkung von Dipeptiden sowohl in Zellkulturen als auch in Modellorganismen wie Maus und Zebrafisch. Darüber hinaus analysieren sie gut charakterisierte Proben von Patientinnen und Patienten mit Diabetes aus dem Patientenregister der Klinik für Endokrinologie, Diabetologie, Stoffwechselkrankheiten und Klinische Chemie des UKHD (Ärztliche Direktorin: Professorin Dr. Julia Szendrödi). Unter Leitung von Dr. Gernot Poschet, Geschäftsführer der MCTP als Teil der CellNetworks Core Technology Platform (CCTP) – der Dachstruktur der lebenswissenschaftlichen Core Facilities der Universität Heidelberg –, kommt dabei hochmoderne massenspektrometrische Analytik zum Einsatz, mit der erstmals mehrere Hundert verschiedene Dipeptide aus den Proben gleichzeitig erfasst werden können.</span></p><p><span>So können Dipeptid‑Muster identifiziert werden, die mit Schutz beziehungsweise Fortschreiten von Nieren- und Gefäßerkrankungen zusammenhängen. Wenn die biologische Funktion der schützenden Dipeptide an menschlichen Nieren- und Gefäßzellen verstanden ist, werden Therapiestrategien entwickelt und diese in experimentellen Interventionsstudien mit diabetischen Mäusen und ­– im Labor von Professor Dr. Jens Kroll, Abteilung Vaskuläre Biologie und Tumorangiogenese der Medizinischen Fakultät Mannheim – an Zebrafischen untersucht werden. Langfristig sollen neue, krankheitsübergreifende Therapien entstehen, die Schäden durch reaktive Stoffwechselprodukte abmildern oder stoppen.</span></p><p><span>„Dipeptide wurden bislang kaum beachtet – dabei könnten sie eine wichtige Rolle dabei spielen, schädliche Stoffwechselprozesse zu bremsen und natürliche Schutzmechanismen zu stärken“, sagt Professor Schmitt, kommissarischer Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemeinpädiatrie, pädiatrische Nephrologie, Gastroenterologie, Rheumatologie und Organtransplantation des UKHD.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.cctp.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>CellNetworks Core Technology Platform (CCTP) der Universität Heidelberg</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-kinder-und-jugendmedizin/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Zentrum für Kinder und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Heidelberg</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Professor Dr. Claus P. Schmitt</span><br /><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Kommissarischer Ärztlicher Direktor, Klinik für Allgemeinpädiatrie, pädiatrische Nephrologie, Gastroenterologie, Rheumatologie und Organtransplantation, Universitätsklinikum Heidelberg</span><br /><span>06221 56 4101 (Sekretariat)</span><br /><a href="mailto:clauspeter.schmitt@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>clauspeter.schmitt@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Fri, 07 Aug 2026 09:45:03 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 07 Aug 2026 07:45:03 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>ERC Starting Grant für Forschung zu Posttraumatischer Belastungsstörung</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/erc-starting-grant-fuer-forschung-zu-posttraumatischer-belastungsstoerung/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/erc-starting-grant-fuer-forschung-zu-posttraumatischer-belastungsstoerung/</guid><pp:caseid>784829</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Dr. Mykhailo Batiuk wird mit seiner Forschungsgruppe an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg in den kommenden fünf Jahren die biologischen Ursachen der Posttraumatischen Belastungsstörung untersuchen. Der Europäische Forschungsrat fördert das Projekt mit einem ERC Starting Grant in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>In welchen Zellen des Gehirns zeigen sich bei Patientinnen und Patienten mit Posttraumatischen Belastungsstörungen Auffälligkeiten? Und welche Veränderungen am Erbgut können mit der Erkrankung in Verbindung gebracht werden? Diesen Fragen widmet sich das Forschungsvorhaben „Single Cell PTSD: Novel Target Identification (sc-PTSD)“ unter Leitung des Molekularbiologen und Biochemikers Dr. Mykhailo Batiuk, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Ziel ist es, das Verständnis der biologischen Ursachen der Krankheit zu verbessern. Zudem wollen die Forschenden Ansätze für mögliche zukünftige Therapien identifizieren.</span></p><p><span>Ermöglicht wird das Forschungsprojekt durch einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrats (European Research Council (ERC)) in Höhe von rund 1,4 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Dr. Mykhailo Batiuk ist zum Projektstart am 1. August 2026 von der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) in der Schweiz ans UKHD gewechselt und wird seine Forschungsgruppe an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg aufbauen.</span></p><h3><span>PTBS: Ursachen und Therapie</span></h3><p><span>Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die durch ein stark belastendes Ereignis ausgelöst wird. Betroffene haben zum Beispiel Krieg, Naturkatastrophen oder einen schweren Unfall erlebt, Gewalt oder Missbrauch erfahren. Zu den Symptomen zählen das Wiedererleben der traumatischen Situation in Flashbacks oder Albträumen, aber auch Angst, Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Reizbarkeit und ein eingeschränkter Zugang zur eigenen Gefühlswelt.</span></p><p><span>„Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass rund vier Prozent der Weltbevölkerung im Laufe ihres Lebens von einer Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen sind“, sagt Dr. Batiuk. „Angesichts der aktuellen globalen Krisen ist anzunehmen, dass diese Zahl weiter steigt.“ Die klinischen Auswirkungen der Erkrankung seien gut dokumentiert. „Was fehlt, sind schnell wirksame, personalisierte Therapieansätze“, so Dr. Batiuk weiter.</span></p><p><span>Posttraumatische Belastungsstörungen werden aktuell in erster Linie – sofern verfügbar – mit einer traumafokussierten Psychotherapie behandelt, in der Regel ambulant, bei besonders starker Belastung aber auch stationär. Manche Patientinnen und Patienten bekommen zusätzlich Medikamente zur Behandlung begleitender psychischer Erkrankungen oder machen ergänzend andere Therapieformen wie Physio-, Kunst- oder Ergotherapie.</span></p><h3><span>Zur Methodik des Forschungsvorhabens</span></h3><p><span>Im Rahmen des Projekts „sc-PTSD“ werden Dr. Batiuk und sein Team zunächst Gehirngewebeproben verstorbener PTBS-Patientinnen und -Patienten untersuchen. Um herauszufinden, welche biologischen Veränderungen bei PTBS in einzelnen Zellen auftreten und wie sie zur Erkrankung beitragen, werden die Forschenden unter anderem mit der Methode der Einzelzell-RNA-Sequenzierung arbeiten. Des Weiteren wollen sie die sogenannte DNA-Methylierungsprofilierung einsetzen: Dabei werden chemische Veränderungen auf der Oberfläche des Erbguts ausgewertet, um zu verstehen, welche Gene bei den Betroffenen auf welche Weise aktiv sind.</span></p><p><span>Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in einem zweiten Schritt in neue Tiermodelle überführt werden, die die unterschiedlichen Ausprägungen der Erkrankung besser widerspiegeln als bestehende Modelle. „In diesen präklinischen Modellen werden wir dann überprüfen, inwiefern sich PTBS-Symptome lindern lassen, wenn wir die identifizierten Zielstrukturen gezielt beeinflussen“, erläutert Dr. Mykhailo Batiuk.</span></p><h3><span>Der ERC Starting Grant</span></h3><p><span>Mit dem Starting Grant unterstützt der Europäische Forschungsrat Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aller Disziplinen, die sich durch exzellente Arbeiten ausgewiesen haben und als Projektleitung richtungsweisende Forschung durchführen wollen. Mithilfe der Förderung sollen sie Grundlagenforschung und visionäre Projekte vorantreiben können.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p style="margin-left:0cm;"><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/humangenetik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Website des Instituts für Humangenetik am UKHD</span></a><br /><a href="https://erc.europa.eu/apply-grant/starting-grant" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Informationen zu den Starting Grants des ERC (auf Englisch)</span></a><br /><a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/post-traumatic-stress-disorder" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>Informationen der WHO zur PTBS (auf Englisch)</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Mon, 03 Aug 2026 13:43:49 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 03 Aug 2026 11:54:10 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/a5d15d35-a9b2-4a39-9d9d-6d0276633909/mykhailobatiuk_privat.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Mykhailo Batiuk]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Dr. Mykhailo Batiuk forscht zu den biologischen Ursachen der Posttraumatischen Belastungsst&amp;ouml;rung. Der Europ&amp;auml;ische Forschungsrat f&amp;ouml;rdert das Projekt mit einem ERC Starting Grant. Foto: privat]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Neues aus der Malariaforschung: Von Sicherungsseilen und Warteschleifen in der Parasitenvermehrung</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neues-aus-der-malariaforschung-von-sicherungsseilen-und-warteschleifen-in-der-parasitenvermehrung/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neues-aus-der-malariaforschung-von-sicherungsseilen-und-warteschleifen-in-der-parasitenvermehrung/</guid><pp:caseid>783994</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span><strong>Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, der Harvard Medical School und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben zentrale Mechanismen in der Vermehrung des Malariaparasiten </strong></span><i><span><strong>Plasmodium</strong></span></i><span><strong> entschlüsselt. Die molekularen Abläufe zur Bildung infektiöser Tochterparasiten und neuer Zellkerne sind für die Malariaerreger essenziell und könnten damit einen relevanten Angriffspunkt für zukünftige Therapien darstellen. Die Ergebnisse sind aktuell in den Fachzeitschriften </strong></span><i><span><strong>EMBO Journal</strong></span></i><span><strong> und </strong></span><i><span><strong>Nature Communications</strong></span></i><span><strong> erschienen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Malariaparasiten vermehren sich auf ungewöhnliche Weise: Statt sich wie menschliche Zellen jeweils zweizuteilen, vervielfältigen sie ihr Erbgut zunächst innerhalb einer Zelle um das Zehn-, Hundert- oder sogar Tausendfache, bevor sie entsprechend viele Tochterparasiten gleichzeitig bilden. Wie diese Prozesse gesteuert werden, war bislang nur teilweise bekannt. Zwei aktuell veröffentlichte Arbeiten von Forschenden der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, der Harvard Medical School und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) liefern wichtige Einblicke in die molekularen Mechanismen dieser Vermehrungsstrategie und zeigen, wie der Parasit die begrenzten Ressourcen in seiner Wirtszelle besonders effizient nutzt. Die Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung zukünftiger Malariamedikamente.</span></p><p> </p><h3><span>Wachsende Tochterparasiten sichern sich ihren Zellkern über molekulare Verbindungsstruktur</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Das erste Projekt, dessen Ergebnisse in der Fachzeitschrift </span><i><span>EMBO Journal</span></i><span> veröffentlicht wurden, basiert auf einer Zusammenarbeit der Arbeitsgruppen von Professor Dr. Friedrich Frischknecht, Medizinische Fakultät Heidelberg und Abteilung Parasitologie des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), und Professor Jeffrey Dvorin, Harvard Medical School, Boston, USA. Gemeinsam untersuchten die Teams eine rätselhafte Verbindungsstruktur im Malariaparasiten, die aus elektronenmikroskopischen Aufnahmen bekannt war, deren Funktion bislang aber ungeklärt blieb. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler identifizierten zwei Proteine, die diese Struktur aufbauen und eine Art molekulares „Sicherungsseil“ bilden. Nach der Vervielfältigung des Erbguts verankern sie jeweils einen dieser neuen Zellkerne an der Spitze einer sich entwickelnden Tochterzelle. Ohne diese Verbindungsstruktur war die Bildung von Tochterparasiten in den Blutzellen gestört.</span></p><p><span>Genetisch veränderte Parasiten, denen eine Komponente dieser Struktur fehlte, konnten ihr Erbgut zwar ohne Beeinträchtigung vervielfältigen, aber keine funktionsfähigen Nachkommen mehr bilden. Besonders gravierend waren die Folgen in infizierten Mücken: Dort wurde die Bildung der infektiösen Parasitenstadien, der Sporozoiten, die beim Stich auf den Menschen übertragen werden, nahezu vollständig verhindert. „Ohne diese Verbindungsstruktur fällt der gesamte Prozess der Tochterzellbildung in sich zusammen“, erläutert Prof. Frischknecht. „Die sich bildenden Parasiten können keinen Zellkern in sich hineinziehen und Zellbestandteile, die für das Eindringen in Wirtszellen wichtig sind, nicht korrekt ausrichten. Diese Plasmodien sind nicht lebensfähig.“</span></p><h3><span>Replikationsproteine arbeiten einen Zellkern nach dem anderen ab</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Im zweiten Projekt, aktuell in der Fachzeitschrift </span><i><span>Nature Communications</span></i><span> veröffentlicht, untersuchten die Forschenden, wie Plasmodien ihre Zellkerne innerhalb von Blutzellen vermehren. Dazu kooperierte die Arbeitsgruppe von Dr. Markus Ganter, Abteilung für Parasitologie am UKHD, mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Instituts für Theoretische Physik und BioQuant der Universität Heidelberg sowie der Abteilung Theoretische Systembiologie um Dr. Nils Becker am DKFZ. Im sogenannten Blutstadium vermehrt der Malariaparasit seine Zellkerne auf eine ungewöhnliche, asynchrone Art: Während ein Zellkern sein Genom repliziert, kann ein benachbarter Zellkern gerade eine Teilung durchlaufen. Die Forschenden zeigten mithilfe hochauflösender Live-Mikroskopie und mathematischer Modellierung, dass die Zellkerne um eine begrenzte Anzahl an Proteinen konkurrieren, die für die DNA-Verdopplung benötigt werden. Dadurch teilen sich die Zellkerne zeitlich versetzt: Während ein Zellkern die verfügbaren Proteine für die Erbgutvermehrung nutzt und sie vorübergehend bindet, müssen andere Kerne „warten“, bis die Replikationsproteine wieder frei werden.</span></p><p><span>Wider Erwarten verlangsamt dieses System die Vermehrung nicht. Im Gegenteil: Die Modellrechnungen zeigen, dass die vorhandenen Ressourcen auf diese Weise nahezu ohne Leerlauf genutzt werden, wodurch sich die Parasiten besonders effizient – und tatsächlich etwas schneller als bei einer zeitlich synchronisierten Teilung – vermehren können. „Würden alle Zellkerne gleichzeitig ihr Erbgut verdoppeln, müssten sie die verfügbaren Proteine teilen, was den Prozess insgesamt verlangsamen würde“, sagt Dr. Ganter, der als Postdoktorand an der Harvard Medical School zusammen mit Jeff Dvorin forschte.</span></p><h3><span>Hochspezialisierte Vermehrungsmechanismen könnten sich als Achillesferse erweisen</span></h3><p><span>„Malariaparasiten haben hochspezialisierte Wege entwickelt, um sich möglichst schnell und effizient zu vermehren. Diese ungewöhnlichen Mechanismen könnten sich als ihre Achillesferse erweisen“, sagt Professor Frischknecht. „Je besser wir sie verstehen, desto gezielter können wir neue Ansatzpunkte für künftige Medikamente identifizieren.“ Die meisten der derzeit eingesetzten Malariamedikamente hemmen die Vermehrung der Parasiten in den Blutzellen; allerdings passen sich die Erreger rasch an und entwickeln Resistenzen.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Malariaparasiten vermehren sich sowohl im Menschen als auch in der übertragenden Mücke. Beim Menschen kann aus einem einzigen Parasiten in einer Leberzelle eine Population von mehreren Zehntausend Nachkommen entstehen, die ausschwärmen und rote Blutkörperchen infizieren. In den Blutkörperchen bildet ein jeder Parasit wiederum rund 20 Tochterparasiten. In der Mücke vervielfältigt sich der Erreger in zystenartigen Strukturen der Darmwand massiv: Aus einem Parasiten entstehen etwa 5.000 Nachkommen, die zur Speicheldrüse der Mücke wandern und beim nächsten Stich auf einen Menschen übertragen werden.</span></p><p style="margin-left:0cm;"> </p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Literatur</span></h3><p><span>He B, Ali I, Dorner LP et al. Essential nucleus-apical pole linkage maintains division fidelity during Plasmodium progeny formation. The EMBO Journal (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1038/s44318-026-00836-7" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>https://doi.org/10.1038/s44318-026-00836-7</span></a><span>.</span></p><p><span>Binder P, Kudulytė A et al. Competitive resource allocation drives asynchronous and rapid nuclear multiplication in the malaria parasite. Nature Communications (2026)<strong>.</strong> </span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-75378-x" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>https://doi.org/10.1038/s41467-026-75378-x</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Prof. Dr. Friedrich Frischknecht</span><br /><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Abteilung Parasitologie, Zentrum für Infektiologie</span><br /><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:freddy.frischknecht@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>freddy.frischknecht@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p><span>Dr. Markus Ganter</span><br /><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br /><span>Abteilung Parasitologie, Zentrum für Infektiologie</span><br /><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br /><span>E-Mail: </span><a href="mailto:markus.ganter@med.uni-heidelberg.de" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><span>markus.ganter@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD,Infektiologie]]></category>
            <pubDate>Fri, 31 Jul 2026 14:39:51 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 03 Aug 2026 10:12:52 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>138 Doktorurkunden, vier Stiftungspreise und ein Nobelpreisträger</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/138-doktorurkunden-vier-stiftungspreise-und-ein-nobelpreistraeger/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/138-doktorurkunden-vier-stiftungspreise-und-ein-nobelpreistraeger/</guid><pp:caseid>763117</pp:caseid><pp:subtitle>Promotionsfeier 2026 der Medizinischen Fakultät Heidelberg</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Am 11. Juli 2026 fand in der Neuen Aula der Universität Heidelberg die diesjährige Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg statt. Gemeinsam mit der Rektorin der Universität Heidelberg, Professorin Dr. Frauke Melchior, würdigte der Dekan Professor Dr. Michael Boutros die wissenschaftliche Arbeit der 138 frisch Promovierten und überreichte die Doktorurkunden. Im Rahmen der Feier wurden auch vier Stiftungspreise sowie eine Fakultätsmedaille verliehen. Den Festvortrag hielt der Nobelpreisträger Professor Dr. Stefan W. Hell.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>„Eine Promotion ist weit mehr als das Verfassen einer Dissertation und weit mehr als der Erwerb eines akademischen Titels. Sie ist eine besondere Schule des Denkens.“ Mit diesen Worten würdigte Professor Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg, die Leistung der insgesamt 138 promovierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die am Vormittag des 11. Juli in festlichem Rahmen das Erlangen ihres Doktortitels gefeiert haben. 97 Absolventinnen und Absolventen erhielten den Grad eines Doctor medicinae (Dr. med.), 22 den eines Doctor medicinae dentariae (Dr. med. dent.) und 19 den eines Doctor scientiarum humanarum (Dr. sc. hum.). „Heute dürfen Sie stolz sein“, so Professor Boutros in der Neuen Aula der Universität Heidelberg. „Stolz auf das, was Sie erreicht haben. Stolz auf die Disziplin, die Geduld und die Kraft, die Sie in Ihre Promotion investiert haben.“</p><p><span>„Sie tragen ab heute den Doktortitel dieser Universität und damit eine große Verantwortung für die weitere Entwicklung unserer Welt“, sagte Professorin Dr. Frauke Melchior, Rektorin der Universität Heidelberg. Sie ermutigte die frisch Promovierten, zu Boschafterinnen und Botschaftern ihrer eigenen Forschung zu werden: „Helfen Sie der Gesellschaft zu verstehen, wie wichtig die Suche nach Erkenntnis ist – auch dann, wenn der Einzelne nicht direkt oder morgen davon profitiert. Sie haben während Ihrer Promotion nicht nur ein Fachgebiet gemeistert, sondern Sie sind als Persönlichkeiten gewachsen. Nehmen Sie diesen Mut, diese Neugierde und das Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten mit.“</span></p><h3><span style="text-align:left;">„Vermeintliche Grenzen überwinden“: Festvortrag von Professor Hell</span></h3><p>Den Festvortrag hielt der Nobelpreisträger Professor Dr. Stefan W. Hell, Direktor des Max-Planck-Instituts für multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen sowie des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg. Unter dem Titel „Wie man eine vermeintliche naturwissenschaftliche Grenze überwindet … und was man daraus machen kann“ gab Professor Hell Einblicke in seine persönlichen Erfahrungen auf dem Weg zum Nobelpreis. Er sprach über entscheidende Momente in seiner Karriere, seine starke Verbindung zu Heidelberg und gab den Absolventinnen und Absolventen vor allem eines mit auf den Weg: Bestehender (Fach-)Konsens sei nicht immer mit der Realität gleichzusetzen und sollte immer wieder hinterfragt und herausgefordert werden, um vermeintliche Grenzen zu überwinden.</p><h3>Verleihung der Wilma Moser-Preise und der Preise der Dr. Feldbausch-Stiftung</h3><p>Im Rahmen der Promotionsfeier werden jährlich zwei Stiftungspreise verliehen, die herausragende wissenschaftliche Leistungen einzelner Promovendinnen und Promovenden würdigen. Den mit 2.500 Euro dotierten Preis der Wilma-Moser-Stiftung erhalten die jeweils besten und jüngsten Wissenschaftlerinnen aus den Medizinischen Fakultäten und der Naturwissenschaftlich-Mathematischen Gesamtfakultät der Universität Heidelberg. In diesem Jahr wurden Dr. Charlotte Bernadette Wetzel und Dr. Kaiyu Xu mit dem Wilma Moser-Preis ausgezeichnet. Dr. Wetzel beschäftigte sich in ihrer Dissertation im Fach Experimentelle Pädiatrie mit der Funktion und Wirkungsweise von zwei Aminosäureverbindungen, die die Entstehung und den Verlauf von Gefäßschäden bei Diabetes mellitus beeinflussen. Dr. Xu untersuchte für ihre Promotion in der Inneren Medizin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg den Einfluss eines bestimmten Proteins auf die Entstehung von Leberkrebs und das Tumorwachstum.</p><p><span>Der Preis der Dr. Feldbausch-Stiftung zeichnet Einzelpersonen für überdurchschnittliche Veröffentlichungen oder Leistungen aus, insbesondere auf dem Gebiet der Krebsforschung. Den mit 2.500 Euro dotierten Preis erhielten Dr. Emily Cecilia Hardin sowie Dr. David Nicolov Sedloev. Dr. Hardin zeigte mit ihrer Arbeit im Fach Kinderheilkunde, dass seltene genetische Veränderungen bei kindlichen Hirntumoren mit einem speziellen Untersuchungsverfahren zuverlässig diagnostiziert werden können. Für die Patientinnen und Patienten ermöglicht dies den Zugang zu individuell angepassten Therapien. Dr. Sedloev promovierte im Fach Innere Medizin. Für seine Dissertation entwickelte er die Grundzüge eines neuen Therapieansatzes zur Behandlung der Akuten Myeloischen Leukämie. Dabei kommen genetisch veränderte Killerzellen in Kombination mit bestimmten Krebsmedikamenten zum Einsatz.</span></p><h3>„Summa cum laude“: 17 Arbeiten mit höchster Bewertung</h3><p>Professor Boutros und Professorin Melchior überreichten im Rahmen der Feier die Promotionsurkunden an die 138 Doktorandinnen und Doktoranden. 17 von ihnen konnten ihre Arbeit mit der höchsten Bewertung „summa cum laude“ abschließen.</p><p>Ein weiterer Programmpunkt der Promotionsfeier 2026 war die Verleihung der Fakultätsmedaille der Medizinischen Fakultät Heidelberg an Hugo Marti, Professor für Physiologie am Institut für Physiologie und Pathophysiologie. Professor Marti leitete 19 Jahre lang als Vorsitzender den Promotionsausschuss der Medizinischen Fakultät Heidelberg. „Es ist mir eine große Freude, diesen feierlichen Rahmen zu nutzen, um im Namen der Medizinischen Fakultät Heidelberg Ihr außergewöhnliches Engagement zu würdigen“, so Professor Boutros in seiner Laudatio und als Abschluss der Feier.</p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/fakultaet/akademische-laufbahn/promotion/promotion-zum-dr-med-dent/promotionsverfahren-promotionsbuero/promotionsfeier-preisverleihung/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Informationen zur jährlichen Promotionsfeier der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</a></p>]]></description><category><![CDATA[UKHD-PM,HPMFHD,Pressemitteilung,Forschung,News]]></category>
            <pubDate>Tue, 14 Jul 2026 11:08:47 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 15 Jul 2026 14:01:34 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/7725134b-cf54-4c66-954b-caa118dfbde3/a91a5511_1.jpg?23400</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Promotionsfeier 2026]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Insgesamt 138 promovierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler feierten am 11. Juli das Erlangen ihres Doktortitels. Alle Fotos: Hoffmann-Fotografie]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Impfung gegen Hirntumoren zeigt vielversprechende Langzeitergebnisse</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/impfung-gegen-hirntumoren-zeigt-vielversprechende-langzeitergebnisse/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/impfung-gegen-hirntumoren-zeigt-vielversprechende-langzeitergebnisse/</guid><pp:caseid>762334</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span style="text-align:start;"><strong>Eine neuartige Impfstrategie gegen bestimmte bösartige Hirntumoren könnte die Behandlung von Patientinnen und Patienten grundlegend verbessern. Forschende aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der Universitätsmedizin Mannheim, dem Universitätsklinikum Heidelberg und zahlreichen Partnerinstitutionen* veröffentlichen ermutigende Langzeitergebnisse einer klinischen Studie mit einem Impfstoff, der das Immunsystem gegen eine häufige genetische Mutation dieser Tumoren aktiviert. – Pressemitteilung des DKFZ</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="margin-left:0px;text-align:start;">Gliome sind meist unheilbare Hirntumoren, die operativ nur schwer vollständig entfernt werden können. Auch Chemo- oder Strahlentherapie sind nur begrenzt wirksam. Die Tumoren haben vielfach eine entscheidende Gemeinsamkeit: In der Mehrzahl der Fälle tragen die Krebszellen eine übereinstimmende Genmutation. Ein identischer Schreibfehler im Erbgut, der dazu führt, dass im Enzym IDH1* ein bestimmter Eiweißbaustein ausgetauscht wird. Dadurch entsteht eine neuartige Proteinstruktur – ein so genanntes Neoepitop. Das Besondere daran: Das Neoepitop treibt einerseits das Wachstum der Tumoren an – und wird zugleich vom Immunsystem des Patienten als fremd erkannt und ist damit eine ideale Zielstruktur für Immuntherapien.Das Forscherteam aus Heidelberg/Mannheim und Tübingen hat einen Peptidimpfstoff entwickelt, der das Immunsystem gezielt darauf trainiert, Tumorzellen mit dieser Mutation zu erkennen und zu bekämpfen. Dieser Impfstoff wurde in einer klinischen Studie der Phase 1 (NOA 16) an 33 Patientinnen und Patienten mit neu diagnostizierten hochgradigen Astrozytomen, der häufigsten Form der Gliome, auf Sicherheit und Wirksamkeit geprüft. Die Patienten erhielten die Vakzine zusätzlich zur Standardtherapie aus Operation, Strahlen- und Chemotherapie.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">&nbsp;</p><h3 style="margin-left:0px;">Langzeitüberleben deutlich verbessert</h3><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Die Ergebnisse nach bis zu acht Jahren Nachbeobachtung sind bemerkenswert: 66 Prozent der Studienteilnehmer waren nach acht Jahren noch am Leben, bei 42 Prozent war die Erkrankung während des Beobachtungszeitraums nicht fortgeschritten. Bei einigen Patienten, deren Tumor vollständig operativ entfernt werden konnte, lagen die Überlebensraten sogar noch deutlich höher. Zum Vergleich: In früheren Studien lag die mittlere Überlebenszeit bei aggressiveren Tumorformen oft nur bei etwa 2,5 bis 5 Jahren. In der aktuellen Studie wurde diese Grenze bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich überschritten.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Erstautor Lukas Bunse, Sektionsleiter Neuroonkologie an der Universitätsmedizin Mannheim und Wissenschaftler am DKFZ, erklärt den Schlüssel zum Erfolg des Impfstoffs: „Das mutierte IDH1 ist ein wichtiger Tumortreiber. Die Mutation taucht bereits früh bei der Tumorentstehung auf und, besonders entscheidend, bleibt auch im Zuge der Evolution der Tumorzellen stabil.“</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">&nbsp;</p><h3 style="margin-left:0px;">Immunsystem als Schlüssel zum Therapieerfolg</h3><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Ein zentrales Ergebnis der Studienauswertung ist der Zusammenhang zwischen Immunantwort und Krankheitsverlauf. Diejenigen Patientinnen und Patienten, deren Immunsystem besonders gut auf den Impfstoff reagierte, hatten deutlich bessere Langzeitprognosen.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Der Impfstoff aktiviert zwei wichtige Komponenten des Immunsystems: T-Zellen, die infizierte oder entartete Zellen direkt angreifen, sowie B-Zellen, die Antikörper gegen den Tumor bilden. Vor allem die langanhaltende Antikörperantwort war mit einem günstigen Krankheitsverlauf verbunden.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Die Forschenden wiesen zudem nach, dass durch die Impfung aktivierte Immunzellen tatsächlich in den Tumor einwandern. In Gewebeproben fanden sich spezifische T-Zellen nur bei denjenigen Studienteilnehmern, bei denen der Tumor kontrolliert wurde – nicht jedoch bei früh fortschreitender Erkrankung. Das gilt als wichtiger Hinweis darauf, dass die Therapie nicht nur eine Immunreaktion im Blut auslöst, sondern direkt im Tumor wirkt.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">&nbsp;</p><h3 style="margin-left:0px;">Auffrischungsimpfungen könnten Wirkung verlängern</h3><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass weitere Impf-Booster die Immunantwort auch Jahre später wieder verstärken können – ohne zusätzliche Nebenwirkungen. Das könnte künftig helfen, den Therapieerfolg langfristig zu stabilisieren. „In der Phase-I-Studie wird primär die Sicherheit und die Immunreaktion untersucht. Bei Rückschlüssen zur Wirksamkeit ist Vorsicht geboten, da die Studie keine Kontrollgruppe hat. Dennoch liefern die Ergebnisse starke Hinweise auf einen klinischen Nutzen“, sagt Lukas Bunse. „Auf Basis der Daten, die wir gewonnen haben, planen wir nun weiterführende Studien, um die Wirksamkeit des Impfstoffs eindeutig zu belegen.“</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Im Vergleich zu anderen immuntherapeutischen Ansätzen hat die von dem Forscherteam entwickelte Impfung entscheidende Vorteile: Statt individuell für jeden Patienten eigene Impfstoffe zu entwickeln, richtet sich diese Therapie gegen eine gemeinsame, tumorspezifische Mutation, die bei vielen Betroffenen vorkommt. Damit könnte sie als standardisierte Immuntherapie für eine größere Patientengruppe eingesetzt werden. Der Impfstoff lässt sich mit anderen modernen Therapien kombinieren, etwa Immun-Checkpoint-Inhibitoren oder Hemmstoffen des IDH-Enzyms, was die Wirksamkeit weiter verbessern könnte.</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">„Wir zeigen hier erstmals, dass eine gezielte Impfstrategie gegen eine Tumormutation langfristige Überlebensvorteile bei Hirntumoren ermöglichen könnte. Das eröffnet einen vielversprechenden neuen Weg in der Behandlung bislang schwer therapierbarer Krebserkrankungen“, resümiert Michael Platten, Direktor der Neurologischen Klinik der Universitätsmedizin Mannheim und Abteilungsleiter am DKFZ. „Wir freuen uns, dass wir diesen vielversprechenden Therapieansatz nun mit Förderung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen in einer multizentrischen randomisierten Phase 2 Studie auf seine Wirksamkeit prüfen können.“</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">&nbsp;</p><h3 style="margin-left:0px;">Originalpublikation</h3><p style="margin-left:0px;text-align:start;">Lukas Bunse, Katharina Lindner, Antje Wick, Angelika Freitag, Lisa-Marie Lanz, Dominic Edelmann, Abigail Suwala, Michael O. Breckwoldt, Inga Harting, Felix Sahm, Richard F. Schlenk, Anita Schmitt, Oliver Schnell, Jörg Hense, Martin Misch, Dietmar Krex, Monika Denk, Juliane Walz, Joachim P. Steinbach, Andreas von Deimling, Michael Schmitt, Theresa Bunse, Ghazaleh Tabatabai, Martin Bendszus, Isabel Poschk, Wolfgang Wick, Michael Platten: Final analysis of patients with newly diagnosed astrocytoma after vaccination against mutant IDH1 from the NOA16 trial, Nature Cancer 2026,<span>&nbsp;</span><a href="https://doi.org/10.1038/s43018-026-01199-y" target="_blank">https://doi.org/10.1038/s43018-026-01199-y</a></p><p style="margin-left:0px;text-align:start;">&nbsp;</p><p style="margin-left:0px;text-align:start;"><strong>*Weiterhin an der Studie beteiligt waren</strong>:</p><ul><li data-list-item-id="e07dd4a85cd7e1712e4c17cf4b134958f">German Cancer Consortium (DKTK), Core Center Heidelberg</li><li data-list-item-id="eef77b88aabf7f996ab3c17246d54c3c5">Universitätsklinikum Heidelberg</li><li data-list-item-id="ebca0fc64666bca64aa4926c8157ee0ef">Europäisches Zentrum für Neuroonkologie</li><li data-list-item-id="e83c7bca733b038ad42b4e9c903fcbbbb">Universitätsklinikum Tübingen</li><li data-list-item-id="e4c75ce74137598afbfc4e9003e9a77a3">NCT Trial Center</li><li data-list-item-id="eb98a522a61a3b4dc28a7e094606a8872">Universitätsklinikum Charité Berlin</li><li data-list-item-id="ed929684c06fd3f9ea2ed42c7c0589efa">Universitätsklinikum Essen</li><li data-list-item-id="e3979336740b441cd5ca62894f2093427">Universitätsklinikum Frankfurt</li><li data-list-item-id="e313449fe442e0fa64c17046ab6b4ad82">Universitätsklinikum Dresden</li><li data-list-item-id="e8d9deabbe8aa0d23ffdc0f742aab96cd">Immune Monitoring Unit, National Center for Tumor Diseases (NCT), Heidelberg, Germany.</li></ul><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/impfung-gegen-hirntumoren-zeigt-vielversprechende-langzeitergebnisse" target="_blank">Pressemitteilung des DKFZ</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,DKFZ-PM,Forschung]]></category>
            <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 14:23:01 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 06 Jul 2026 12:23:01 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Neues KI-System liefert Therapieempfehlungen für komplexe Blutkrebserkrankungen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neues-ki-system-liefert-therapieempfehlungen-fuer-komplexe-blutkrebserkrankungen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neues-ki-system-liefert-therapieempfehlungen-fuer-komplexe-blutkrebserkrankungen/</guid><pp:caseid>762299</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Forschende vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), dem Stammzellinstitut HI-STEM* und der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) haben mit „HemaGuide“ einen KI-Assistenten entwickelt, der Ärzte bei schwierigen Therapieentscheidungen unterstützt. Das System erreicht in umfangreichen Tests eine hohe Übereinstimmung mit den Empfehlungen erfahrener Experten und könnte den Zugang zu spezialisierter und individualisierter Krebsmedizin deutlich verbessern. – Pressemitteilung des DKFZ</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die Behandlung von Blutkrebs wird immer komplexer. Ärztinnen und Ärzte müssen heute viele Informationen gleichzeitig berücksichtigen: die Krankengeschichte, genetische Veränderungen des Tumors, Begleiterkrankungen, bereits durchgeführte Therapien und eine stetig wachsende Zahl neuer Medikamente. Schwierige Fälle werden deshalb in interdisziplinären Tumorboards besprochen: Fallkonferenzen, in denen Fachleute verschiedener Disziplinen gemeinsam die bestmögliche Therapie festlegen.</span></p><p><span>Solche hochspezialisierten Konferenzen sind allerdings zeit- und personalaufwendig. Gerade kleinere Kliniken verfügen oft nicht über ausgewiesene Spezialistinnen und Spezialisten für jede der vielen – teils sehr seltenen – Blutkrebsformen. Ein Forschungsteam unter Leitung von Mirco Julian Friedrich (DKFZ, HI-STEM, Medizinische Fakultät Heidelberg und UKHD) hat deshalb den KI-gestützten Assistenten HemaGuide entwickelt, der die behandelnden Ärzte bei genau diesen komplexen Entscheidungen unterstützt.</span><br>&nbsp;</p><h3><span>KI arbeitet wie ein digitales Tumorboard</span></h3><p><span>HemaGuide wertet unstrukturierte Arztbriefe aus, ordnet die enthaltenen Informationen systematisch und kombiniert sie mit aktuellen Behandlungsleitlinien, einer Datenbank aus mehr als 2.000 realen Tumorboard-Fällen sowie mit aktueller Fachliteratur. Auf dieser Grundlage erstellt das System eine nachvollziehbare Therapieempfehlung mit transparenter Begründung.</span></p><p><span>Eine Besonderheit ist, dass HemaGuide auch die Aufgaben eines molekularen Tumorboards übernehmen kann, also einer Spezialkonferenz, die gezielt die genetischen Veränderungen eines Tumors auswertet. Liegen solche Veränderungen vor, bewertet das System ihre klinische Bedeutung anhand international etablierter Standards, durchsucht automatisch die passende Fachliteratur und schlägt – sofern sinnvoll – zielgerichtete Therapien vor. Diese molekulare Auswertung dauert im Schnitt weniger als eine Minute, während sie bislang oft mehrere Stunden erfordert und nur an wenigen spezialisierten Zentren überhaupt verfügbar ist.</span></p><p><span>Ein weiterer Vorteil: HemaGuide lässt sich vollständig auf lokalen Krankenhausservern betreiben. Sensible Patientendaten müssen das Krankenhaus damit zu keinem Zeitpunkt verlassen.</span><br>&nbsp;</p><h3><span>Hohe Übereinstimmung – über alle Blutkrebsarten hinweg</span></h3><p><span>In mehreren Studien prüften die Forschenden, wie verlässlich das System arbeitet. Bei 45 besonders komplexen Patientenfällen bewerteten erfahrene Hämatologinnen und Hämatologen die Empfehlungen von HemaGuide deutlich besser als die Antworten herkömmlicher KI-Sprachmodelle ohne die speziell entwickelte HemaGuide-Architektur – vor allem bei der Übereinstimmung mit den tatsächlichen Tumorboard-Entscheidungen und bei der Berücksichtigung der individuellen Patientensituation.</span></p><p><span>Wie gut sich die Ergebnisse auf andere Kliniken übertragen lassen, zeigte ein Test an 555 Tumorboard-Fällen eines unabhängigen Universitätsklinikums. Diese Fälle umfassten 47 verschiedene Blutkrebserkrankungen – von häufigen bis zu sehr seltenen Formen. Über dieses gesamte Spektrum hinweg stimmten die KI-Empfehlungen in fast 82 Prozent der Fälle mit den Entscheidungen der Expertengremien überein. In einer einmonatigen prospektiven Testphase, in der HemaGuide aktuelle Fälle parallel zu den Ärzten bearbeitete, ohne deren Entscheidungen zu beeinflussen, lag die Übereinstimmung sogar bei knapp 83 Prozent.</span></p><p><span>Auch weniger erfahrene Medizinerinnen und Mediziner profitierten von der Unterstützung: In einer simulierten Studie erreichten Assistenzärzte mithilfe von HemaGuide nahezu das Niveau erfahrener Oberärzte. Bei der automatischen Bewertung genetischer Tumorveränderungen stimmte das System zuverlässig mit internationalen Expertenstandards überein. Für die Sicherheit besonders wichtig: Keine eindeutig krebstreibende Veränderung wurde fälschlich als harmlos eingestuft.</span><br>&nbsp;</p><h3><span>Mehr Chancengleichheit in der Krebsmedizin</span></h3><p><span>„HemaGuide soll dazu beitragen, den Zugang zu hochspezialisierter Krebsmedizin zu verbessern. Gerade kleinere Kliniken könnten von der Unterstützung bei der Entscheidungsfindung profitieren“, sagt Julian Zoller (DKFZ), einer der beiden Erstautoren. Sein Kollege Michael Kalz, ebenfalls Erstautor, ergänzt: „Weil HemaGuide molekulare Analysen in weniger als einer Minute liefert, können auch etablierte Tumorboards an großen Zentren davon profitieren und Zeit sparen.“</span></p><p><span>Studienleiter Mirco Julian Friedrich betont jedoch ausdrücklich: „Das System soll ärztliche Expertise nicht ersetzen, sondern ergänzen. Es kann Tumorboards entlasten und ihr Wissen breiter verfügbar machen – die endgültige Entscheidung trifft aber immer der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin.“</span></p><p><span>Um zu untersuchen, ob HemaGuide die Behandlungsqualität und die Ergebnisse für Patientinnen und Patienten langfristig verbessert, bereitet das Team derzeit eine klinische Studie vor.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Publikation</span></h3><p><span>Julian Zoller*, Michael Kalz*, Xuewei Wu, Sven Cuntz, Linus Kruk, Niklas Kehl, Julius J. Michel, Cornelius Funk, Sarah Richter, Tobias Tix, David Sedloev, Jonathan Naboschni, Jan H. Frenking, Silvia Barbosa, Oliver L. Saldanha, Alanna Kirschner, Anna D. Metzler, Antonia Schach, René Onken, Tim R. Wagner, Martin Dugas, Andreas Trumpp, Martin Dreyling, Michael von Bergwelt-Baildon, Kai Rejeski, Tim Sauer, Peter Dreger, Marc S. Raab, Carsten Müller-Tidow, Jakob N. Kather und Mirco J. Friedrich: <strong>Clinical decision support in hematological malignancies using a case-grounded AI agent. </strong></span><i><span>Nature Medicine </span></i><span>2026, </span><a href="https://www.nature.com/articles/s41591-026-04494-4" target="_blank"><span>DOI: 10.1038/s41591-026-04494-4</span></a><br><i><span>* geteilte Erstautorschaft</span></i></p><p><i><span>Das Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und experimentelle Medizin (HI-STEM) gGmbH wurde 2008 als Public-Private-Partnership von DKFZ und Dietmar Hopp Stiftung gegründet.</span></i><br>&nbsp;</p><p style="margin-left:0cm;"><span>Das <strong>Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)</strong> ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.</span></p><p><span>Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:</span><br><span>- Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)</span><br><span>- Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)</span><br><span>- Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg</span><br><span>- Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ</span><br><span>- DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim</span><br><span>- Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/neues-ki-system-liefert-therapieempfehlungen-fuer-komplexe-blutkrebserkrankungen" target="_blank">Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums</a></p><h3><span>Ansprechpartner für die Presse:</span></h3><p><span>Dr. Sibylle Kohlstädt</span><br><span>Pressesprecherin</span><br><span>Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit&nbsp;</span><br><span>Deutsches Krebsforschungszentrum</span><br><span>Im Neuenheimer Feld 280</span><br><span>69120 Heidelberg</span><br><span>T: +49 6221 42 2843</span><br><span>E-Mail: </span><a class="ck-anchor" id="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de" name="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de" href="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de" target="_blank"><span>S.Kohlstaedt@dkfz.de</span></a><br><span>E-Mail: </span><a class="ck-anchor" id="mailto:presse@dkfz.de" name="mailto:presse@dkfz.de" href="mailto:presse@dkfz.de" target="_blank"><span>presse@dkfz.de</span></a><br><a class="ck-anchor" id="www.dkfz.de" name="www.dkfz.de" href="http://www.dkfz.de" target="_blank"><span>www.dkfz.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,DKFZ-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Mon, 06 Jul 2026 12:27:06 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 06 Jul 2026 10:27:06 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/d2fa4ffb-872d-4f51-b8df-e97d6bdea410/csm_illustration_fuumlr_hemaguide_pm_ki_generiert.png?21675</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[csm_Illustration_f&amp;uuml;r_HemaGuide_PM_KI_generiert]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Abbildung: KI-generiert]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Virus beeinflusst seltene Hirnlymphome</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/virus-beeinflusst-seltene-hirnlymphome/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/virus-beeinflusst-seltene-hirnlymphome/</guid><pp:caseid>757675</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Primäre ZNS-Lymphome bei immungeschwächten Patientinnen und Patienten zählen zu den seltensten und zugleich aggressivsten Krebserkrankungen – belastbare Empfehlungen für ihre Diagnostik und Behandlung fehlten bislang. Einem internationalen Forschungsteam unter Federführung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums ist es gelungen, Besonderheiten bei der Bildgebung dieser Tumoren zu identifizieren und ein Prognosemodell zu entwickeln. Dabei erwiesen sich Tumoren, in denen das Epstein-Barr-Virus nachweisbar war, als besonders aggressiv. Die Ergebnisse, die aktuell in der Fachzeitschrift „Blood“ erschienen sind, geben auch Hinweise auf neue Behandlungsansätze.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>ZNS-Lymphome sind eine seltene Krebserkrankung, die sich aus bösartig veränderten weißen Blutzellen entwickelt. Die Betroffenen haben Tumoren im Gehirn, seltener auch am Rückenmark, in den Augen oder frei beweglich im Nervenwasser. ZNS-Lymphome treten unter anderem bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf, etwa nach einer Organtransplantation, bei Autoimmunerkrankungen oder einer HIV-Infektion. An diesem sogenannten Immundefizienz-assoziierten primären ZNS-Lymphom (ID-PZNSL) erkranken in Deutschland jährlich etwa 50&nbsp;Menschen.<strong> </strong>Dass ID-PZSNL keine Variante klassischer ZNS-Lymphome sind, sondern eine eigenständige Erkrankung mit spezifischen genetischen Veränderungen, zeigten Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg bereits </span><a href="https://doi.org/10.1093/neuonc/noae251" target="_blank"><span>in früheren Arbeiten</span></a><span>.</span></p><p><span>Eine </span><a href="https://doi.org/10.1182/blood.2025031869" target="_blank"><span>aktuelle Studie</span></a><span> der </span><i><span>International Primary CNS Lymphoma Collaborative Group</span></i><span> – einem internationalen Netzwerk zur Erforschung von ZNS-Lymphomen – liefert nun weitere Erkenntnisse zur Diagnostik und Therapie von ID-PZNSL. Mit Daten von 308 Patientinnen und Patienten aus 23&nbsp;Kliniken in sieben Ländern ist es die bislang größte Studie zu dieser Krebserkrankung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werteten klinische Befunde, Magnetresonanztomographie-Aufnahmen und Gewebeanalysen aus. Federführend beteiligt waren Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Epstein-Barr-Virus beeinflusst Bildgebung und Prognose</span></h3><p><span>Eine zentrale Rolle bei der Krebserkrankung spielt bekanntermaßen das Epstein-Barr-Virus (EBV), das die Forschenden in 79,2&nbsp;Prozent der untersuchten Tumoren nachwiesen. „Unsere Auswertungen zeigen, dass viruspositive Tumoren häufig aggressiver verlaufen und mit einer ungünstigen Prognose einhergehen“, sagt Erstautor Dr. Leon Kaulen. Er forscht an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und am DKFZ und ist Assistenzarzt in der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD). Auch in der Bildgebung fallen die Tumoren mit Epstein-Barr-Virus auf: Sie nehmen Kontrastmittel anders auf als virusnegative Tumoren.</span></p><p><span>Die Forschenden entwickelten ein auf drei Faktoren basierendes Prognosemodell, das dabei helfen kann, den Verlauf einer ID-PZNSL-Erkrankung und die Überlebenszeit der Betroffenen besser vorherzusagen. Die drei ermittelten Faktoren sind der EBV-Nachweis im Tumorgewebe, das Alter sowie der allgemeine Gesundheitszustand der Patientin oder des Patienten. Je nach Kombination der drei Faktoren unterschieden sich die Erkrankungsverläufe bei den untersuchten Personen deutlich. Lag nur einer der drei Risikofaktoren vor, betrug die mittlere Überlebenszeit 135&nbsp;Monate. Bei zwei Risikofaktoren sank sie auf 29 Monate. Waren alle drei Faktoren erfüllt, reduzierte sich das mediane Überleben auf drei Monate. „Das Prognosemodell mit seiner klaren Abstufung ist ein entscheidender Fortschritt. Es ermöglicht uns, Patientinnen und Patienten künftig deutlich präziser einschätzen und Therapien besser auf die individuelle Situation abstimmen zu können“, sagt Studienletztautor Professor Dr. Wolfang Wick, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik am UKHD sowie Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie an DKFZ und UKHD.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Immunschwäche und Krebserkrankung gleichermaßen berücksichtigen</span></h3><p><span>Bislang gibt es keine standardisierte Therapie für Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz-assoziiertem primärem ZNS-Lymphom. „Unsere Forschung gibt Hinweise darauf, welche Ansätze mit einem günstigeren Krankheitsverlauf verbunden sein könnten“, sagt Dr. Leon Kaulen. Patientinnen und Patienten, deren Immunschwäche zumindest teilweise ausgeglichen werden konnte – etwa durch Anpassung immununterdrückender Therapien oder die wirksame Behandlung einer bestehenden HIV-Infektion – und die außerdem eine kombinierte Chemotherapie mit den Wirkstoffen Rituximab und Methotrexat erhielten, sprachen häufig (85&nbsp;Prozent) gut auf die Therapie an. Zudem blieb die Krebserkrankung häufig langfristig stabil und war nicht mehr nachweisbar. „Unsere Daten deuten darauf hin, dass das Zusammenspiel von Tumor und geschwächtem Immunsystem eine zentrale Rolle spielt“, sagt Dr. Kaulen. „Beide Aspekte sollten bei der Behandlung gemeinsam berücksichtigt werden.“</span></p><p><span>„Mit der aktuellen Studie liegt erstmals eine belastbare Datengrundlage für diese seltene Erkrankung vor“, fasst Professor Wick zusammen. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zu einer präzisionsmedizinischen Versorgung auch bei seltenen Erkrankungen. Relevante und zukunftsweisende Forschung in seltenen Tumorentitäten ist oftmals nur in großen, internationalen Konsortien durchführbar. Die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit verdient daher unser ganz besonderes Augenmerk.“</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>Kaulen LD, Nayak L, Karschnia P et al. Immunodeficiency-associated primary CNS lymphomas: An International Primary CNS Lymphoma Collaborative Group (IPCG) Study. Blood (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1182/blood.2025031869" target="_blank"><span>https://doi.org/10.1182/blood.2025031869</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>Studie zu den unterschiedlichen epigenetischen Profilen von EBV-positiven und -negativen primären ZNS-Lymphomen, erschienen in </span><a href="https://doi.org/10.1093/neuonc/noae251" target="_blank"><span>„Neuro-Oncology“</span></a></p><p><span>Studie zur Genetik von ID-PZNSL, erschienen in </span><a href="https://doi.org/10.1007/s00401-023-02613-w" target="_blank"><span>„Acta Neuropathologica“</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/neurologische-klinik/" target="_blank"><span>Website der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD)</span></a></p><p><a href="https://www.dkfz.de/b320-kke-neuronkonlogie" target="_blank"><span>Website der Klinischen Kooperationseinheit Neuroonkologie an DKFZ und UKHD</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. Leon Kaulen</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg</span><br><span style="text-align:start;">Klinische Kooperationseinheit Neuroonkologie an DKFZ und UKHD</span><br><a href="mailto:leon.kaulen@med.uni-heidelberg.de" target="_blank"><span>leon.kaulen@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD,Onkologie,Neurologie,HPResearchUpdate]]></category>
            <pubDate>Thu, 02 Jul 2026 13:10:02 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 14 Jul 2026 15:45:37 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/142daffa-24eb-4d1f-a053-9fd4519a608f/zns-lymphom_blood-paper.png?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[Virus beeinflusst seltene Hirnlymphome]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Bei der pathologischen Untersuchung einer L&amp;auml;sion, die Kontrastmittel nur ungleich aufnimmt (linke Abbildung, umkreist), l&amp;auml;sst sich das Epstein-Barr-Virus (rechte Abbildung, braun angef&amp;auml;rbt) in den Lymphomzellen nachweisen. Abbildungen: Universit&amp;auml;tsklinikum Heidelberg]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>EU-gefördertes Forschungsprojekt zu Bauchspeicheldrüsenkrebs: Medizinische Fakultät Heidelberg nimmt Schlüsselrolle ein</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/eu-gefoerdertes-forschungsprojekt-zu-bauchspeicheldruesenkrebs-medizinische-fakultaet-heidelberg-nimmt-schluesselrolle-ein/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/eu-gefoerdertes-forschungsprojekt-zu-bauchspeicheldruesenkrebs-medizinische-fakultaet-heidelberg-nimmt-schluesselrolle-ein/</guid><pp:caseid>761978</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Die Europäische Union fördert das Projekt PALACROS im Rahmen ihres Forschungsprogramms „Horizon Europe“ mit knapp zehn Millionen Euro. Teil des Forschungsverbunds sind auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg: Am Europäischen Pankreaszentrum Heidelberg entwickeln sie neue Standards für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms. PALACROS wird vom Amsterdam University Medical Center (UMC) aus koordiniert.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span>Die Behandlungsmöglichkeiten beim lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinom weiterzuentwickeln, europaweit zu standardisieren und damit mehr Patientinnen und Patienten Zugang zu einer spezialisierten Pankreasoperation zu ermöglichen: Das sind die Ziele des neuen europäischen Forschungsverbunds PALACROS (Prioritising multimodal surgical care for patients with locally advanced pancreatic cancer across Europe), in den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) ihre Expertise auf diesem Gebiet einbringen. Das Projekt wird im Rahmen des EU-Forschungsprogramms „Horizon Europe“ über sechs Jahre mit knapp zehn Millionen Euro gefördert und vereint 21 Partner aus Wissenschaft, Klinik, Industrie und Patientenvertretung aus zwölf europäischen Ländern. Gemeinsam mit dem Amsterdam UMC, Niederlande, und der Universität Verona, Italien, zählt die Heidelberger Chirurgie zu den wissenschaftlich führenden Zentren des Konsortiums.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Innerhalb des Konsortiums übernimmt das Europäische Pankreaszentrum Heidelberg des UKHD zentrale Aufgaben darin, chirurgische Behandlungskonzepte für das lokal fortgeschrittene Pankreaskarzinom – ein Bauchspeicheldrüsenkrebs, der sich bereits innerhalb des Organs ausgebreitet hat – wissenschaftlich weiterzuentwickeln und europaweit zu implementieren. Projektleiter der Heidelberger Aktivitäten ist Privatdozent (PD) Dr. Thomas Hank, Oberarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Leiter der Forschungsgruppe Clinical and Translational Pancreatic Cancer Prognostics (PCP) der Medizinischen Fakultät Heidelberg am Europäischen Pankreaszentrum Heidelberg.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Mit rund 700 Pankreasresektionen, operativen Teilentfernungen des erkrankten Gewebes, pro Jahr zählt das Europäische Pankreaszentrum Heidelberg zu den größten und angesehensten Zentren Europas. Internationale Sichtbarkeit besitzt Heidelberg insbesondere in der chirurgischen Behandlung des lokal fortgeschrittenen Pankreaskarzinoms nach vorangegangener (neoadjuvanter) Chemotherapie. Heidelberger Chirurginnen und Chirurgen haben in den vergangenen Jahren entscheidend dazu beigetragen, operative Strategien für Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln, deren Tumoren noch vor wenigen Jahren nicht entfernt werden konnten, und damit neue Perspektiven für eine bessere und möglicherweise langfristig wirksame Behandlung eröffnet.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>„Das lokal fortgeschrittene Pankreaskarzinom gehört zu den größten Herausforderungen der modernen Viszeralchirurgie. Durch multimodale Therapiekonzepte – zum Beispiel mit speziellen neoadjuvanten Chemotherapien – können heute deutlich mehr Patientinnen und Patienten mit gutem Ergebnis operiert werden als noch vor wenigen Jahren. Mit PALACROS wollen wir diese Entwicklung wissenschaftlich weiter vorantreiben und gemeinsam mit unseren europäischen Partnern neue Standards für die chirurgische Behandlung dieser Tumorerkrankung etablieren“, sagt PD Dr. Thomas Hank.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Im Mittelpunkt von PALACROS stehen drei internationale klinische Studien zu neuen Behandlungskonzepten. Ziel ist es, die wissenschaftliche Grundlage für europaweit einheitliche Behandlungsstandards zu schaffen und deren Umsetzung in die klinische Versorgung zu beschleunigen. Aufbauend auf der langjährigen Erfahrung am Europäischen Pankreaszentrum und der Sektion Pankreaschirurgie unter der Leitung von Professor Dr. Martin Loos entwickelt das Heidelberger Team ein internationales Ausbildungs- und Mentoringprogramm. Damit sollen die Expertise führender europäischer Zentren systematisch weitergegeben und einheitliche Qualitätsstandards etabliert werden. Gleichzeitig arbeiten die Heidelberger Forschenden gemeinsam mit ihren europäischen Partnern daran, erfolgreiche Therapiestrategien rasch in die klinische Versorgung und internationale Leitlinien zu überführen.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>„Forschung, Innovation und exzellente Patientenversorgung gehen in Heidelberg seit vielen Jahren Hand in Hand. Dass wir eine führende Rolle in diesem europäischen Großprojekt übernehmen, ist Ausdruck der wissenschaftlichen Exzellenz und der hohen chirurgischen Expertise unseres Teams“, sagt Professor&nbsp;Dr.&nbsp;Christoph Michalski, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie des UKHD. Zum Heidelberger PALACROS-Team gehören neben PD Dr. Thomas Hank auch Dr. Katharina Marstaller und Dr. Ingmar Rompen, die gemeinsam die wissenschaftlichen Aktivitäten des Europäischen Pankreaszentrums innerhalb des europäischen Konsortiums maßgeblich mitgestalten.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/chirurgische-klinik-zentrum/allgemein-viszeral-und-transplantationschirurgie/" target="_blank">Website der Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am UKHD</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/chirurgische-klinik-zentrum/allgemein-viszeral-und-transplantationschirurgie/ueber-uns/sektionen/pankreaschirurgie" target="_blank">Website der Sektion Pankreaschirurgie am UKHD</a></p><p><a href="https://www.epz-heidelberg.de" target="_blank">Website des Europäischen Pankreaszentrums (EPZ)</a></p><p><a href="https://cordis.europa.eu/project/id/101288659" target="_blank">Projektinformationen im CORDIS-System <span style="text-align:start;">der Europäischen Kommission</span></a></p><p><a href="https://www.amsterdamumc.org/en/research/institutes/cancer-center-amsterdam/news/large-european-grant-for-improved-surgical-and-oncological-treatment-of-pancreatic-cancer-palacros" target="_blank">Pressemitteilung des Amsterdam UMC</a></p><h3>Kontakt</h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Privatdozent (PD) Dr. Thomas Hank</span><br><span>Leiter der Forschungsgruppe Clinical and Translational Pancreatic Cancer Prognostics (PCP) der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie und Europäisches Pankreaszentrum Heidelberg, Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><a href="mailto:thomas.hank@med.uni-heidelberg.de" target="_blank"><span>thomas.hank@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p style="margin-left:0cm;">&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Chirurgie,Forschung,Onkologie,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Wed, 01 Jul 2026 15:38:33 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 01 Jul 2026 13:51:26 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Dr. Felix Kommoss ist Rudolf-Virchow-Preisträger 2026</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/dr-felix-kommoss-ist-rudolf-virchow-preistraeger-2026/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/dr-felix-kommoss-ist-rudolf-virchow-preistraeger-2026/</guid><pp:caseid>761510</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Für seine Forschung zur Entstehung seltener bösartiger Tumoren beim erblichen DICER1-Tumorprädispositionssyndrom ist Dr. Felix Kommoss mit dem Rudolf-Virchow-Preis der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) ausgezeichnet worden – dem wichtigsten deutschen Forschungspreis auf dem Gebiet der Pathologie. Dr. Kommoss forscht an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und ist Oberarzt und Sektionsleiter für Gynäkopathologie am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Das DICER1-Tumorprädispositionssyndrom ist eine seltene erbliche Erkrankung, die das Risiko für verschiedene Tumoren erhöht. Hintergrund sind Veränderungen am Gen DICER1, das am gesunden Zellwachstum und der Zellteilung im menschlichen Körper beteiligt ist. Bei den Betroffenen treten bereits im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter Tumoren auf und zeigen zum Teil einen aggressiven Verlauf. Gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam identifizierte Dr. Felix Kommoss eine Gruppe von Vorläuferzellen des Bindegewebes als möglichen Ursprung DICER1-Syndrom-assoziierter Tumoren und zeichnete nach, wie sich daraus unterschiedliche Tumorzelltypen entwickeln. „Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, die Entstehung dieser bislang wenig erforschten Tumoren besser zu verstehen und langfristig Grundlagen für neue diagnostische und therapeutische Ansätze zu schaffen“, sagt Dr. Felix Kommoss.</p><p>In der prämierten Studie ermittelten die Forschenden im Mausmodell, aus welchen Zellen die Tumoren hervorgehen, wo sich diese Zellen im Gewebe befinden und wie sie sich im Verlauf ihrer Entwicklung verändern. Die im Fachjournal <a href="https://www.nature.com/articles/s41467-026-70971-6" target="_blank">Nature Communications</a> veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sich aus bestimmten Vorläuferzellen des Bindegewebes unterschiedliche Tumorzelltypen entwickeln, darunter muskelähnliche Zellen sowie besonders rasch wachsende Tumorzellen, die mit einem aggressiveren Verlauf der Erkrankung verbunden sind. Vergleichbare Zellpopulationen und Entwicklungswege ließen sich auch in menschlichen Tumorproben nachweisen.</p><p>Die Grundlage für die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Studie legte Dr. Felix Kommoss während seiner Zeit als Postdoktorand in der Arbeitsgruppe von Professor David Huntsman an der University of British Columbia, Kanada, und bei BC Cancer, einer kanadischen Organisation für Krebsmedizin und -forschung mit Sitz in Vancouver. Der mit 5.000 Euro dotierte Rudolf-Virchow-Preis wird alljährlich von der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP) verliehen – an Forschende unter 40 Jahren und für eine noch nicht oder erst gerade veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit.</p><p>&nbsp;</p><h3>Originalpublikation</h3><p><strong>&nbsp;</strong>Kommoss FKF, Zhang JYH, Lynch BJ et al. <span>Spatial single cell transcriptomic analysis informs tumor developmental hierarchy of DICER1 syndrome related sarcoma. </span>Nat Commun 17, 4608 (2026). <a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-70971-6" target="_blank">https://doi.org/10.1038/s41467-026-70971-6</a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.pathologie-dgp.de/die-dgp/aktuelles/meldung/united-in-science-rueckblick-auf-die-109-dgp-jahrestagung-in-augsburg/" target="_blank">Rückblick auf die Preisverleihung auf der Website der DGP</a></p><p><a href="https://www.pathologie-dgp.de/die-dgp/rudolf-virchow-stiftung/#c117" target="_blank">Informationen zum Rudolf-Virchow-Preis</a></p><p><a href="http://www.uniklinikum-hd.de/pathologie" target="_blank">Website des Pathologischen Instituts am UKHD</a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. Felix Kommoss</span><br>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg<br><span>Sektionsleiter Gynäkologische Pathologie</span><br><span>Abt. Allgemeine Pathologie und path. Anatomie, Pathologisches Institut</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><span>+49 6221 56-32516</span><br><a href="mailto:felix.kommoss@med.uni-heidelberg.de" target="_blank"><span>felix.kommoss@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung,HPResearchUpdate]]></category>
            <pubDate>Mon, 29 Jun 2026 11:16:57 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 14 Jul 2026 15:42:57 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Neue Immuntherapie könnte Knochenmarkkrebs „Multiples Myelom“ langfristig zurückdrängen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neue-immuntherapie-koennte-knochenmarkkrebs-multiples-myelom-langfristig-zurueckdraengen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/neue-immuntherapie-koennte-knochenmarkkrebs-multiples-myelom-langfristig-zurueckdraengen/</guid><pp:caseid>761394</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Eine multizentrische Studie der Universitätskliniken Heidelberg und Würzburg macht Hoffnung auf eine wirksamere Behandlung des Multiplen Myeloms. Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Würzburg kombinierten Standardtherapien in der Erstbehandlung von Patientinnen und Patienten, die für eine Stammzelltransplantation in Frage kamen, mit einer neuartigen Immuntherapie: Der bispezifische Antikörper Teclistamab koppelt Abwehr- mit Tumorzellen und löst so eine zielgerichtete Immunreaktion aus. Bereits nach wenigen Monaten waren bei den Patientinnen und Patienten selbst mit empfindlichsten Methoden keine Tumorzellen mehr nachweisbar. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehen darin einen möglichen Schritt hin zu einer besseren Langzeitkontrolle der Erkrankung. Die Ergebnisse sind jetzt in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlicht worden.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Dank intensiver Forschung haben sich in den letzten Jahren die Behandlungsergebnisse bei einem neu diagnostiziertem Multiplem Myelom deutlich verbessert. Dennoch erreichen viele Patientinnen und Patienten keine vollständige und dauerhafte Krankheitskontrolle, eine sogenannte tiefe Remission, und erleiden einen Rückfall. Eine neue Immuntherapie könnte dazu beitragen, die tiefe Remission schneller und effektiver zu erreichen: In der multizentrischen Deutschen Myelomstudie der Universitätskliniken Heidelberg (UKHD) und Würzburg (UKW) untersuchten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Standorte den Einsatz des bispezifischen Antikörpers Teclistamab in Kombination mit der Standardtherapie. Teclistamab bringt Immunzellen in engen Kontakt mit Myelomzellen, indem er gleichzeitig an Oberflächenstrukturen von Krebszellen und T-Zellen des Immunsystems bindet. Das aktiviert die T-Zellen und sie zerstören die Myelomzellen.</span></p><p><span>Insgesamt nahmen 49 Patientinnen und Patienten aus Heidelberg, Würzburg und neun weiteren deutschen Myelomzentren</span> <span>an der Phase-II-Studie teil. Alle Teilnehmenden kamen für eine Stammzelltransplantation infrage. Der primäre Endpunkt, also das wichtigste Studienziel, war die Sicherheit: Wie verträglich ist Teclistamab in Kombination mit den anderen Wirkstoffen? Darüber hinaus wurde die Wirksamkeit untersucht: Wie sprechen die Patientinnen und Patienten auf die Behandlung an?</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Bispezifischer Antikörper Teclistamab ergänzt Standardtherapie</span></h3><p><span>Die Patientinnen und Patienten erhielten Teclistamab in Kombination mit Daratumumab, Lenalidomid und teilweise Bortezomib. Alle drei Medikamente sind Bestandteil der gängigen Standardtherapie bei neu diagnostiziertem Multiplem Myelom. Der Antikörper Daratumumab markiert die Krebszellen für das Immunsystem, das Krebsmedikament Bortezomib stört lebenswichtige Abbauprozesse in den Tumorzellen, Lenalidomid aktiviert das Immunsystem und hemmt das Tumorwachstum. Auf mehrere Zyklen dieser Kombinationstherapie folgt in der Regel nach einer hochdosierten Chemotherapie die Transplantation zuvor entnommener, patienteneigener Blutstammzellen. &nbsp;</span></p><p><span>Alle Patientinnen und Patienten sprachen auf die Behandlung an. In sämtlichen Knochenmarksproben, die das Team nach sechs Monaten untersuchte, waren unter einer Million Knochenmarkzellen keine Tumorzellen mehr zu finden. Die sogenannte Minimale Resterkrankung (Minimal Residual Disease, MRD), die an der Anzahl der verbliebenen Myelomzellen pro einer Million Knochenmarkzellen gemessen wird, fiel damit negativ aus – was auf Basis zahlreicher internationaler Studien als ein starker Prädiktor für den Behandlungserfolg gewertet wird: Patientinnen und Patienten, die diesen Zustand erreichen, haben in der Regel längere krankheitsfreie Phasen und überleben länger als Betroffene ohne MRD-Negativität.</span></p><p><span>„Bei einer sehr geringen Resterkrankung nach der derzeitigen Standardtherapie geht man aktuell von mehreren Jahren ohne Fortschreiten der Erkrankung bei der Mehrzahl der Patientinnen und Patienten aus. Bei einer MRD-Negativität ist die Hoffnung auf eine längere Krankheitskontrolle berechtigt“, sagt Studienleiter Professor Dr. Marc-Steffen Raab, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, Leiter des Myelomzentrums an der </span>Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie <span>des UKHD und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg sowie Erstautor der Publikation.</span> <span>„Bislang konnte ein negativer MRD-Befund nur bei etwa 65 Prozent der Patientinnen und Patienten erreicht werden – und das auch erst nach monatelanger oder jahrelanger Therapie. In unserer Studie haben wir diese tiefe Remission jedoch bereits bei der ersten Testung nach drei Monaten beobachtet und mit genetischen Verfahren nach sechs Monaten bestätigt.“</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Vom unheilbaren zum kontrollierbaren Krebs?</span></h3><p><span>„Da nicht von allen unserer 49 Probandinnen und Probanden zu allen Zeitpunkten eine Knochenmarkprobe vorlag, können wir nur von einer MRD-Negativität von über 90 Prozent sprechen. Gemessen an den analysierten Knochenmarkproben sind jedoch 100 Prozent MRD-negativ,“</span> so <span>Professor Dr. Leo Rasche, Oberarzt in der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) und Letztautor der Studie. Zwar entwickelten fast alle Patientinnen und Patienten die bei der Standardtherapie erwartbaren Nebenwirkungen unter anderem mit Fieber, Infektionen und Veränderungen im Blutbild. Diese waren jedoch gut beherrschbar.</span></p><p><span>Das Ergebnis muss nun in einer randomisierten Phase-III-Studien bestätigt werden, die ab Juli 2026 an 60 Standorten in Deutschland in erneuter Zusammenarbeit der beiden Studiengruppen durchgeführt werden wird. „Darüber hinaus ist es sehr sinnvoll zu klären, ob einzelne Wirkstoffe der Kombinationstherapie verzichtbar sind oder die Therapie verkürzt werden kann, wenn die Patientinnen und Patienten bereits nach drei Monaten so gut auf den bispezifischen Antikörper ansprechen. Das wäre mit Blick auf die Lebensqualität eine große Entlastung für die Betroffenen“, sagt Prof. Rasche.</span></p><p><span>„Diese Studienergebnisse könnten maßgeblich dazu beitragen, aus dem Multiplen Myelom mithilfe moderner Immuntherapien endlich eine langfristig kontrollierbare Erkrankung zu machen. Zukünftig könnten wir bei unseren Patientinnen und Patienten ähnlich wie beim Hodgkin-Lymphom oder der chronischen myeloischen Leukämie eine extrem tiefe Remission erreichen – das wäre ein enormer Schritt nach vorne“, ergänzt Privatdozent Dr. Niels Weinhold, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Arbeitsgruppenleiter am Myelomzentrum Heidelberg.</span></p><p><span>Die Studie ist der erste Report einer Deutschen Myelomstudie, in der das UKHD und das UKW ihre beiden Studiengruppen zum Multiplen Myelom zusammengeführt haben: die von Heidelberg aus koordinierte German-Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG) unter Leitung von Prof. Raab und die in Würzburg ansässige Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom (DSMM), wo die Studie von Prof. Rasche gemeinsam mit Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II und</span> <span>Sprecher des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) der WERA-Allianz, sowie </span>Martin Kortüm, Leiter der Translationalen Myelomforschung, vorangetrieben wurde<span>.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Literatur</span></h3><p>Raab, M.S., Weinhold, N., Kortüm, K.M. et al. <span>Teclistamab-based induction treatment in transplant-eligible, newly diagnosed multiple myeloma: a phase 2 trial. </span>Nat Med (2026). <a href="https://doi.org/10.1038/s41591-026-04471-x" target="_blank">https://doi.org/10.1038/s41591-026-04471-x</a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/forschung/forschungsbereich-multiples-myelom" target="_blank"><span>Klinische und translationale Forschung Myelomzentrum&nbsp;Heidelberg am UKHD</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/behandlungsspektrum/haematologie/multiples-myelom/myelomzentrum-heidelberg" target="_blank"><span>Myelomzentrum Heidelberg &nbsp;an der Medizinischen Klinik V des UKHD</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie" target="_blank"><span>Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am UKHD</span></a></p><p>Studiengruppe <a href="https://gmmg.info/" target="_blank"><span>GMMG Heidelberg</span></a></p><p><a href=" https://www.ukw.de/medizinische-klinik-ii/myelomzentrum/startseite/" target="_blank">Myelomzentrum Würzburg am UKW&nbsp;</a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Prof. Dr. Marc-Steffen Raab</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Leiter des Myelomzentrums</span><br><span>Klinik für Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie (Medizinischen Klinik V)</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><span>E-Mai: </span><a href="mailto:Marc.Raab@med.uni-heidelberg.de" target="_blank">Marc.Raab@med.uni-heidelberg.de</a></p><p><span>Prof. Dr. Leo Rasche</span><br><span>Medizinische Klinik und Poliklinik II</span><br><span>Universitätsklinikum Würzburg (UKW)</span><br><span>E-Mail: </span><a href="mailto:Rasche_L@ukw.de" target="_blank">Rasche_L@ukw.de</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 15:41:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 30 Jun 2026 06:32:02 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Vier Promovierende der Universität Heidelberg bei der Nobelpreisträgertagung in Lindau</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vier-promovierende-der-universitaet-heidelberg-bei-der-nobelpreistraegertagung-in-lindau/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/vier-promovierende-der-universitaet-heidelberg-bei-der-nobelpreistraegertagung-in-lindau/</guid><pp:caseid>759075</pp:caseid><pp:subtitle>Jana Braunger, Tim Schubert, Laura Rueda Gensini und Nathan Trausch nehmen an interdisziplinärer Jubiläumsveranstaltung teil</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Gelegenheit zum Austausch mit herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben vier Promovierende der Universität Heidelberg. Sie nehmen an der 75. Nobelpreisträgertagung teil, die vom 28. Juni bis zum 3. Juli 2026 in Lindau stattfindet. Jana Braunger, Tim Schubert, Laura Rueda Gensini und Nathan Trausch gehören zu den rund 600 jungen Forscherinnen und Forschern, die sich aufgrund ihrer hervorragenden akademischen Leistungen in einem mehrstufigen Bewerbungs- und Auswahlverfahren durchgesetzt haben. Die Jubiläumsveranstaltung am Bodensee mit mehr als 70 Laureatinnen und Laureaten – darunter der Heidelberger Physiker Prof. Dr. Stefan Hell, Träger des Nobelpreises für Chemie – bietet ein mehrtägiges interdisziplinäres Programm mit Vorlesungen und Podiumsdiskussionen sowie die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung und Vernetzung. – Pressemitteilung der Universität Heidelberg</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<h3>Jana Braunger</h3><p>Jana Braunger ist Mitglied der Arbeitsgruppe von Juniorprofessorin Dr. Britta Velten am Centre for Organismal Studies (COS) der Universität Heidelberg. Sie entwickelt computergestützte Methoden zur Analyse von CRISPR-Screening-Daten aus Einzelzellen. Die 27-Jährige arbeitet an einem Modell des Maschinellen Lernens, mit dem sich besser nachvollziehen lässt, wie sich bestimmte genetische Veränderungen auf die Genexpression auswirken. Ihr Ziel ist es, diese Analysen zuverlässiger und besser interpretierbar zu machen und so zu einem besseren Verständnis der Genregulation beizutragen. Jana Braunger studierte Molekulare Biotechnologie an der Universität Heidelberg und Biomathematik an der Universität Greifswald. Seit 2023 promoviert sie am COS.</p><p>&nbsp;</p><h3>Tim Schubert</h3><p>Tim Schubert studiert Humanmedizin an der Universität Heidelberg und promoviert in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Christian Schaaf am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikums Heidelberg. Der 25-Jährige forscht zu der Frage, wie genetische Veränderungen die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Ziel seiner Arbeit ist es, neben einem Verständnis von Krankheitsmechanismen auch neue Ansätze für frühere Diagnosen und individuelle Therapien zu ermöglichen. Während seines Studiums sammelte er internationale Studien- und Forschungserfahrungen, unter anderem an der University of Cambridge sowie an der Harvard University. Tim Schubert ist Mitgründer des Lehrprojektes „Situs Inversus“. Dabei stellen Medizinstudierende kostenlos Lernangebote in Form eines Podcasts bereit.</p><h3>Laura Rueda Gensini</h3><p>Mit Laura Rueda Gensini und Nathan Trausch sind zwei Promovierende bei der Tagung dabei, die am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in der Arbeitsgruppe von Dr. Moritz Mall sowie an der Universität Heidelberg forschen. Im Mittelpunkt der Arbeit von Laura Rueda Gensini steht die Frage, wie sich das Glioblastom – eine aggressive Form des Hirntumors – mit der Zeit verändert und anpasst. Mithilfe von Single-Cell Genomik-Ansätzen untersucht sie die Genregulationsmechanismen, die die verschiedenen Zellzustände steuern und so den Krankheitsverlauf beeinflussen. Ziel der Arbeit ist es, neue Strategien zur Vorhersage und zu einer möglichen Beeinflussung der Tumorentwicklung zu identifizieren. Die 28-Jährige hat Biomedizintechnik an der Universidad de Los Andes in Bogotá (Kolumbien) studiert. Seit 2022 promoviert sie am DKFZ sowie an der Ruperto Carola.</p><p>&nbsp;</p><h3>Nathan Trausch</h3><p>Nathan Trausch befasst sich mit den genregulatorischen Mechanismen, die dazu führen, dass sich Stammzellen zu spezialisierten Zellen – insbesondere zu Neuronen – entwickeln und diese „zelluläre Identität“ beibehalten. Verantwortlich dafür sind sogenannte „Safeguard“-Proteine, die jene Gene unterdrücken, die sonst die Differenzierung in nicht-neuronale Zellen befördern würden. Eine Beeinträchtigung dieser Mechanismen kann mit neuroentwicklungsbiologischen Störungen, beispielsweise der Autismus-Spektrum-Störung, oder der Entstehung von Krebszellen verbunden sein. Für seine Dissertation untersucht der 25-Jährige seit Juni 2026 uncharakterisierte sowie bekannte „Safeguards“, unter anderem mit Hilfe von CRISPR-Screens, neuronalen Organoiden und Optogenetik. Zuvor hat er in Marburg Humanbiologie und in Heidelberg Molecular Biosciences studiert.</p><p>Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen wurden 1951 ins Leben gerufen. Seit 1953 werden auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu den jährlichen Tagungen eingeladen. Ziel ist es, den Austausch zwischen unterschiedlichen Generationen, wissenschaftlichen Disziplinen und Kulturen zu fördern und die Bedeutung der Wissensgesellschaft hervorzuheben.</p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.uni-heidelberg.de/de/newsroom/vier-promovierende-der-universitaet-heidelberg-bei-der-nobelpreistraegertagung-in-lindau" target="_blank">Pressemitteilung der Universität Heidelberg</a></p><p><a href="https://www.lindau-nobel.org/de" target="_blank">Lindauer Nobelpreisträgertagung</a></p><p><a href="https://www.cos.uni-heidelberg.de/de/forschungsgruppen/data-science-in-der-biologie Forschungsgruppe" target="_blank">Forschungsgruppe Britta Velten</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/humangenetik/forschung/genetik-neurologischer-entwicklungsstoerungen Forschungsgruppe " target="_blank">Forschungsgruppe Christian Schaaf</a></p><p><a href="https://www.dkfz.de/engineering-von-zellidentitaeten-und-krankheitsmodellen" target="_blank">Forschungsgruppe Moritz Mall</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,UNI-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Thu, 25 Jun 2026 15:19:06 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 26 Jun 2026 07:57:23 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Post-Covid-Syndrom: Blutwäsche zeigt in Studie keinen Nutzen für Betroffene</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/post-covid-syndrom-blutwaesche-zeigt-in-studie-keinen-nutzen-fuer-betroffene/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/post-covid-syndrom-blutwaesche-zeigt-in-studie-keinen-nutzen-fuer-betroffene/</guid><pp:caseid>758384</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Eine aktuell in The Lancet Regional Health – Europe veröffentlichte Studie stellt den Nutzen der Immunadsorption – einer speziellen Blutwäsche – beim Post-COVID-Syndrom infrage. Zwar lassen sich die als mögliche Krankheitsauslöser diskutierten Autoantikörper aus dem Blut entfernen, die Beschwerden der Betroffenen verbessern sich dadurch jedoch nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) sieht darin einen wichtigen Beitrag zu einer evidenzbasierten Bewertung von Therapien für Menschen mit Post-COVID-Syndrom. </strong></span><strong>–</strong><span style="text-align:left;"><strong>&nbsp;</strong></span><span><strong>Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN)</strong></span><br>&nbsp;</p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Das Post-COVID-Syndrom (PCS) kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Viele Patientinnen und Patienten leiden noch Monate oder Jahre nach einer SARS-CoV-2-Infektion unter anhaltender Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit. Die Erkrankung kann sich auch erheblich auf die Arbeitsfähigkeit auswirken: Laut Studien konnten zwölf Wochen oder länger nach der Infektion nur rund 61 Prozent der Betroffenen wieder in den Beruf zurückkehren. Da die Ursachen des Krankheitsbildes bislang nicht vollständig verstanden sind, wird intensiv nach biologischen Auslösern gesucht. Im Fokus stehen dabei unter anderem Autoantikörper gegen G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR), die möglicherweise an den anhaltenden Beschwerden beteiligt sein könnten.</span></p><p><span>Die Vermutung, dass solche Autoantikörper eine Rolle spielen könnten, hat bei vielen Betroffenen Hoffnungen auf spezielle Blutwäsche-Verfahren geweckt. Bei der so genannten Immunadsorption und der Plasmapherese wird das Blut außerhalb des Körpers über Filtersysteme geleitet, um bestimmte Antikörper zu entfernen. „Zahlreiche Patientinnen und Patienten haben sich bereits diesen aufwendigen Behandlungen unterzogen – oft in der Hoffnung auf eine Linderung ihrer Beschwerden. Ob die Entfernung der Autoantikörper tatsächlich einen therapeutischen Nutzen bringt, war bislang jedoch nicht durch kontrollierte Studien belegt“, erklärt Professor Dr. med. Julia Weinmann-Menke, Ärztliche Direktorin der Klinik für Nephrologie am Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg, Vorstand der DGfN und Initiatorin der Studie.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Autoantikörper entfernt – Beschwerden bleiben bestehen</span></h3><p><span>Die nun veröffentlichte IAMPOCO-Studie liefert erstmals belastbare Daten zur Wirksamkeit der Immunadsorption bei Post-COVID. An der Untersuchung nahmen 40 Betroffene teil, die sowohl eine echte Behandlung als auch eine Scheintherapie erhielten. Das Ergebnis: Die Immunadsorption entfernte die untersuchten Autoantikörper zwar erfolgreich aus dem Blut. Die Beschwerden der Patientinnen und Patienten verbesserten sich dadurch jedoch nicht. Im Vergleich zur Scheinbehandlung wurden weder die ausgeprägte Erschöpfung noch Konzentrationsprobleme, körperliche Belastbarkeit oder Einschränkungen im Alltag durch die Behandlung positiv beeinflusst. „Diese Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der an Post-COVID leidenden Patienten eher nicht von einer Immunadsorption profitieren wird“, so Weinmann-Menke.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Wichtige Orientierung für Betroffene und weitere Forschung</span></h3><p><span>Die Ergebnisse sind auch deshalb bedeutsam, weil Immunadsorption und Plasmapherese aufwendige Eingriffe sind. Die Behandlungen dauern mehrere Stunden und sind nicht frei von Risiken. In der Studie traten unter der Immunadsorption mehr Nebenwirkungen auf als unter der Scheinbehandlung. Hinzu kommt, dass die untersuchten Autoantikörper nicht nur bei Menschen mit Post-COVID vorkommen, sondern auch bei anderen Erkrankungen und sogar bei gesunden Personen nachweisbar sind. Da Antikörper fortlaufend neu bildet werden, führt ihre vorübergehende Entfernung somit nicht zwangsläufig zu einer dauerhaften Besserung der Beschwerden, stattdessen müssen die Behandlungen häufig wiederholt werden.</span></p><p><span>Die Autorinnen und Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass sich die Immunadsorption nach aktuellem Kenntnisstand nicht als allgemeine Therapie für das Post-COVID-Syndrom eignet. Gleichzeitig unterstreichen die Ergebnisse die Notwendigkeit weiterer Forschung. „Post-COVID ist ein komplexes und heterogenes Krankheitsbild“, so Weinmann-Menke. „Um wirksame Behandlungen für die vielen Betroffenen zu entwickeln, müssen die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen weiter systematisch untersucht werden.“</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Literatur</span></h3><p><span>Stortz M, Kommer A, Meineck M et al. Immunoadsorption Versus Sham Treatment for Post-COVID Syndrome: A Randomised Sham-Controlled Crossover Trial. Lancet Reg Health Eur. 2026;67:101744. </span><a href="https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2026.101744" target="_blank"><span>doi:10.1016/j.lanepe.2026.101744</span></a></p><p><span>Ottiger M, Poppele I, Sperling N, Schlesinger T, Müller K. Work ability and return-to-work of patients with post-COVID-19: a systematic review and meta-analysis. BMC Public Health. 2024;24:1811. </span><a href="https://doi.org/10.1186/s12889-024-19328-6" target="_blank"><span>doi:10.1186/s12889-024-19328-6</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.dgfn.eu/pressemeldung/post-covid-syndrom-blutwaesche-zeigt-in-studie-keinen-nutzen-fuer-betroffene.html" target="_blank">Pressemitteilung der DGFN</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,Dritte-PM,Forschung]]></category>
            <pubDate>Mon, 22 Jun 2026 10:31:45 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 22 Jun 2026 08:31:45 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>COPLANT-Studie begrüßt 3.000. Teilnehmerin in Heidelberg</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/coplant-studie-begruesst-3000-teilnehmerin-in-heidelberg/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/coplant-studie-begruesst-3000-teilnehmerin-in-heidelberg/</guid><pp:caseid>758347</pp:caseid><pp:subtitle>Nächster Meilenstein für die deutschlandweit größte Studie zu pflanzenbasierter Ernährung</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span style="text-align:start;"><strong>Die COPLANT-Studie (COhort on PLANT-based diets) hat einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Schon 3.000 Menschen nehmen mittlerweile an der bisher größten Studie zu pflanzenbasierter Ernährung im deutschsprachigen Raum teil – Tendenz steigend. Die Studie wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (</strong></span><abbr title="Bundesinstitut für Risikobewertung"><span style="text-align:start;"><strong>BfR</strong></span></abbr><span style="text-align:start;"><strong>), dem Max Rubner-Institut (</strong></span><abbr title="Max Rubner-Institut"><span style="text-align:start;"><strong>MRI</strong></span></abbr><span style="text-align:start;"><strong>) sowie den Universitäten Jena, Bonn, Heidelberg, Regensburg und Wien durchgeführt. – Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span style="text-align:start;">„Die hohe Teilnehmerzahl bezeugt das große Interesse an wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zu pflanzenbasierter Ernährung“, so Professorin Ina Danquah, Studienleiterin des COPLANT-Studienzentrums am Heidelberger Institut für Global Health (HIGH) der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. „Gemeinsam mit den Teilnehmenden schaffen wir die Grundlage für evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen, die Gesundheit, Umwelt und Gesellschaft gleichermaßen berücksichtigen.“ Auch Professorin Cornelia Weikert, Leiterin des Studienzentrums in Berlin am&nbsp;</span><abbr title="Bundesinstitut für Risikobewertung"><span style="text-align:start;">BfR</span></abbr><span style="text-align:start;">&nbsp;betont: „Die COPLANT-Studie ist ein zentraler Baustein, um bestehende Datenlücken zu schließen. Nur mit einer solchen Breitenwirkung können wir belastbare Aussagen zu den Vor- und Nachteilen verschiedener Ernährungsformen treffen.“&nbsp;</span>Ziel der Studie ist es, neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen veganer, vegetarischer, pescetarischer (vegetarisch mit Fisch) und omnivorer (tierische und pflanzliche Mischkost) Ernährungsweisen zu gewinnen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen für eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise zu entwickeln.</p><p style="text-align:start;">&nbsp;</p><h3 style="text-align:start;"><span>Was wird untersucht?</span></h3><p style="text-align:start;">Die COPLANT-Studie erforscht unter anderem, wie sich die einzelnen Ernährungsweisen auf den Körperfettanteil, die Muskelmasse und die Knochengesundheit auswirken. Unterscheidet sich die Aufnahme von unerwünschten Stoffen bei pflanzenbasierten Ernährungsweisen von der einer Mischkost? Welche Vitamine und Mineralstoffe werden ausreichend aufgenommen und welche kommen möglicherweise zu kurz? Was passiert im Stoffwechsel, wenn vollständig auf tierische Lebensmittel verzichtet wird oder wenn mehr Milch- und Fleischersatzprodukte integriert werden? Außerdem möchten die Forschenden herausfinden, mit welchen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen die Ernährungsweisen verbunden sind. In Heidelberg sind die Forschenden besonders daran interessiert, wie Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen pflanzenbasierte Ernährung umsetzen.</p><p style="text-align:start;">&nbsp;</p><h3 style="text-align:start;"><span>Datenerhebung per App</span></h3><p style="text-align:start;">Die Ernährung wird von allen Teilnehmenden mit einer speziell für die Studie angepassten App dokumentiert. Anders als in bisherigen Studien kann hierbei auch der Verzehr von neuartigen veganen und vegetarischen Lebensmitteln umfassend ermittelt werden. Um die Nährstoffversorgung zu beurteilen, werden Biomarker in Blut und Urin untersucht. Es soll sich auch zeigen, ob die jeweilige Ernährungsweise mit einer unterschiedlichen Aufnahme von unerwünschten Stoffen wie etwa Schwermetallen oder Schimmelpilzgiften einhergeht.&nbsp;</p><p style="text-align:start;">Die COPLANT-Studie sucht weiterhin interessierte Teilnehmende im Alter von 18 bis 69 Jahren.<span>&nbsp;</span>Auch Schwangere, Stillende und Familien mit Kindern können mitmachen und so einen wichtigen Beitrag für die Forschung auf dem Gebiet der pflanzenbasierten Ernährung leisten. Zudem erhalten sie Informationen zum eigenen Gesundheitszustand. Weitere Informationen zur Studienteilnahme sind unter&nbsp;<a href="https://www.coplant-studie.de/studienteilnahme/" target="_blank"><span dir="ltr">https://www.coplant-studie.de/studienteilnahme/</span></a><span>&nbsp;</span>verfügbar.</p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.coplant-studie.de/studienteilnahme/" target="_blank">Informationen zur Studienteilnahme</a></p><p><a href="https://www.bfr.bund.de/presseinformation/coplant-studie-begruesst-3000-teilnehmerin-in-heidelberg/" target="_blank">Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung</a></p><h3 style="text-align:start;">Kontakt für Rückfragen</h3><p style="text-align:start;">Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin<br><span>+49(0)30/184 12-550 11</span><br><a href="https://www.bfr.bund.de/presseinformation/coplant-studie-schwangere-und-stillende-fuer-teilnahme-in-berlin-und-jena-gesucht/" target="_blank"><span>coplant@bfr.bund.de</span></a></p><p style="text-align:start;">Studienzentrum am Heidelberger Institut für Global Health (HIGH)<br>Universität Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg<br>+49(<span>0)228 731970</span><br><a href="https://www.coplant-studie.de/coplant-studie/ruprecht-karls-universitaet-heidelberg/" target="_blank"><span>info-coplant@uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,Dritte-PM,Forschung]]></category>
            <pubDate>Thu, 18 Jun 2026 13:36:51 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Thu, 18 Jun 2026 11:36:51 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>KI-Agent MIRA unterstützt als Co-Pilot klinische Abläufe in elektronischen Patientenakten</title>
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                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ki-agent-mira-unterstuetzt-als-co-pilot-klinische-ablaeufe-in-elektronischen-patientenakten/</guid><pp:caseid>758323</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Die nächste Stufe medizinischer KI zeigen Forschende des Else Kröner Fresenius Zentrums (EKFZ) für Digitale Gesundheit an der Technischen Universität Dresden (TUD) und dem Dresdner Universitätsklinikum in einer jetzt in Nature veröffentlichten Studie, an der auch Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg beteiligt waren. Das Team um Prof. Jakob N. Kather hat mit MIRA einen KI-Agenten entwickelt, der in einem simulierten Krankenhausinformationssystem in elektronischen Patientenakten selbstständig medizinische Informationen ausgewertet, Untersuchungen angefordert sowie Diagnose- und Therapieentscheidungen vorbereitet hat. In den retrospektiven Simulationen mit realen Patientenfällen erzielte das System eine höhere diagnostische Genauigkeit als die ärztlichen Vergleichsgruppen und traf zugleich leitliniengerechte und sichere Behandlungsentscheidungen. – Pressemitteilung der Technischen Universität Dresden</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p>Der klinische Alltag ist komplex. Ärzt:innen müssen den Krankheitsverlauf der Patien:innen erfragen, Laborwerte erheben, Bildgebung und mikrobiologische Befunde anfordern und interpretieren, Diagnosen abwägen, Medikamente prüfen und weitere Behandlungsschritte planen. Bisherige KI-Anwendungen sind oft nicht in klinische Arbeitsabläufe integriert und nur auf einzelne Aufgaben zugeschnitten. Das Team um Prof. Kather hat MIRA (Medical Intelligence for Reasoning and Action) entwickelt, einen autonomen medizinischen KI-Agenten, der in einer geschützten Testumgebung innerhalb elektronischer Patientenakten arbeitet. In den untersuchten Fällen erreichte MIRA Leistungen auf ärztlichem Niveau und übertraf die ärztliche Vergleichsgruppe bei der diagnostischen Genauigkeit teilweise. „Unser KI-Agent konnte innerhalb der Testumgebung selbständig klinische Arbeitsschritte ausführen. MIRA erkannte fehlende Informationen, forderte Untersuchungen an, interpretierte leitliniengerecht Befunde und bereitete Therapieentscheidungen vor. KI-Tools sollen medizinisches Fachpersonal unterstützen und mehr Zeit für die Patientenversorgung schaffen, gleichzeitig müssen sie höchsten Anforderungen an Sicherheit, Transparenz und Verlässlichkeit genügen. Mit MIRA konnten wir zeigen, dass dies möglich ist“, sagt Dyke Ferber, Mediziner und Erstautor der <a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10675-5" target="_blank">veröffentlichten Studie</a>.</p><p>&nbsp;</p><h3>MIRA als klinischer Co-Pilot für Routineaufgaben</h3><p>Alles, was später einmal im Klinikalltag angewendet werden soll, muss absolut zuverlässig arbeiten und vollständig verstanden sein. Das Forschungsteam hat dem entwickelten Agenten genau vorgegeben, welche Aufgaben zu erledigen sind und welche Werkzeuge und Informationen dafür zur Verfügung stehen. Für die retrospektive Studie nutzten die Forschenden mehr als 500 reale Patientenfälle. Diese wurden in einer simulierten Notaufnahme nachgebildet. Zusätzlich interagierte MIRA mit virtuellen Patient:innen, deren Antworten auf der dokumentierten Krankengeschichte aus den realen Patientenakten beruhten. So war MIRA in der Lage, die Anamnese zu erheben, konnte gezielt Fragen stellen, fehlende Informationen einholen und diese anschließend in die klinische Entscheidungsfindung einbeziehen. MIRA und die ärztliche Vergleichsgruppe bearbeiteten dieselben Fälle unter Verwendung eines kontrollierten klinischen Toolkits mit elf Instrumenten und mehr als 85.000 möglichen Handlungsoptionen, darunter Labor-, mikrobiologische und bildgebende Untersuchungen, Medikamentenverschreibungen, Eingriffe und Einweisungsentscheidungen. <span>Ein Teil der klinischen Evaluation von MIRA fand durch Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) statt, unter anderem in der Klinik für Medizinische Onkologie und der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie sowie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg.</span></p><p>„Wir sehen hier einen Vorgeschmack darauf, wie KI die Medizin verändern könnte. Ich sehe KI-Agenten wie Autopiloten im Flugzeug. Solche Systeme können medizinisches Fachpersonal unterstützen und entlasten, indem sie Routineaufgaben übernehmen, aber die Verantwortung bleibt letztendlich immer beim ärztlichen Personal“, ergänzt Prof. Jakob N. Kather, Professor für Clinical Artificial Intelligence am EKFZ für Digitale Gesundheit der TU Dresden, Onkologe am Dresdner Universitätsklinikum <span>und dem Universitätsklinikum Heidelberg sowie Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span>. Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, wie wichtig die enge Verzahnung von Medizin, Informatik und klinischer Forschung für die Entwicklung vertrauenswürdiger KI-Systeme ist.</p><p>„Die Studie macht deutlich, wie digitale Innovationen dazu beitragen können, klinische Prozesse zu unterstützen. Das exzellente Forschungsumfeld der Dresdner Hochschulmedizin ermöglicht, dass Sicherheit, Transparenz, Regulatorik und Verantwortung von Anfang an mitgedacht werden“, sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät der TUD. „Die Ergebnisse belegen, welches Potenzial KI-Agenten für die Medizin besitzen. Dass MIRA in realen Patientenfällen eine hohe diagnostische Genauigkeit erreicht und leitliniengerechte Therapieentscheidungen vorbereitet, unterstreicht die Bedeutung dieser Technologie für die Medizin der Zukunft. Für die weitere Entwicklung steht nun die Frage im Mittelpunkt, wie wir solche Innovationen sicher, transparent und zum Nutzen der Patientinnen und Patienten in die klinische Praxis integrieren können“, so Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Dresden.</p><p>&nbsp;</p><h3>Publikation</h3><p><span>D Ferber, L Hilgers, C Höper, B Kinny-Köster5, JN Eckardt, K Egger-Heidrich, M Bill, MMK Schneider, J Clusmann, L Kadric, M Oehme, M Mayrhofer-Schmid, A Oeser, G Wölflein, IC Wiest, JM Middeke, AJ Iafrate, D Truhn, D Jäger, JN Kather. Towards Autonomous Medical Artificial Intelligence Agents, Nature 2026. doi: 10.1038/s41586-026-10675-5</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.nature.com/articles/s41586-026-10675-5" target="_blank">Studie in Nature</a></p><p><a href="https://tu-dresden.de/tu-dresden/newsportal/news/ki-agent-mira-unterstuetzt-als-co-pilot-klinische-ablaeufe-in-elektronischen-patientenakten" target="_blank"><span>Pressemitteilung der TU Dresden</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,Dritte-PM,Forschung,Onkologie]]></category>
            <pubDate>Wed, 17 Jun 2026 17:01:38 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 17 Jun 2026 18:10:19 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>KI diagnostiziert Hirntumoren in Minuten statt Wochen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ki-diagnostiziert-hirntumoren-in-minuten-statt-wochen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ki-diagnostiziert-hirntumoren-in-minuten-statt-wochen/</guid><pp:caseid>757573</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Heidelberger Experten haben ein KI-System entwickelt, das Hirntumoren anhand gewöhnlicher mikroskopischer Gewebeschnitte mit bislang unerreichter Genauigkeit klassifizieren kann. Das System erkennt anhand digitalisierter Standardfärbungen mehr als 100 molekulare Untergruppen von Tumoren des zentralen Nervensystems, liefert Ergebnisse innerhalb weniger Minuten und könnte die Diagnostik von Hirntumoren weltweit beschleunigen. – Pressemitteilung des </strong></span><strong>Deutschen Krebsforschungszentrums</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Tumoren des Gehirns und Rückenmarks sind äußerst vielgestaltig. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass viele dieser Tumoren nur dann zuverlässig diagnostiziert werden können, wenn neben dem mikroskopischen Erscheinungsbild auch ihre molekularen Eigenschaften untersucht werden. Besonders wichtig ist dabei die sogenannte </span><a href="https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/ki-gestuetzte-molekulare-krebsdiagnose-bei-hirntumoren" target="_blank"><span>DNA-Methylierungsanalyse</span></a><span>, die heute als Goldstandard für die genaue Einordnung vieler Hirntumoren gilt.</span></p><p><span>Solche Untersuchungen sind jedoch aufwendig: Sie erfordern spezialisierte Labore, teure Geräte und ausreichend Tumormaterial. Zudem vergehen häufig rund zwei Wochen, bis die Ergebnisse vorliegen. In vielen Regionen der Welt stehen entsprechende Technologien gar nicht zur Verfügung.</span></p><h3><span>KI lernt an über 11.000 Gewebeschnitten</span></h3><p><span>Ein neues, „Hetairos“ genanntes KI-System soll für substanzielle Verbesserungen sorgen. Entwickelt wurde es von einem Team unter der Leitung von Moritz Gerstung (Deutsches Krebsforschungszentrum, DKFZ) und Felix Sahm (Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg). Ziel des Projekts war es, allein aus den routinemäßig angefertigten und -gefärbten histologischen Schnitten vorherzusagen, zu welcher molekularen Tumoruntergruppe ein Tumor gehört.</span></p><p><span>Hetairos wurde mit mehr als 11.000 digitalisierten Gewebeschnitten von 9.606 Patienten trainiert und validiert. Die Diagnosen wurden überwiegend mit der DNA-Methylierungsdiagnostik erhoben.<strong> </strong>Die Daten stammten von elf medizinischen Zentren auf vier Kontinenten. Insgesamt unterscheidet Hetairos 102 verschiedene molekulare Tumorsubtypen, die nahezu das gesamte Spektrum der heutigen WHO-Klassifikation von Tumoren des zentralen Nervensystems abdecken.</span></p><p><span>Die KI bewertet nicht nur ihre Diagnose, sondern gibt auch an, wie sicher sie sich dabei ist. In etwa 50 bis 70 Prozent aller Fälle traf Hetairos Vorhersagen mit hoher Sicherheit. In diesen Fällen lag die Genauigkeit bei rund 87 bis 88 Prozent. Selbst wenn die KI unsicher war, konnte sie die Zahl möglicher Diagnosen meist stark eingrenzen.</span></p><p><span>Statt zwischen mehr als hundert Tumoruntergruppen unterscheiden zu müssen, nennt Hetairos den Neuropathologen häufig nur noch wenige wahrscheinliche Kandidaten. Dies kann die Auswahl weiterer diagnostischer Tests erheblich erleichtern. "Die Arbeit zeigt, dass künstliche Intelligenz in der Lage ist, molekulare Informationen direkt aus Routine-Gewebeschnitten abzuleiten und damit die Krebsdiagnostik grundlegend zu verändern“, so Darui Jin, einer der federführenden Autoren der Arbeit.</span></p><h3><span>Hetairos schlägt erfahrene Fachärzte</span></h3><p><span>Besonders bemerkenswert war der direkte Vergleich mit menschlichen Expertinnen und Experten. Fünf erfahrene Neuropathologen aus unterschiedlichen internationalen Zentren erhielten 210 Fälle und sollten allein anhand der Gewebeschnitte eine Diagnose stellen. Hetairos erreichte dabei eine Trefferquote von 68 Prozent, während die Fachärzte im Durchschnitt auf 30 Prozent kamen. Berücksichtigte man die jeweils drei wahrscheinlichsten Diagnosen, lag die KI bei 84 Prozent, die Fachärzte bei etwa 50 Prozent.</span></p><p><span>„Die Ergebnisse zeigen, dass moderne KI-Systeme inzwischen in der Lage sind, äußerst feine morphologische Muster zu erkennen, die selbst für erfahrene Spezialisten schwer zu unterscheiden sind“, sagt Felix Sahm.</span></p><p><span>„Aktuell stellt die Diagnose von sehr seltenen Tumorarten noch eine große Herausforderung für Hetairos dar, hier scheinen erfahrene Neuropathologen mindestens ebenbürtig. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Leistungsfähigkeit des Systems mit größeren und vielfältigeren Datensätzen noch weiter steigt“, ergänzt Moritz Gerstung.</span></p><h3><span>Diagnose in zwölf Minuten statt zwölf Tagen</span></h3><p><span>In einer prospektiven Studie wurde Hetairos parallel zur klinischen Routine eingesetzt. Dabei analysierte das System 210 Tumorproben, ohne dass das KI-Ergebnis Einfluss auf die tatsächliche Diagnose oder Therapieentscheidung hatte.</span></p><p><span>Während die vollständige molekulare Diagnostik durchschnittlich etwa zwölf Tage benötigte, erzeugte Hetairos seinen Befund nach Digitalisierung der gefärbten Gewebeschnitte in nur zwölf Minuten auf handelsüblicher Computerhardware. Einschließlich Präparation und Digitalisierung der Gewebeschnitte könnten Ergebnisse oft bereits innerhalb von 24 Stunden bis zwei Tagen verfügbar sein.</span></p><h3><span>Hilfe bei schwierigen und unklaren Fällen</span></h3><p><span>Besonders wertvoll könnte Hetairos dort sein, wo klassische molekulare Verfahren an ihre Grenzen stoßen, wenn zu wenig Tumormaterial für genetische Untersuchungen vorhanden ist oder wenn molekulare Tests keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Darüber hinaus markiert das System jene Bereiche im Gewebeschnitt, die für seine Entscheidung besonders wichtig waren. Dadurch können Ärzte nachvollziehen, worauf die KI ihre Diagnose stützt und welche Regionen gegebenenfalls für weitere Untersuchungen geeignet sind.</span></p><p><span>„Wir haben Hetairos vor allem als Werkzeug zur Unterstützung der Diagnostik entwickelt“, erläutert der Neuropathologe Felix Sahm. „Es soll molekulare Analysen nicht ersetzen, sondern gezielt ergänzen und beschleunigen. Besonders in Ländern oder Regionen mit begrenzten Ressourcen könnte die Technologie einen wichtigen Beitrag leisten, da sie auf den weltweit verwendeten Standard-Gewebeschnitten basiert.“</span></p><p><span>Auch wirtschaftlich könnte die Methode Vorteile bieten. Während eine DNA-Methylierungsanalyse typischerweise mehrere hundert Euro kostet, nutzt Hetairos für eine Analyse ohnehin vorhandene Gewebeschnjtte. Moritz Gerstung bestätigt: „Hetairos zeigt das enorme Potenzial KI-gestützter digitaler Pathologie, schnelle und breit verfügbare Diagnoseverfahren bereitzustellen, die bislang nur mit erheblichem technischem Aufwand möglich waren.“</span></p><h3><span>Publikation</span></h3><p><span>Jin D., Shmatko A., Patel A. et al. </span><i><span>Hetairos is a histology-based artificial intelligence model for predicting central nervous system tumor methylation subtypes</span></i><span>. Nature Cancer (2026). </span><a href="https://bioengineer.org/ai-diagnoses-brain-tumors-in-minutes-rather-than-weeks/" target="_blank"><span>DOI: 10.1038/s43018-026-01186-3</span></a></p><p><span>Das <strong>Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)</strong> ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.</span></p><p><span>Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:</span></p><p><span>Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)</span><br><span>Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)</span><br><span>Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg</span><br><span>Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ</span><br><span>DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim</span><br><span>Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)</span></p><p><span>Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.</span></p><p><span><strong>Ansprechpartner für die Presse:</strong></span><br><span>Dr. Sibylle Kohlstädt</span><br><span>Pressesprecherin</span><br><span>Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit&nbsp;</span><br><span>Deutsches Krebsforschungszentrum</span><br><span>Im Neuenheimer Feld 280</span><br><span>69120 Heidelberg</span><br><span>Telefon: +49 6221 42 2843</span><br><span>E-Mail: </span><a class="ck-anchor" id="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de" name="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de" href="mailto:S.Kohlstaedt@dkfz.de" target="_blank"><span>S.Kohlstaedt@dkfz.de</span></a><br><span>E-Mail: </span><a class="ck-anchor" id="mailto:presse@dkfz.de" name="mailto:presse@dkfz.de" href="mailto:presse@dkfz.de" target="_blank"><span>presse@dkfz.de</span></a><br><a class="ck-anchor" id="www.dkfz.de" name="www.dkfz.de" href="http://www.dkfz.de" target="_blank"><span>www.dkfz.de</span></a></p><p><strong>Weitere Informationen im Internet</strong></p><p><a href="https://www.dkfz.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/ki-diagnostiziert-hirntumoren-in-minuten-statt-wochen" target="_blank">Pressemitteilung des DKFZ</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,DKFZ-PM,Forschung,HPMFHD,Onkologie]]></category>
            <pubDate>Wed, 10 Jun 2026 14:40:18 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 10 Jun 2026 12:40:18 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Komplikationen nach Lebertransplantation und ökologische Nischen für Leukämiezellen: Medizinische Fakultät Heidelberg zeichnet hervorragende Nachwuchswissenschaftlerinnen aus</title>
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Die Preisträgerinnen Christine Zhang-Hagenlocher und Kristina Müller sind junge Medizinerinnen am Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Von neuen Erkenntnissen zur Behandlung von Komplikationen nach Lebertransplantationen bis zur Erforschung von Rückfällen bei Leukämien: Wie vielfältig und zugleich patientennah die Forschung des wissenschaftlichen Nachwuchses an der Medizinischen Fakultät Heidelberg ist, zeigte sich bei der Verleihung des Anita-und-Friedrich-Reutner-Preises und des Hoffmann-Klose-Preises beim zweiten Tag der Fakultät. Privatdozentin Dr. Christine Zhang-Hagenlocher ist mit dem Anita-und-Friedrich-Reutner-Preis für Medizinische Forschung ausgezeichnet worden. Der von Professor Dr. Friedrich Reutner, Ehrensenator der Universität Heidelberg, gestiftete Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt herausragende klinische und translationale Forschungsleistungen junger Wissenschaftlerinnen. Den Hoffmann-Klose-Preis erhielt Dr. Kristina Müller für die beste Bewerbung für das Clinician-Scientist-Programm der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Der von der Hoffmann-Klose-Stiftung gestiftete Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und unterstützt innovative Forschungsvorhaben von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung.</span></p><p><span>Der Tag der Fakultät bringt Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrende sowie Mitarbeitende der Fakultät zusammen und bietet Raum für Austausch, Vernetzung und Einblicke in aktuelle Forschungsthemen und Karrierewege.</span></p><p><i><span>„Der Tag der Fakultät macht sichtbar, was unsere Medizinische Fakultät Heidelberg auszeichnet: wissenschaftliche Exzellenz, engagierte Lehre und Menschen, die Forschung und Medizin mit großer Leidenschaft voranbringen“, sagt Professor Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. „Die diesjährigen Preisträgerinnen stehen beispielhaft für Innovationskraft und herausragende wissenschaftliche Leistungen der Fakultät“, </span></i><span>sagt Professor Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</span></p><h3><span>Bessere Chancen nach Lebertransplantation: Anita-und-Friedrich-Reutner-Preis für Privatdozentin Dr. Christine Zhang-Hagenlocher</span></h3><p><span>Nach einer Lebertransplantation kommt es häufig zu Komplikationen an den Gallengängen, insbesondere zu Verengungen und einem Rückstau der Gallenflüssigkeit. Helfen kann eine Gallengangspiegelung, eine sogenannte ERCP (Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie), bei der die Engstelle aufgedehnt wird. In ihrer ausgezeichneten Arbeit untersuchte Privatdozentin Dr. Christine Zhang-Hagenlocher, Oberärztin am Interdisziplinären Endoskopiezentrum des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), ob Patientinnen und Patienten auch langfristig von dem am UKHD etablierten, strukturierten Behandlungskonzept profitieren. Dazu wertete sie die Langzeitergebnisse von rund 165 in Heidelberg behandelten Patientinnen und Patienten aus.</span></p><p><span>Das Ergebnis: Das Therapiekonzept wirkt nachhaltig. Ein anhaltend klinischer Erfolg konnte bei 70,1 Prozent aller Patientinnen und Patienten mit diesem Konzept erreicht werden. Zudem zeigte Zhang-Hagenlocher erstmals einen Zusammenhang zwischen einer erfolgreichen endoskopischen Behandlung und besseren Überlebenschancen: Das mediane Überleben von Patientinnen und Patienten mit anhaltend klinischen Erfolg betrug 19,7 Jahre verglichen mit Patientinnen und Patienten ohne erfolgreiche Therapie mit nur 7,7 Jahren. Die Ergebnisse liefern damit wichtige Hinweise darauf, dass die Wahl der Behandlungsstrategie langfristig Einfluss auf den Krankheitsverlauf nach einer Lebertransplantation haben kann.</span></p><p><span>Gallengangsverengungen lassen sich auf unterschiedliche Weise behandeln. Das Heidelberger Konzept setzt auf ein strukturiertes endoskopisches Behandlungsschema und die sogenannte Ballondilatation. Dabei führen die Ärztinnen und Ärzte über einen dünnen Schlauch mit Kamera einen kleinen Ballon bis zur Engstelle im Gallengang ein, dehnen ihn gezielt auf und öffnen so den verengten Gallengang wieder – ohne dass ein erneuter chirurgischer Eingriff erforderlich ist. Die Behandlung erfolgt nach einem festen Schema mit mehreren Kontroll- und Behandlungsterminen.</span></p><p><span>„</span><i><span>Die Arbeit von Frau PD Dr. Zhang-Hagenlocher verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit hoher Relevanz für die Patientenversorgung. Ihre Forschung zeigt, wie klinisch orientierte Forschung dazu beitragen kann, die Behandlung nach Lebertransplantationen weiter zu verbessern. Ihre Arbeit ist ein herausragendes Beispiel für translationale Forschung“, </span></i><span>gratuliert Professor Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</span></p><h3><span>Dem Rückfall auf der Spur: Hoffmann-Klose-Preis an Dr. Kristina Müller</span></h3><p><span>Warum kehren Leukämien trotz erfolgreicher Behandlung manchmal zurück? Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Kristina Müller, Ärztin in Weiterbildung in der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des UKHD, in ihrem Clinician Scientist-Projekt. Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die B-Zell akute lymphoblastische Leukämie (B-ALL), eine Form von Blutkrebs, die besonders häufig bei Kindern, aber auch bei Erwachsenen auftritt. Dabei untersucht sie die sogenannte leukämische Nische – das von Leukämiezellen veränderte Umfeld im Knochenmark. Denn Leukämiezellen existieren nicht isoliert, sondern stehen in engem Austausch mit ihrer Umgebung und können diese zu ihrem Vorteil beeinflussen.</span></p><p><span>Um diese Prozesse besser zu verstehen, nutzt Müller sogenannte Knochenmarkorganoide. Die aus Stammzellen gezüchteten Zellverbände bilden wichtige Eigenschaften des menschlichen Knochenmarks nach und ermöglichen Einblicke in Vorgänge, die sich bei Patientinnen und Patienten nur eingeschränkt beobachten lassen. Langfristig sollen die Erkenntnisse dazu beitragen, Therapieresistenzen und Rückfälle besser zu verstehen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln.</span></p><p><i><span>„Der Hoffmann-Klose-Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Ideen in einer frühen Karrierephase aus. Frau Dr. Müller verfolgt mit ihrem Projekt einen innovativen Ansatz, um Therapieresistenzen und Rückfälle bei Leukämien besser zu verstehen. Das zeigt, wie das Clinician-Scientist-Programm wissenschaftliche Exzellenz und klinische Erfahrung miteinander verbindet“, </span></i><span>sagt Professor Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</span></p><h3><span>Auszeichnung für besondere Lehre</span></h3><p><span>Darüber hinaus haben Studierende den PaLMe-Lehrpreis für besondere Leistungen in der medizinischen Lehre vergeben. Mit dem Preis würdigen die Medizinstudierenden besonderes Engagement in der Ausbildung des ärztlichen Nachwuchses. Er unterstreicht die zentrale Bedeutung der Lehre im Medizinstudium und zeichnet Lehrende aus, die ihre Studierenden in besonderer Weise fördern und begleiten. In diesem Jahr erhielten die Auszeichnung: Prof. Dr. Joachim Kirsch, Direktor der Abteilung für Medizinische Zellbiologie, sowie Dr. Lisa Gölz, Lehrkoordinatorin am Pharmakologischen Institut der Medizinischen Fakultät Heidelberg, und Prof. Dr. Klaus Herfarth, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/tag-der-fakultaet-2026/" target="_blank">Tag der Fakultät 2026</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/interdisziplinaere-zentren/interdisziplinaeres-endoskopiezentrum-iez/" target="_blank">Interdisziplinäres Endoskopiezentrum (IEZ)</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/" target="_blank">Klinik für <span>Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie</span></a></p><p><a href="https://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/forschung/forschungsfoerderung/foerderprogramme-der-fakultaet/career-development-programm/clinician-scientists/">Clinician-Scientist-Programm</a></p><h2>Bildergalerie: Der Tag der Fakultät 2026</h2>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Wed, 10 Jun 2026 09:47:39 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 12 Jun 2026 07:18:49 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Von der Forschung in den Alltag: App beschleunigt Informationswege bei seltenen Stoffwechselerkrankungen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/von-der-forschung-in-den-alltag-app-beschleunigt-informationswege-bei-seltenen-stoffwechselerkrankungen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/von-der-forschung-in-den-alltag-app-beschleunigt-informationswege-bei-seltenen-stoffwechselerkrankungen/</guid><pp:caseid>743117</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Angeborene Stoffwechselerkrankungen wie die Phenylketonurie (PKU) prägen den Alltag der Betroffenen enorm: Sie müssen eine strikte Diät halten und ihre Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Eine App, die ein Team der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg gemeinsam mit Kooperationspartnern entwickelt hat, soll Betroffenen den Alltag zukünftig erleichtern. Die Anwendung erlaubt den digitalen Austausch von Laborwerten, Ernährungsplänen und anstehenden Untersuchungsterminen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Fingerspitze desinfizieren, ein Pieks mit einer Lanzette, dann zwei kreisrunde Felder auf einer Trockenblutkarte mit Bluttropfen ausfüllen: Patientinnen und Patienten mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie (PKU) kennen das Prozedere. Abhängig vom Alter schicken sie in festen Intervallen ihre Blutproben per Post in ein Stoffwechsellabor. Hier werden verschiedene Werte kontrolliert, die relevant sind für die Steuerung der Ernährungstherapie. Gibt es auffällige Ergebnisse, werden die erforderlichen Therapieanpassungen telefonisch besprochen, die schriftlichen Befunde folgen auf dem Postweg. Der gesamte Prozess dauert in der Regel vier bis fünf Tage, manchmal auch mehr als eine Woche.</span></p><p><span>Um die Abläufe zu erleichtern, zu beschleunigen und die Versorgung nachhaltig zu verbessern, wurde im Dietmar-Hopp-Stoffwechselzentrum des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg eine neue App für Patientinnen und Patienten sowie das Behandlungsteam entwickelt. An dem Kooperationsprojekt waren neben Teams der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung sowie der Heidelberger App-Entwickler phellow seven beteiligt. Die Projektleitung lag bei Professor Dr. Thomas Opladen, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Ärztlicher Leiter der Pädiatrischen Stoffwechselambulanz der Kinderklinik. Die Forschungsergebnisse wurden aktuell im „</span><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/jimd.70187" target="_blank"><span>Journal of Inherited Metabolic Disease</span></a><span>“ publiziert. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit PKU, die die mobile Anwendung nutzen, müssen zwar weiterhin Trockenblutkarten einsenden. Das Behandlungsteam kann die relevanten Befunde ab jetzt jedoch direkt in die App übermitteln, wo sie von den Betroffenen abgerufen werden können. Das reduziert den Aufwand, verkürzt die Zeit zwischen Blutentnahme und Befundübermittlung und ermöglicht bei Bedarf eine schnelle Anpassung der Diät.</span></p><h3><span>Hintergrund: Die angeborene Stoffwechselerkrankung PKU</span></h3><p><span>Mit einer Häufigkeit von etwa 1:10.000 ist die Phenylketonurie die häufigste der seltenen angeborenen Stoffwechselstörungen: In Deutschland leben etwa 10.000&nbsp;Menschen mit PKU, jährlich kommen rund 70&nbsp;Kinder mit der erblich bedingten Erkrankung zur Welt. Die Betroffenen können aufgrund eines Enzymdefekts den Eiweißbaustein Phenylalanin aus der Nahrung nicht verstoffwechseln. In der Folge reichert er sich im Körper an und schädigt das sich entwickelnde Gehirn. Dank des standardmäßigen Neugeborenenscreenings wird PKU heute in der Regel in den ersten Lebenstagen erkannt. Wissen Eltern von der Stoffwechselerkrankung ihres Kindes, lassen sich die Krankheitsfolgen durch eine strikte, phenylalaninreduzierte Diät verhindern. Die konsequente Diät – auch im Erwachsenenalter –, regelmäßige Blutuntersuchungen, die Einnahme spezieller Eiweißersatzpräparate sowie ein enger Austausch mit den Ärztinnen und Ärzten sind entscheidend, um neurologische Schäden zu vermeiden.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Vorteile der App – für Betroffene und Behandelnde</span></h3><p><span>PKU-Patientinnen und -Patienten der Heidelberger Stoffwechselambulanz können die App namens phenyx seit Mitte April 2026 kostenfrei nutzen. „Die Mitarbeitenden unseres Stoffwechsellabors werten die Trockenblutkarten wie gewohnt aus und übertragen die Laborwerte über eine Plattform in die App“, beschreibt Projektleiter Professor Thomas Opladen. „Im Idealfall haben die Patientinnen und Patienten beziehungsweise deren Eltern den aktuellen Phenylalanin-Spiegel unmittelbar nach der Freigabe im Labor vorliegen.“</span></p><p><span>In der App werden die Werte übersichtlich dargestellt. Über ein Dashboard lassen sich Entwicklungen beobachten und Laborwerte vergleichen, um die Ernährungstherapie gegebenenfalls anzupassen. In der ersten Version bietet die App zudem eine Kontaktmöglichkeit zum Behandlungsteam und eine Erinnerungsfunktion für Labor- und Ambulanztermine. Die Patientinnen und Patienten können Symptome dokumentieren und Ernährungsprotokolle anfertigen, sich mit anderen Betroffenen austauschen und mit Patientenorganisationen in Kontakt treten. Unterschiedliche Benutzerprofile für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sorgen für eine altersgerechte Optik und Ansprache.</span></p><p><span>Um sicherzustellen, dass die App den tatsächlichen Bedarf der Patientinnen und -Patienten widerspiegelt, hat das Projektteam sowohl Betroffene als auch Fachpersonal in die Entwicklung einbezogen. Zuvorderst ist die Anwendung als digitaler Begleiter für die Betroffenen konzipiert – sie hat aber auch Vorteile für die Behandelnden: „Ein solches modernes Tool kann die Therapietreue unserer Patientinnen und Patienten erhöhen“, hofft Professor Opladen. „Wir können insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene besser erreichen, für die es selbstverständlich ist, verschiedene Lebensbereiche mithilfe von Apps zu organisieren.“ Über die App gewonnene Datensätze könnten zudem anonymisiert für Forschungsarbeiten genutzt werden, sofern die Zustimmung der Nutzenden dafür vorliegt.</span></p><p><span>Die Hoheit über alle Daten, die in der App und für die Plattform erhoben werden, liegt bei den Patientinnen und Patienten: Sie beziehungsweise ihre Erziehungsberechtigten entscheiden, wer auf die Gesundheitsdaten zugreifen und sie bearbeiten darf, und erteilen hierzu eine ausdrückliche Einwilligung. Alle Daten werden in einem zertifizierten Rechenzentrum in Deutschland verarbeitet, die Plattform unterliegt damit den Vorgaben der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Angeboten wird die kostenlose phenyx-App von der gemeinnützigen phenyx gUG, einem im August 2025 gegründeten Heidelberger Start-up. Professor Thomas Opladen ist einer der Geschäftsführer.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Blick in die Zukunft</span></h3><p><span>Mit dem Launch von Version eins der App hört für das Projektteam die Arbeit nicht auf. Geprüft werden derzeit eine Zulassung als Medizinprodukt sowie eine sichere, automatisierte Befundübertragung direkt aus dem Laborsystem des UKHD sowie anderer Kliniken. Perspektivisch könnte die App auf weitere deutschsprachige Zentren sowie andere angeborene Stoffwechselerkrankungen ausgeweitet werden, die ebenfalls eine engmaschige Laborkontrolle und individuell angepasste Therapie erfordern.</span></p><p><span>Für die Nutzerinnen und Nutzer soll die App sukzessive um weitere Funktionalitäten erweitert werden, zum Beispiel einen Produktscan auf Phenylalanin im Supermarkt oder einen individuellen, KI-basierten Ernährungsplan. In einer ersten Studie haben Professor Opladen und weitere Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg sowie des Max-Planck-Instituts für Medizinische Forschung außerdem einen PKU-Sensor getestet, mit dem Betroffene die Phenylalanin-Konzentration im Blut zu Hause selbst bestimmen können – im Zusammenspiel mit der phenyx-App. Sollte ein solcher Sensor in Zukunft zur Verfügung stehen, könnte auch diese Funktion direkt in die App integriert werden.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>Website der </span><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-kinder-und-jugendmedizin/i-allgemeine-paediatrie-neuropaediatrie-stoffwechsel-gastroenterologie-nephrologie/behandlungsspektrum/neuropaediatrie-und-stoffwechselmedizin/stoffwechselklinik/" target="_blank"><span>Stoffwechselklinik am UKHD</span></a></p><p><span>Publikation des Forschungsprojekts im </span><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/jimd.70187" target="_blank"><span>„Journal of Inherited Metabolic Disease“</span></a></p><p>Website des <a href="https://phenyx.de/" target="_blank">gemeinnützigen Start-ups phenyx gUG</a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Professor Dr. Thomas Opladen</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Ärztlicher Leiter der Pädiatrischen Stoffwechselambulanz, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:kinderklinik.stoffwechselambulanz@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:kinderklinik.stoffwechselambulanz@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:kinderklinik.stoffwechselambulanz@med.uni-heidelberg.de" target="_blank"><span>kinderklinik.stoffwechselambulanz@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Kinderheilkunde,Forschung,Patientenversorgung]]></category>
            <pubDate>Tue, 09 Jun 2026 12:56:46 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 09 Jun 2026 11:19:40 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Das Mikrobiom: Unser verborgenes Organ?</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/das-mikrobiom-unser-verborgenes-organ/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/das-mikrobiom-unser-verborgenes-organ/</guid><pp:caseid>757073</pp:caseid><pp:subtitle>Heidelberg Medizin on Air – neue Podcast-Folge online!</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Billionen von Mikroorganismen besiedeln unseren Darm und beeinflussen weit mehr als nur die Verdauung. Sie stehen in Verbindung mit unserem Immunsystem, unserem Stoffwechsel und sogar mit Erkrankungen wie Krebs, Allergien oder Multipler Sklerose. Doch was genau ist das Mikrobiom – und wie gut verstehen wir seine Rolle für unsere Gesundheit tatsächlich?</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>In dieser Folge von „Heidelberg Medizin on Air“ spricht Jana Wagner aus der Unternehmenskommunikation des Universitätsklinikums Heidelberg mit Prof. Dr. Ingo B. Autenrieth, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Digitale und Molekulare Mikrobiologie am Zentrum für Infektiologie des UKHD. Als einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Mikrobiomforschung erklärt er, warum es so schwierig ist, ein „gesundes“ Mikrobiom zu definieren, welche Herausforderungen die Mikrobiom-Diagnostik mit sich bringt und weshalb moderne Analysen weit über die bloße Identifikation von Bakterienarten hinausgehen.</span></p><p><span>Außerdem geht es um die Frage, wie Darmbakterien Krankheiten beeinflussen können, welche Chancen mikrobiombasierte Therapien künftig bieten und wie nah wir einer personalisierten Medizin sind, die das individuelle Mikrobiom gezielt berücksichtigt. Was wir bereits heute über unsere Darmgesundheit wissen – und wo die Forschung noch Antworten sucht – hören Sie in dieser Folge. Jetzt reinhören!</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/institute/zentrum-fuer-infektiologie/digitale-und-molekulare-mikrobiologie/" target="_blank">Digitale und Molekulare Mikrobiologie: Universitätsklinikum Heidelberg</a></p><h3 style="margin-left:0px;text-align:left;">Heidelberg Medizin On Air</h3><p style="margin-left:0cm;text-align:left;"><br><span>Was tut sich in medizinischer Forschung und Krankenversorgung am traditionsreichsten Medizin-Campus Deutschlands, dem Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) und seiner Medizinischen Fakultät? Heidelberg Medizin on Air gewährt Einblicke in spannende Themen aus dem gesamten Medizinspektrum: Welche Pflege benötigen Frühgeborene auf der Intensivstation? Wie bereiten sich Kinderherzchirurgen auf ihre Eingriffe vor? Wie lassen sich Spenderlebern dank Hightech-Geräten vor Schäden bewahren?</span><br><br><span>Heidelberg Medizin on Air berichtet über medizinische Innovationen, Hightech in der Gesundheits- und Krankenversorgung sowie wegweisende Forschung aus den mehr als 50 klinischen Fachabteilungen des UKHD.</span><br><br><span>Im Interview mit sprechen ÄrztInnen und WissenschaftlerInnen über ihren Klinik- oder Forschungsalltag mit herausfordernden Behandlungen, Ausnahmesituationen in der Patientenversorgung und dem gelungenen Zusammenspiel von Forschung und klinischer Praxis.&nbsp;</span></p>]]></description><category><![CDATA[Forschung,Infektiologie,Magen-Darm,News,podcast,Start]]></category>
            <pubDate>Fri, 05 Jun 2026 10:01:42 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 05 Jun 2026 08:01:42 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Möglicher Biomarker für personalisierte Leukämie-Therapie identifiziert</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/moeglicher-biomarker-fuer-personalisierte-leukaemie-therapie-identifiziert/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/moeglicher-biomarker-fuer-personalisierte-leukaemie-therapie-identifiziert/</guid><pp:caseid>756218</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg haben gemeinsam mit Partnern aus 29 deutschen Studienzentren in einer Phase II Studie Hinweise auf einen möglichen Biomarker für eine personalisierte Therapie der akuten myeloischen Leukämie (AML) gefunden. Analysen zeigten, dass bestimmte Patientinnen und Patienten neben der Standard-Chemotherapie von einer zusätzlichen Behandlung mit dem Medikament Motixafortide profitieren könnten. Die Ergebnisse der BLAST-Studie wurden im Fachjournal Blood veröffentlicht.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die Studie untersuchte die Rolle des Oberflächenrezeptors CXCR4 bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) und die Wirksamkeit des CXCR4‑Blockers Motixafortide. CXCR4 ermöglicht es Leukämiezellen, sich in einer geschützten Knochenmarknische zu verankern, in der sie der Chemotherapie entgehen können. Motixafortide löst diese Bindung und macht die Zellen wieder angreifbar. In der multizentrischen, randomisierten Phase-II-Studie BLAST erhielten 128 AML‑Patienten in Remission zusätzlich zur Standardtherapie entweder Motixafortide oder ein Placebo.</span></p><p><span>Insgesamt zeigte sich kein Vorteil des Medikaments. „Erst die Einzelzellanalyse der nach der Chemotherapie verbliebenen Leukämiezellen hat den differenzierten Effekt sichtbar gemacht. Patientinnen und Patienten mit hoher CXCR4-Expression auf diesen Zellen hatten unter Motixafortide ein deutlich reduziertes Rückfallrisiko, eine Subgruppe, die ohne diese Auflösung unentdeckt geblieben wäre“, erläuterte Erstautorin Dr.&nbsp;Enise Ceran,</span> <span>Physician Scientist in der Arbeitsgruppe Epigenomics, Epitranscriptomics and novel therapy approaches in AML an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg.</span></p><p><span>Die Studie</span> unterstreicht die Bedeutung personalisierter AML<span>‑</span>Therapien<span>: Die Analyse einzelner überlebender Leukämiezellen kann helfen, gezielt Medikamente wie Motixafortide bei denjenigen Patientinnen und Patienten einzusetzen, die am wahrscheinlichsten profitieren. „Mit dieser Studie zeigen wir, dass moderne Einzelzellanalysen über reine Forschung hinaus konkrete klinische Relevanz haben können, nämlich dann, wenn sie helfen, Patientinnen und Patienten für eine zusätzliche Therapie auszuwählen. Die nächsten Schritte werden sein, dieses Vorgehen in prospektiven Studien zu validieren“<strong>, </strong>ergänzte Studienleiter Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg.</span></p><p><span>Sponsor der BLAST-Studie war die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die wissenschaftliche Koordination und Leitung lag am Universitätsklinikum Heidelberg. Durchgeführt wurde die Studie an 29 Zentren in Deutschland mit aktiver Unterstützung der beiden Studiengruppen Ostdeutsche Studiengruppe Hämatologie und Onkologie (OSHO) und Studienallianz Leukämie (SAL).</span></p><h3><span>Literatur</span></h3><p><span>Ceran, E., Jaramillo, S., Merbach, A. K. et al. Inhibition of high CXCR4 with Motixafortide and absence of single-cell MRD predict outcome after AML consolidation. Blood (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1182/blood.2025032033" target="_blank"><span>https://doi.org/10.1182/blood.2025032033</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[HPStart,UKHD-PM,HPResearchUpdate,News,Forschung]]></category>
            <pubDate>Wed, 03 Jun 2026 14:56:10 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 03 Jun 2026 12:56:10 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Exzellente Doktorandenausbildung geht in die zweite Runde: Medizinische Fakultäten der Universität Heidelberg setzen erfolgreiches Graduiertenkolleg auf dem Gebiet der Immunologie fort</title>
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                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/exzellente-doktorandenausbildung-geht-in-die-zweite-runde-medizinische-fakultaeten-der-universitaet-heidelberg-setzen-erfolgreiches-graduiertenkolleg-auf-dem-gebiet-der-immunologie-fort/</guid><pp:caseid>756586</pp:caseid><pp:subtitle>Gemeinsame Pressemitteilung der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>DFG fördert die Weiterführung des Graduiertenkollegs 2727 „Checkpoints der angeborenen Immunität bei Krebs und Gewebeschaden (InCheck)“ unter Sprecherschaft der Medizinischen Fakultät Mannheim mit rund 5,8 Millionen Euro.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Wie funktionieren die Kontrollmechanismen des angeborenen Immunsystems und lassen sich diese „Checkpoints“ nutzen, um immuntherapeutische Strategien zu verbessern? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Graduiertenkolleg (GRK) 2727 „Checkpoints der angeborenen Immunität bei Krebs und Gewebeschaden (InCheck)“, das von der Sprecherin der Medizinischen Fakultät Mannheim, Professorin Adelheid Cerwenka, und der Co-Sprecherin der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Professorin Martina Muckenthaler, erfolgreich in die zweite Förderperiode geführt wird. &nbsp;Für die kommenden viereinhalb Jahre stellt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Fördermittel in Höhe von rund 5,8 Millionen Euro zur Verfügung.</span></p><p><span>Das angeborene Immunsystem stellt die erste, schnelle Verteidigungslinie im Kampf gegen Infektionen und Krebs dar. Eine besondere Rolle spielen dabei sogenannte Immun-Checkpoints, Kontrollpunkte vergleichbar molekularen Schaltern, die über hemmende und aktivierende Signalwege die Aktivität der Immunzellen regulieren. „Zellen des angeborenen Immunsystems initiieren, koordinieren und unterstützen Immunreaktionen. Noch wissen wir aber wenig darüber, wie die Reaktivität dieser Zellen durch Checkpoints reguliert wird. Daher können wir das Potenzial des angeborenen Immunsystems noch nicht ausreichend beispielsweise für die Krebstherapie nutzen“, sagt Professorin Adelheid Cerwenka, Geschäftsführende Direktorin des „Mannheim Institute for Innate Immunoscience (MI3)“ der Medizinischen Fakultät Mannheim.</span></p><p><span>Nicht nur für den Kampf gegen Krebs ist das Wissen um die Kontrollmechanismen der Immun-Checkpoints wertvoll: Fehlsteuerungen der molekularen Schalter können dazu führen, dass Immunreaktionen über das Ziel hinausschießen und den eigenen Körper schädigen. „Unsere Doktorandinnen und Doktoranden werden die Funktionsweise der Checkpoints auch im Hinblick auf krankhafte Entzündungsreaktionen bei Multipler Sklerose oder als Nebenwirkung von Immuntherapien beispielweise im Herz weiter aufklären und so dazu beitragen, diese Erkrankungen besser zu verstehen“, so Martina Muckenthaler, Professorin für „Molekulare Medizin in der Pädiatrischen Onkologie“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg.</span></p><p><span>In der ersten Förderperiode untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Funktion angeborener Immun-Checkpoints auf verschiedenen zellulären Ebenen, mit einem Schwerpunkt auf Natürlichen Killerzellen (NK) und Makrophagen. Dabei gelang es ihnen, zentrale Mechanismen der Zell-Zell-Kommunikation, der Stoffwechsel- und der Genregulation zu identifizieren. Die Ergebnisse wurden in hochrangigen wissenschaftlichen Fachzeitschriften publiziert.</span></p><p><span>Die Doktorandinnen und Doktoranden der zweiten Förderperiode werden daran anknüpfen und darüber hinaus die Immun-Checkpoints auch mit Blick auf die Interaktionen zwischen Zellen in gesundem, geschädigtem sowie bösartigem Krebs-Gewebe erforschen. „Wir erhoffen uns, dass unsere Erkenntnisse zu den Kontrollmechanismen der Immunzellaktivität zukünftig therapeutisch genutzt werden können, indem Checkpoints bei Krebs und entzündungsbedingten Gewebeschädigungen gezielt blockiert oder aktiviert werden“, ergänzt Adelheid Cerwenka.</span></p><p><span>Um die Translation von wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zu fördern, unterstützt das Kolleg Tandem-Kooperationen von Doktorandinnen und Doktoranden der Medizin mit Promovierenden, die an der Fakultät für Biowissenschaften der Universität Heidelberg forschen. Die fach-spezifische Lehre im Graduiertenkolleg ist eng verknüpft mit der exzellenten Graduierten-Ausbildung in den beteiligten Institutionen. Neben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultäten in Mannheim und in Heidelberg sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg sind auch Projektteams der Universität Wien, Österreich, und des Karolinska-Instituts in Stockholm, Schweden, im GRK 2727 eingebunden. „Die enge Zusammenarbeit mit der Universität Wien und dem Karolinska-Institut in Stockholm ermöglicht es unseren Studierenden, dort an Workshops teilzunehmen und Laborbesuche zu absolvieren – und dabei ihren Horizont zu erweitern und sich international zu vernetzen“, ergänzt Martina Muckenthaler.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.umm.uni-heidelberg.de/grk2727/" target="_blank">Website des GRK 2727</a></p><p><a href="https://www.umm.uni-heidelberg.de/grk2727/" target="_blank">Projektbeschreibung auf der Seite der DFG</a></p><p><a href="https://www.dfg.de/de/aktuelles/neuigkeiten-themen/pressemitteilungen/2026/pressemitteilung-nr-16" target="_blank">Pressemitteilung der DFG</a></p><p><a href="https://www.umm.uni-heidelberg.de/forschung/forschungsschwerpunkte/mctc/organe-und-mitglieder/adelheid-cerwenka/" target="_blank">Prof. Dr. med. Adelheid Cerwenka</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/personen/prof-dr-phil-nat-martina-muckenthaler-1046" target="_blank"><span>Prof. Dr. phil. nat. Martina Muckenthaler</span></a><br>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,HD-MA,Forschung,Lehre und Ausbildung]]></category>
            <pubDate>Mon, 01 Jun 2026 15:26:47 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 01 Jun 2026 13:26:47 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Antimetaboliten im Fokus: Neue Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe erforscht Wirkmechanismen bestimmter Krebsmedikamente</title>
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                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/antimetaboliten-im-fokus-neue-emmy-noether-nachwuchsgruppe-erforscht-wirkmechanismen-bestimmter-krebsmedikamente/</guid><pp:caseid>746456</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Einige Chemotherapeutika wirken, indem sie den Stoffwechsel von Krebszellen stören und teilweise auch deren Erbgut schädigen. Wie diese Medikamente in Zukunft noch wirksamer eingesetzt werden könnten – insbesondere zur Krebstherapie bei Kindern –, untersucht eine neue Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe unter Leitung von Dr.&nbsp;Christopher Carnie, Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt namens „NU-MAGIC: Nucleotide Metabolism and Genome Stability in Cancer“ über sechs Jahre mit insgesamt rund 1,8&nbsp;Millionen Euro.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="text-align:justify;">Bestimmte Medikamente für die Chemotherapie, sogenannte Antimetaboliten, stören den Stoffwechsel der Krebszellen und blockieren so deren Zellteilung und somit Vermehrung. Zum Teil schädigen sie aber auch das Erbmaterial der Zellen – eine für die Therapie wichtige, aber bislang wenig verstandene Eigenschaft.<span> </span>Wie genau die Erbgutschäden entstehen und wie die Zellen auf diese Schädigungen reagieren, ist Forschungsthema einer neuen Emmy-Noether-Gruppe an der Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ) und der Molecular Medicine Partnership Unit (MMPU), einer Forschungspartnerschaft des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) und der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Gruppe unter Leitung von Dr.&nbsp;Christopher Carnie, Nachwuchswissenschaftler an der Medizinischen Fakultät Heidelberg, im Emmy-Noether-Programm über einen Zeitraum von sechs Jahren mit insgesamt rund 1,8&nbsp;Millionen Euro.<br>&nbsp;</p><h3 style="text-align:justify;">Wie Antimetaboliten Krebszellen schädigen</h3><p>Dr. Carnie und sein Team untersuchen, welche Erbgutschäden verschiedene Antimetaboliten in Krebszellen verursachen und welche Signalwege dabei eine Rolle spielen. Für einzelne Medikamente wollen die Forschenden herausfinden, welche Gene deren Wirksamkeit beeinflussen, um in einem zweiten Schritt zu untersuchen, wie genau den Genen diese Einflussnahme gelingt. Welche Reparaturmechanismen finden beispielsweise in Zellen statt, deren Erbgut durch Antimetaboliten geschädigt wurde? Für ihre Forschung werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem die Fluoreszenzmikroskopie nutzen: Mithilfe leuchtender Farbstoffe lassen sich bestimmte Strukturen, Schäden und Reparaturmechanismen im Erbgut unter dem Mikroskop sichtbar machen und genau lokalisieren. Auch das sogenannte CRISPR-Screening wird zum Einsatz kommen. Diese Methode ermöglicht es den Forschenden, systematisch zu testen, welche Gene einen Einfluss darauf haben, ob Krebszellen eine Chemotherapie überleben oder nicht – und was passiert, wenn diese Gene verändert werden.</p><p>„Antimetaboliten gehören zu den häufig eingesetzten Chemotherapeutika. Bei manchen Krebsarten können sie sehr wirksam sein, und mehrere vielversprechende neue Wirkstoffe befinden sich derzeit in frühen klinischen und präklinischen Studien“, sagt der Gruppenleiter Dr. Christopher Carnie. „Allerdings ist bislang nicht genau bekannt, warum einige dieser Therapeutika Erbgutschäden verursachen und Krebszellen abtöten. Ein besseres Verständnis dieser Prozesse kann dazu beitragen, besonders wirksame Medikamente für einzelne Krebsarten zu identifizieren, Nebenwirkungen zu reduzieren und geeignete Wirkstoffkombinationen zu entwickeln.“</p><p>Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Krebserkrankungen im Kindesalter. In diesem Bereich besteht ein großer Bedarf an neuen Therapieoptionen, die weniger Nebenwirkungen verursachen als viele der derzeit häufig eingesetzten Chemotherapeutika. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen für die betroffenen Kinder sollen so gering wie möglich gehalten werden.<br>&nbsp;</p><h3 style="text-align:justify;">Hintergrund zum Emmy-Noether-Programm der DFG</h3><p><span>Das Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft richtet sich an hervorragend qualifizierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer frühen Karrierephase. Es eröffnet den Programmteilnehmenden die Möglichkeit, sich durch die eigenständige Leitung einer Nachwuchsgruppe frühzeitig für eine Professur zu qualifizieren und zugleich eine langfristige wissenschaftliche Perspektive am Forschungsstandort Deutschland zu gewinnen.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.kitz-heidelberg.de/forschung/forschergruppen/sarkome/ag-dna-schaeden" target="_blank">Dr. Christopher Carnies AG am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-kinder-und-jugendmedizin/iii-paediatrische-onkologie-haematologie-immunologie-und-pneumologie/" target="_blank">Website der K<span style="text-align:left;">linik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg</span></a></p><p><a href="https://www.dfg.de/de/foerderung/foerdermoeglichkeiten/programme/einzelfoerderung/emmy-noether" target="_blank">Informationen zum Emmy-Noether-Programm auf der Website der Deutschen Forschungsgemeinschaft</a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. Christopher Carnie</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br>Klinik für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, Immunologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg<span> und Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ)</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:christopherjames.carnie@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:christopherjames.carnie@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:christopherjames.carnie@med.uni-heidelberg.de"><span>christopherjames.carnie@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD,Onkologie,KiTZ]]></category>
            <pubDate>Wed, 27 May 2026 10:00:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 26 May 2026 14:47:58 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Entwicklung aus Heidelberg revolutioniert Hepatitis D-Therapie weltweit: US-Arzneimittelbehörde FDA lässt Hepatitis-Medikament Hepcludex (Bulevirtide) zu</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/entwicklung-aus-heidelberg-revolutioniert-hepatitis-d-therapie-weltweit-us-arzneimittelbehoerde-fda-laesst-hepatitis-medikament-hepcludex-bulevirtide-zu/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/entwicklung-aus-heidelberg-revolutioniert-hepatitis-d-therapie-weltweit-us-arzneimittelbehoerde-fda-laesst-hepatitis-medikament-hepcludex-bulevirtide-zu/</guid><pp:caseid>752776</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Gemeinsame Pressemitteilung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF):&nbsp;</strong></span><br><span><strong>Mit der FDA-Zulassung von Hepcludex (Bulevirtide) erreicht eine an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, am Universitätsklinikum Heidelberg und im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung entwickelte Therapie gegen chronische Hepatitis D nun auch den weltweit wichtigsten Arzneimittelmarkt.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) hat Hepcludex (Bulevirtide) zur Behandlung chronischer Hepatitis-D-Infektionen zugelassen. Der Wirkstoff wurde maßgeblich von dem Heidelberger Virologen Prof. Dr. Dr. h.c. Stephan Urban, Professor für „Translationale Virologie“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), entwickelt und auf den Weg gebracht. Mit der FDA-Zulassung ist die Therapie nun auch auf dem weltweit wichtigsten Arzneimittelmarkt verfügbar. Hepcludex war 2020 als weltweit erstes Medikament gegen Hepatitis D in Europa zugelassen worden. Schätzungen zufolge leben weltweit mehr als zwölf Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis D. Diese aggressive Form der viralen Hepatitis verursacht häufig Leberzirrhose und Leberkrebs.</span></p><p style="text-align:justify;"><i><span>„Die FDA-Zulassung von Hepcludex markiert einen außergewöhnlichen Erfolg in einer Reihe wichtiger translationaler Entwicklungen der vergangenen Jahre auf dem Gebiet der viralen Hepatitis. Sie unterstreicht die Exzellenz des Forschungsschwerpunkts „Infektionsforschung“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg und zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltig Innovationen aus der Fakultät heraus entstehen.</span></i></p><p><i><span>Dieser Durchbruch wäre ohne die herausragende Leistung von Prof. Dr. Dr. h.c. Stephan Urban und seinem Team nicht möglich gewesen, langfristig – getragen auch durch enge Kooperationen in Verbundstrukturen wie dem Sonderforschungsbereich/Transregio 179 sowie im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Dafür gilt ihnen mein ausdrücklicher Dank“, </span></i><span>sagt Prof. Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg</span><i><span>. </span></i><span>Das Medikament ist in den letzten Jahren außer in der Europäischen Union auch in der Schweiz und Großbritannien, unter anderem in Kanada, Russland und Israel zugelassen worden.</span></p><p><i><span><strong>„</strong>Die Entwicklung von Hepcludex verdeutlicht, welches Potenzial in der engen Verknüpfung von universitärer Forschung, translationalen Strukturen und industriellen Partnern liegt. Medizinische Innovation entsteht nicht im Labor allein – entscheidend ist, Forschung konsequent bis zur Anwendung für Patientinnen und Patienten weiterzuentwickeln“, </span></i><span>sagt Professor Dr. Hanns-Peter Knaebel, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Heidelberg.</span></p><p><i><span>„Mit der Zulassung von Hepcludex (Bulevirtide) durch die FDA bekommen jetzt tausende Patienten in den USA unmittelbaren Zugang zu einer hoch wirksamen Therapie gegen eine ansonsten fatal verlaufenden Lebererkrankung. Die große Herausforderung in der Zukunft ist es, die noch nicht diagnostizierten Betroffenen zu identifizieren und Wege zu ebnen, das Medikament auch in Ländern mit niedrigen Einkommen zugänglich zu machen. Die Entwicklung dieses Wirkstoffes von seiner Entdeckung zur Anwendung war nur durch Teamarbeit und Fördermaßnahmen möglich, die nicht primär auf Kurzzeiterfolge angelegt waren, sondern auch langfristige Perspektive berücksichtigten“</span></i><span>, sagt Professor Urban.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Von der Grundlagenforschung zum wirksamen Medikament</span></h3><p><span>Der FDA-Zulassung gingen rund 30 Jahre Forschungsarbeit voraus. Als Grundlagenforscher wollte Stephan Urban zunächst die Mechanismen von Hepatitis-B- und Hepatitis-D-Virus verstehen, die diese Viren so zielgerichtet in die Leber dirigieren. Da geeignete menschliche Zellkultursysteme damals noch nicht zur Verfügung standen, erfolgten erste Untersuchungen an einem verwandten Hepatitisvirus in Peking-Enten. Gemeinsam mit seinem Team gelang es Urban schließlich, die Eintrittspforte des Virus an den Leberzellen mit einem Proteinfragment aus der Virushülle zu blockieren und damit die Infektion der Leberzellen zu verhindern. Dieses Konzept konnte dann in jahrelanger Arbeit auf das menschliche Hepatitisvirus übertragen werden.</span></p><p><span>Ursprünglich stand dabei nicht die Entwicklung eines Medikaments im Vordergrund, sondern die Frage, warum Hepatitisviren ausschließlich in Leberzellen eindringen. Aus diesen Arbeiten entstand jedoch das Konzept eines sogenannten „Entry Inhibitors“, der die Eintrittspforte für die Hepatitisviren verschließt. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) erkannte das Potenzial des Wirkstoffkandidaten und unterstützte die translationale Weiterentwicklung bis zur klinischen Anwendung. Seit 2014 hat Urban die Professur für „Translationale Virologie“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg inne.</span></p><p><span>Die Entwicklung gilt als Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit akademischer Forschung und öffentlicher Förderung mit dem Ziel translationaler Entwicklung. Bereits in der präklinischen Phase erkannte das Biotech-Unternehmen MYR Pharmaceuticals das Potenzial der Substanz, sicherte sich die exklusiven Lizenzrechte und übernahm ab Phase II die klinische Entwicklung des Wirkstoffs. Nach der EU-Zulassung übernahm der Pharmakonzern Gilead die weltweite Vermarktung. Mit der FDA-Zulassung erreicht die Therapie nun seinen finalen Meilenstein, um weltweit gegen eine sonst tödlich verlaufende Infektionskrankheit eingesetzt werden zu können.</span></p><h3>Stimmen aus dem Zentrum für Infektiologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Molekulare Virologie zur FDA-Zulassung von Hepcludex (Bulevirtide)</h3><p><i>„Ich erinnere mich gerne daran, als ich Stephan Urban 2002 für meine neu gegründete Abteilung Molekulare Virologie in Heidelberg gewinnen konnte. Mit seiner fundierten biochemischen Expertise hat er entschlüsselt, wie das Hepatitis-B-Virus die Leberzelle infiziert, und die entscheidenden Virusstrukturen identifiziert, die für die Infektion nötig sind. Besonders beeindruckend ist, dass er auf dieser Grundlage erfolgreich einen Wirkstoff entwickelt hat, der die Infektion verhindert – ein Schritt, der nur wenigen gelingt und nun unzähligen Patienten zugutekommt. Dass dieser Durchbruch aus meiner damaligen Abteilung stammt, erfüllt mich mit großem Stolz. Ich gratuliere Stephan Urban herzlich zu diesem herausragenden Erfolg“,</i> sagt Professor Dr. Dr. h.c. Ralf Bartenschlager, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie des Zentrums für Infektiologie, Universitätsklinikum Heidelberg.</p><p><i>„Die FDA-Zulassung von Bulevirtide ist ein historischer Moment und ein eindrucksvoller Beweis, wozu exzellente Grundlagenforschung fähig ist. Prof. Urban hat dieses Projekt mit wissenschaftlicher Weitsicht, Beharrlichkeit und Führungsstärke über drei Jahrzehnte getragen und am Ende entscheidend dazu beigetragen eine Therapie für Millionen Patienten zu entwickeln. Für unsere Abteilung ist das Bestätigung und Ansporn zugleich. Herzlichen Glückwunsch, Stephan“</i>, gratuliert Professor Dr. Mathias Munschauer, Ärztlicher Direktor der Abteilung für Molekulare Virologie des Zentrums für Infektiologie, Universitätsklinikum Heidelberg.</p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p>Die Pressemitteilung auf der Homepage der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA): <a href="https://www.fda.gov/news-events/press-announcements/fda-approves-first-treatment-chronic-hepatitis-delta-virus-hdv-infection?shem=rimspwouoe,">FDA Approves First Treatment for Chronic Hepatitis Delta Virus (HDV) Infection | FDA</a></p><p>Pressemitteilung auf der Homepage des Pharmakonzerns Gilead: <a href="https://www.gilead.com/news/news-details/2026/fda-grants-accelerated-approval-to-gileads-hepcludex-bulevirtide-gmod-the-first-and-only-approved-treatment-for-chronic-hepatitis-delta-virus-hdv">FDA Grants Accelerated Approval to Gilead’s Hepcludex® (bulevirtide gmod), the First and Only Approved Treatment for Chronic Hepatitis Delta Virus (HDV)</a></p><p>Pressemitteilung vom 29. September 2025: <a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/chris-mcguigan-drug-discovery-award-fuer-heidelberger-virologen-stephan-urban/">„CHRIS MCGUIGAN DRUG DISCOVERY AWARD“ FÜR HEIDELBERGER VIROLOGEN STEPHAN URBAN</a></p><p>Pressemitteilung vom 1. Dezember 2023: <a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/hervorragende-hepatitis-forschung-heidelberger-virologe-erhaelt-ehrendoktorwuerde/">Hervorragende Hepatitis-Forschung: Heidelberger Virologe erhält Ehrendoktorwürde</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/stephan-urban-erhaelt-den-baruch-s-blumberg-preis-2023/" target="_blank">Pressemitteilung vom 23. November 2022: Stephan Urban erhält den Baruch S. Blumberg Preis 2023</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/us-branchenriese-gilead-sichert-sich-hepcludex/" target="_blank">Pressemitteilung vom 21. Dezember 2020: US-Brachenriese Gilead sichert sich Hepcludex&nbsp;</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/eine-chronische-krankheit-wird-therapierbar/" target="_blank">Pressemitteilung vom 4. August 2020: Erstes Medikament gegen Hepatiti-D von der europäischen Kommission zugelassen&nbsp;</a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-infektiologie/molecular-virology" target="_blank">Zentrum für Infektiologie – Abteilung Molekulare Virologie</a></p><p><a href="https://www.dzif.de/de" target="_blank">Deutsches Zentrum für Infektionsforschung</a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Infektiologie,Forschung]]></category>
            <pubDate>Tue, 26 May 2026 12:18:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 27 May 2026 08:14:17 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Warum Schmerzen bleiben, obwohl Verletzungen längst verheilt sind</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/warum-schmerzen-bleiben-obwohl-verletzungen-laengst-verheilt-sind/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/warum-schmerzen-bleiben-obwohl-verletzungen-laengst-verheilt-sind/</guid><pp:caseid>746396</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Prof. Dr. Rohini Kuner von der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg&nbsp;mit dem Jung-Preis für Medizin 2026 ausgezeichnet</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Chronische Schmerzen zählen zu den häufigsten und belastendsten Erkrankungen weltweit. Aber welche Prozesse im Nervensystem führen dazu, dass Schmerzen „gelernt“ und somit dauerhaft gespeichert werden? Und wie lassen sich aus dem Verständnis der Mechanismen hinter chronischen Schmerzen neue therapeutische Ansätze entwickeln? Dieser Frage widmet sich seit vielen Jahren die Forschung von Rohini Kuner, W3-Professorin für „Pharmakologie und Toxikologie“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg sowie Geschäftsführende Direktorin des Pharmakologischen Instituts, das an der Medizinischen Fakultät Heidelberg angesiedelt ist. Hierfür wurde die Heidelberger Schmerzforscherin nun mit dem Jung-Preis für Medizin ausgezeichnet, der mit 300.000 Euro dotiert ist.</span></p><p><span>„Die Arbeit von Prof. Kuner steht exemplarisch für exzellente, international sichtbare Forschung an unserer Fakultät. Wir freuen uns sehr über diese verdiente Anerkennung einer Wissenschaftlerin, die ihr Forschungsfeld über viele Jahre entscheidend mitgeprägt hat“, sagt Professor Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</span></p><p><span>Auch Professorin Rohini Kuner freut sich über die Auszeichnung, die für sie immer auch Teamleistung und das Ergebnis wissenschaftlicher Kooperation ist. „Chronische Schmerzen besser zu verstehen und zu beseitigen, bleibt eine der großen Herausforderungen der modernen Medizin.“</span></p><p><span>Professorin Rohini Kuner erforscht, wie sich das Nervensystem unter anhaltenden Reizen verändert und dadurch chronischer Schmerz entsteht. Im Zentrum steht die neuronale Plastizität – die Fähigkeit von Nervenzellen, sich strukturell und funktional anzupassen. Ihre Arbeiten zeigen, wie Schmerz im Körper gespeichert und verstärkt wird. Daraus ergeben sich neue Ansatzpunkte für Therapien, die gezielter und langfristig wirksam sind. Eben jene wegweisenden Entdeckungen zur neuronalen Plastizität und deren Bedeutung für das Verständnis des Schmerzempfindens würdigt die Jung-Stiftung mit dem Jung-Preis für Medizin.&nbsp;</span></p><p><span>Die Schmerzforscherin studierte Pharmazeutische Biotechnologie in Indien und wurde 1994 an der University of Iowa in den USA promoviert. Im Anschluss setzte sie ihre wissenschaftliche Karriere in Deutschland fort. Von 1995 bis 1998 forschte sie als Postdoktorandin am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg und am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Nach zweijähriger Tätigkeit in einem biowissenschaftlichen Unternehmen wechselte sie im Jahr 2000 an das Pharmakologische Institut der Ruperto Carola. Dort etablierte sie Anfang 2002 eine von der DFG geförderte Emmy-Noether-Gruppe und habilitierte sich 2005 an der Medizinischen Fakultät Heidelberg. 2006 wurde Rohini Kuner auf eine Professur für Pharmakologie und Toxikologie berufen; seit 2009 leitet Prof. Kuner das Pharmakologische Institut. Seit der Einrichtung im Jahr 2015 ist sie Sprecherin des Sonderforschungsbereichs „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation“ (SFB 1158). Für ihre Arbeiten erhielt Prof. Kuner eine Reihe renommierter Forschungspreise, unter anderem 2024 den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verliehenen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis – der wichtigste Forschungsförderpreis in Deutschland – sowie ERC Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC) in den Jahren 2011 und 2025.</span></p><p><span>Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung mit Sitz in Hamburg ist eine unabhängige Stiftung, die mit drei jährlich vergebenen Preisen Projekte der Grundlagen- und weiterführenden Forschung von besonderer klinischer Relevanz ehrt. Der Jung-Preis für Medizin wurde im Jahr 1976, also vor genau 50 Jahren, erstmals verliehen.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>SFB 1158 „Von der Nozizeption zum chronischen Schmerz: Struktur-Funktions-Merkmale neuraler Bahnen und deren Reorganisation":&nbsp;</span><a href="https://www.sfb1158.de/" target="_blank"><span>Heidelberg Pain Consortium (sfb1158.de)</span></a></p><p><a href="https://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/einrichtungen/institute/pharmakologie/forschung/arbeitsgruppe-kuner" target="_blank"><span>AG Kuner an der MFHD</span></a></p><p><a href="https://jung-stiftung.de/"><span>Jung-Stiftung</span></a></p><p><a href="https://jung-stiftung.de/50-jahre-jung-preis-fuer-medizin-hamburgs-erster-buergermeister-tschentscher-wuerdigt-jubilaeum-im-rathaus/" target="_blank">Pressemitteilung der Jung-Stiftung: 50 Jahre Jung-Preis für Medizin: Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher würdigt Jubiläum im Rathaus</a></p><p><a href="https://jung-stiftung.de/medizinpreise-2026/" target="_blank">Pressemitteilung der Jung-Stiftung: Medizinpreise 2026: Jung-Stiftung zeichnet Forschung zu Schmerztherapie, KI in der Krebschirurgie und Diagnostik seltener Erkrankungen aus</a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Prof. Dr. Rohini Kuner</span><br><span>Direktorin</span><br><span>Pharmakologisches Institut der Medizinischen Fakultät Heidelberg</span><br><span>Universität Heidelberg</span><br><span>E-Mail: </span><a href="mailto:rohini.kuner@pharma.uni-heidelberg.de"><span>rohini.kuner@pharma.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Thu, 21 May 2026 09:00:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 26 May 2026 11:47:38 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Jung-Symposium 2026: Neue Perspektiven für KI-gestützte Krebs-Chirurgie, seltene Erkrankungen und bessere Schmerztherapien</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/jung-symposium-2026-neue-perspektiven-fuer-ki-gestuetzte-krebs-chirurgie-seltene-erkrankungen-und-bessere-schmerztherapien/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/jung-symposium-2026-neue-perspektiven-fuer-ki-gestuetzte-krebs-chirurgie-seltene-erkrankungen-und-bessere-schmerztherapien/</guid><pp:caseid>745682</pp:caseid><pp:subtitle>Pressemitteilung der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Unter dem Motto „Ausgezeichnete Humanmedizin 2026“ lädt die Jung-Stiftung ein, bahnbrechende Forschungsergebnisse mit direktem Nutzen für Patient:innen am 20. Mai 2026 im Livestream zu erleben. Zu Gast ist die renommierte Schmerzforscherin Professorin Rohini Kuner, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Wie kann Künstliche Intelligenz chirurgische Entscheidungen bei Krebserkrankungen unterstützen? Welche molekularen Mechanismen helfen, seltene Erkrankungen besser zu verstehen und diagnostisch einzuordnen? Und was bedeutet es für die Behandlung, wenn das Nervensystem Schmerz „lernt“? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des 6. Jung-Symposiums „Ausgezeichnete Humanmedizin 2026“ der Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung, das am<strong> </strong>20. Mai 2026 in Hamburg und im Livestream<strong> </strong>stattfindet. Die Veranstaltung wird in&nbsp;englischer Sprache durchgeführt, die Teilnahme ist kostenlos.&nbsp;</span></p><p><span>Im Fokus der Veranstaltung steht aktuelle Forschung mit direktem Patientennutzen: Dr. Fiona Kolbinger, eine aufstrebende Nachwuchswissenschaftlerin, spricht darüber, wie KI dazu beitragen kann, Eingriffe sicherer zu planen. Professor Taroh Kinoshita, eine Koryphäe der GPI-Biochemie, hält einen Vortrag über GPI-Verankerung und deren Rolle bei seltenen Erkrankungen. Und Professorin Rohini Kuner, eine der führenden Wissenschaftler:innen in der Schmerzforschung, eröffnet neue Ansatzpunkte für die Therapie von chronischen Schmerzen. Im Anschluss an die Vorträge ist Zeit für Fragen und Austausch vorgesehen.</span></p><p><span>Das Symposium findet am 20. Mai 2026 ab 16.00 Uhr als Hybridveranstaltung statt – per Livestream weltweit und zusätzlich vor Ort im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), im Hörsaal Ian K. Karan.</span></p><p><span>Interessierte werden gebeten, sich im Voraus unter </span><a href="https://jung-stiftung.de/en/symposium-2026/" target="_blank"><span>https://jung-stiftung.de/en/symposium-2026/</span></a><span> anzumelden.</span></p><h3><span>Programm des 6. Jung-Symposiums „Ausgezeichnete Humanmedizin 2026“</span></h3><ul><li data-list-item-id="e387ad5109de14f33a3d4dc9c9ebf27f4"><span>16.00 Uhr: <strong>Dr. Fiona Kolbinger, </strong>Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden: </span><i><span>“Surgery 2.0: Artificial Intelligence-Based Personalized Decision-Making in Oncologic Surgery”</span></i></li><li data-list-item-id="ed8b1d498e770d16f5af3fa7a23c89f09"><span>16.40 Uhr: <strong>Professor Taroh Kinoshita</strong>, Center for Infectious Disease, Education and Research, The University of Osaka: </span><i><span>“Invisible Link: Molecular Mechanisms of GPI Anchoring and Their Role in Rare Diseases”</span></i></li><li data-list-item-id="e1b8634a5cfd08d6d9232c9857d1b2ff1"><span>17.20 Uhr: Coffee Break</span></li><li data-list-item-id="e9d69c98cad0c02396de8de186e8a6d7e"><span>17.40 Uhr: <strong>Professorin Rohini Kuner, </strong>Pharmakologisches Institut der Medizinischen Fakultät Heidelberg, Universität Heidelberg: </span><i><span>“When the Nervous System Learns Pain: Neuroplasticity as a Therapeutic Approach for Improved Treatment Strategies”</span></i><br>&nbsp;</li></ul><h3><span>Eine Plattform für Austausch, Inspiration und neue Impulse</span></h3><p><span>Mit dem Jung-Symposium schafft die Jung-Stiftung als unabhängige Stiftung auch 2026 erneut einen Rahmen für exzellente Forschung und interdisziplinären Dialog – über Fach- und Ländergrenzen hinweg. Die Veranstaltung bringt Mediziner:innen, Forscher:innen, Studierende und weitere Interessierte zusammen und macht aktuelle wissenschaftliche Ansätze in kompakten Vorträgen zugänglich. Ziel ist ein Austausch, der Theorie und klinische Praxis näher zusammenführt – und aus dem neue Perspektiven, konkrete Impulse und Ideen für die weitere Forschung und Versorgung entstehen.&nbsp;</span></p><p><span>Interessierte, die das Symposium über den Livestream verfolgen möchten, sind gebeten, sich unter </span><a href="https://jung-stiftung.de/en/symposium-2026/" target="_blank"><span>https://jung-stiftung.de/en/symposium-2026/</span></a><span> digital anzumelden. Sie erhalten dann einige Tage vor dem Jung-Symposium „Ausgezeichnete Humanmedizin 2026“ den Zugangslink per E-Mail. Die Teilnahme vor Ort ist ebenfalls möglich; auch dafür wird um Voranmeldung gebeten.</span></p><h3>Hier gibt es den Vortrag von Prof. Kuner zum Anschauen:</h3><h3><span><strong>Über die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung</strong></span></h3><p><span>Die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung mit Sitz in Hamburg ist eine unabhängige Stiftung, die mit drei jährlich vergebenen Preisen Projekte der Grundlagen- und weiterführenden Forschung von besonderer klinischer Relevanz ehrt. Seit 1967 hat die Stiftung rund 17 Mio. Euro in Preisgelder und die Förderung von Projekten investiert, die eine Brücke von der medizinischen Forschung zum Krankenbett schlagen. Unter dem Motto „Ausgezeichnete Humanmedizin“ trägt die Stiftung so maßgeblich zur Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten bei. Der Jung-Preis für Medizin, die Jung-Medaille für Medizin in Gold und der Jung-Karriere-Förderpreis für medizinische Forschung zählen in ihrer Gesamtsumme europaweit zu den höchstdotierten Medizinpreisen. Mit der zusätzlichen Vergabe von Fellowships und Deutschlandstipendien kommt die Stiftung so auf Förderungen im Wert von insgesamt bis zu 650.000 Euro jährlich.&nbsp;</span></p><p><span>Mehr Informationen unter </span><a href="https://www.jung-stiftung.de" target="_blank"><span>www.jung-stiftung.de</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>MuthKomm GmbH&nbsp;</span><br><span>Telefon: 040 307070710&nbsp;</span><br><span>E-Mail: nele.luchsinger@muthkomm.de</span></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Mon, 18 May 2026 18:14:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 24 Jun 2026 13:13:32 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Heidelberger Sonderforschungsbereich „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“ verlängert</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberger-sonderforschungsbereich-molekulare-schaltkreise-von-herzerkrankungen-verlaengert/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberger-sonderforschungsbereich-molekulare-schaltkreise-von-herzerkrankungen-verlaengert/</guid><pp:caseid>745081</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Der Sonderforschungsbereich (SFB) 1550 „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“ der Universität Heidelberg startet in seine zweite Förderperiode. Dafür hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft jetzt Fördermittel von rund 17,4&nbsp;Millionen Euro für die kommenden vier Jahre bewilligt. Sprecher ist Johannes Backs, W3-Professor für „Experimentelle Kardiologie“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Der von der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg aus koordinierte Sonderforschungsbereich (SFB) 1550 „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“ startet in die zweite Förderperiode: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligte den Teams aus Heidelberg, Mannheim und Göttingen in der aktuellen Auswahlrunde eine Anschlussförderung in Höhe von rund 17,4 Millionen Euro für die kommenden vier Jahre. Sprecher ist Johannes Backs, W3-Professor für „Experimentelle Kardiologie“ der Medizinischen Fakultät Heidelberg sowie Direktor des Instituts für „Experimentelle Kardiologie“ am Universitätsklinikum Heidelberg. Ziel des SFBs ist es, die molekularen Schaltkreise, die zu Herzerkrankungen führen, zu entschlüsseln und darauf aufbauend maßgeschneiderte Therapien zu entwickeln. &nbsp;</span></p><p><span>„Die Verlängerung des Sonderforschungsbereichs 1550 stärkt die internationale Sichtbarkeit unserer Fakultät und unseren Forschungsschwerpunkt der kardiovaskulären Medizin. Der SFB vereint Spitzenforschung und digitale Technologien, um neue, maßgeschneiderte Therapieansätze für komplexe Herzerkrankungen zu entwickeln. Zugleich unterstützt er die Ausbildung der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern, Ärztinnen und Ärzten. Die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Forschungsgruppen, die Einbindung von neuen Bereichen im SFB 1550, wie beispielsweise aus den Ingenieurswissenschaften, und die Vernetzung im Innovationscampus Health + Life Science Alliance ermöglichen die gezielte Translation von Forschungsergebnissen und deren Transfer in die klinische Praxis. Im Namen der Medizinischen Fakultät Heidelberg gratuliere ich den Antragstellerinnen und Antragstellern sehr herzlich zu der Verlängerung des SFB 1550“, sagt Prof. Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</span></p><p><span>An der Medizinischen Fakultät Heidelberg werden aktuell neun SFB / TRR in Sprecherfunktion sowie weitere elf SFB / TRR mit Beteiligung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch die DFG gefördert.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>SFB 1550: Maßgeschneiderte Therapie bei Herzerkrankungen</span></h3><p><span>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFBs 1550 „Molekulare Schaltkreise von Herzerkrankungen“<strong>&nbsp;</strong>untersuchen seit 2022 den Einfluss der Umwelt auf die Erbinformation, auf Proteine, auf den Stoffwechsel sowie den Krankheitsverlauf, um daraus mittels maschinellen Lernens kritische molekulare Prozesse der Krankheitsentstehung zu identifizieren, experimentell zu bestätigen und für die Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung angeborener und erworbener Herzerkrankungen zu nutzen. Es sind Projektteams der Medizinischen Fakultäten Heidelberg und Mannheim der Universität Heidelberg, des Helmholtz Institut for Translational AngioCardioScience (HI-TAC) der Universität Heidelberg, des European Molecular Biology Laboratory (EMBL), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Universität Göttingen beteiligt.</span></p><p><span>Medikamentöse Therapien zur Behandlung von Herzschwäche, die als Folge verschiedener Herzerkrankungen auftritt, wirken bislang eher unspezifisch und stoßen häufig an ihre Grenzen. Diesem Problem nahmen sich die interdisziplinären Projektteams des SFBs 1550 in der ersten Förderperiode an, indem sie Veränderungen am Erbgut, der Proteinausstattung und der Stoffwechselaktivität im Herzgewebe analysierten und erste Behandlungsansätze entwickelten. „Unsere neuen Therapiekonzepte sind darauf ausgerichtet, nicht nur die Symptome der Herzschwäche zu lindern, sondern passgenau an den Ursachen anzusetzen und die veränderten molekularen Schaltkreise wieder instand zu setzen“, sagt SFB-Sprecher Professor Backs. Zuletzt veröffentlichte das Team ein Behandlungskonzept für eine sehr aggressiv verlaufende Form der angeborenen Herzschwäche, bei der sich der Herzmuskel aufweitet und seine Pumpkraft verliert, die sogenannte RBM20-Kardiomyopathie (van den Hoogenhof MMG et al., Nature Cardiovascular Research 2026. doi: 10.1038/s44161-026-00818-2).</span></p><p><span>„Eines unserer Ziele für die nächsten vier Jahre ist es, die Krankheitsmechanismen in den Herzmuskelzellen mit den Prozessen in anderen Zelltypen in Verbindung zu bringen. Denn wir betrachten das Herz – ob gesund oder krank – nicht isoliert: Es ist in ständiger Kommunikation mit seiner Umgebung und beeinflusst so die systemische Gesundheit. Mit unserem SFB leisten wir daher einen grundlegenden Beitrag zu Prävention und gesunder Alterung“, so Professor Backs.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Heidelberger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch an SFBs anderer Hochschulen beteiligt</span></h3><p><span>In der aktuellen Förderperiode ist auch die Verlängerung folgender Sonderforschungsbereiche unter Beteiligung von Forschenden der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg bewilligt worden:</span></p><p><span>In die zweite Förderperiode startet der SFB 1531 „Schadenskontrolle durch das Stroma-vaskuläre Kompartiment“, von der Goethe Universität Frankfurt am Main aus koordiniert und mit Beteiligung eines Projektteams um Prof. Dr. Florian Leuschner, Heisenberg-Professor für Immunkardiologie, Medizinische Fakultät Heidelberg. Ziel des SFB 1531 ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Heilungsvorgängen nach Organschädigungen zu beschreiben, die durch eine Mangel-Durchblutung beispielsweise bei Herzinfarkten und Schlaganfällen verursacht wurden.</span></p><p><span>Der SFB/TRR 237 „Nukleinsäure-Immunität“, koordiniert von der Ludwig-Maximilians-Universität München aus und mit Beteiligung eines Teams um Prof. Dr. Axel Roers,</span> <span>Institut für Immunologie, Universität Heidelberg, erhält eine dritte Förderperiode. Im Fokus steht hier die Frage, wie Organismen mikrobielle sowie körpereigene RNA und DNA detektieren, um schützende Immunantworten einzuleiten. Auch werden Fehlfunktionen dieser Prinzipien, welche schwere entzündliche Erkrankungen verursachen, untersucht.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Sonderforschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft</span></h3><p><span>Ziel von Sonderforschungsbereichen ist es, innovative, aufwendige und langfristig konzipierte Forschungsvorhaben über die Grenzen von Fachdisziplinen und Institutionen hinaus zu fördern. Neben wissenschaftlichen Aspekten tragen auch Nachwuchsförderung und die Gleichstellung von Forscherinnen und Forschern zum erfolgreichen Abschneiden im anspruchsvollen Auswahlverfahren der DFG bei.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Weitere Informationen im Internet</span></h3><p><a href="https://www.medizinische-fakultaet-hd.uni-heidelberg.de/forschung/forschungsschwerpunkte-und-verbuende" target="_blank"><span>Forschungsschwerpunkte und -verbünde an der Medizinischen Fakultät Heidelberg</span></a></p><p><a href="https://www.uni-heidelberg.de/de/einrichtungen/forschungseinrichtungen/sonderforschungsbereiche" target="_blank">Sonderforschungsbereiche an der Universität Heidelberg</a></p><p><a href="https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/464424253?language=de" target="_blank"><span>Sonderforschungsbereich 1550</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-innere-medizin-medizin-klinik/innere-medizin-viii-institut-fuer-experimentelle-kardiologie/" target="_blank"><span>Institut für Experimentelle Kardiologie Heidelberg</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Fri, 15 May 2026 10:13:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 15 May 2026 08:16:45 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Nobelpreisträger Shimon Sakaguchi spricht beim Internationalen Symposium „Frontiers in Skin Immunity“ in Heidelberg</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/nobelpreistraeger-shimon-sakaguchi-spricht-beim-internationalen-symposium-frontiers-in-skin-immunity-in-heidelberg/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/nobelpreistraeger-shimon-sakaguchi-spricht-beim-internationalen-symposium-frontiers-in-skin-immunity-in-heidelberg/</guid><pp:caseid>744212</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Vom 15. bis 16. Mai 2026 tagen führende Expertinnen und Experten aus Dermatologie und Immunologie in Heidelberg – darunter Nobelpreisträger Professor Shimon Sakaguchi, der 2025 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet wurde. Die Konferenz wird vom Sonderforschungsbereich Transregio 156 (SFB‑TRR 156) „Die Haut als Sensor und Initiator lokaler und systemischer Immunität“ gemeinsam mit der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg ausgerichtet und markiert den Abschluss der dritten Förderperiode des Konsortiums. Themen sind aktuelle Fortschritte in der Hautimmunologie, bei entzündlichen Hauterkrankungen und in der Immunregulation. Die Veranstaltungssprache ist Englisch.</strong></span></p><p><span><strong>Interessierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Ärztinnen und Ärzte können sich noch anmelden. Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen. Veranstaltungsort ist das Kommunikationszentrum des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Ein besonderer Programmpunkt ist der Vortrag von Professor Shimon Sakaguchi, der 2025 gemeinsam mit Mary E. Brunkow und Fred Ramsdell den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für seine Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz erhielt. Seine Arbeiten zu regulatorischen T‑Zellen haben die moderne Immunologie grundlegend geprägt und sind von großer Bedeutung für das Verständnis des immunologischen Gleichgewichts in der Haut. In seinem Vortrag mit dem Titel </span><i><span>„Treatment of immunological diseases, including pemphigus vulgaris, by converting disease‑mediating T cells into Tregs“</span></i><span> wird Professor Sakaguchi innovative therapeutische Ansätze auf Basis immunologischer Toleranz vorstellen.</span></p><p><span>Im Zentrum der Tagung steht die Arbeit des Sonderforschungsbereichs Transregio 156 „Die Haut als Sensor und Initiator lokaler und systemischer Immunität“, der von der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg koordiniert wird. Seit mehr als elf Jahren untersucht dieses interdisziplinäre Konsortium die Haut als zentrales Immunorgan, das nicht nur eine erste Barriere gegen Krankheitserreger darstellt, sondern auch systemische Immunantworten maßgeblich beeinflusst.</span><br>&nbsp;</p><h3><span>SFB Transregio 156 „Die Haut als Sensor und Initiator lokaler und systemischer Immunität“</span><br>&nbsp;</h3><p><span>Der SFB‑TRR 156 wird von Professor Dr. Alexander Enk geleitet, Mitglied der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Geschäftsführender Direktor der Hautklinik des Universitätsklinikums Heidelberg. Das Konsortium vereint Projektpartner aus Heidelberg, Tübingen und Mainz und wird in der dritten Förderperiode mit rund 14 Millionen Euro unterstützt. Dermatologinnen und Dermatologen, Immunologinnen und Immunologen, Mikrobiologinnen und Mikrobiologen sowie Bioinformatikerinnen und Bioinformatiker verfolgen gemeinsam das Ziel, ein umfassendes Verständnis der Hautimmunität und ihrer Wechselwirkungen mit dem systemischen Immunsystem zu gewinnen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Übertragung grundlegender Forschungsergebnisse in die klinische Anwendung, unter anderem in klinischen Studien zu chronisch‑entzündlichen und autoimmunen Erkrankungen wie der Psoriasis.</span></p><p><span>Das wissenschaftliche Programm des Symposiums spiegelt diese Forschungsschwerpunkte wider und umfasst Vorträge und Diskussionsrunden zu angeborener und adaptiver Immunität der Haut, Wirt‑Mikroben‑Interaktionen, Barrierefunktionen sowie immunvermittelten Hauterkrankungen, mit einem starken Fokus auf translationale Forschung.</span></p><p><span><strong>Weitere Informationen zum wissenschaftlichen Programm, zu den Referierenden und zur Anmeldung finden Sie </strong></span><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/Haut/SFB_TRR156/PDFs/TR156_Frontiers_in_Skin_Immunity.pdf" target="_blank"><span><strong>hier</strong></span></a><span><strong>.</strong></span></p><h3><span>Anmeldung für MedienvertreterInnen</span></h3><p><span>Carmen Buschmann</span><br><span>Projektkoordinatorin</span><br><span>Tel.: 06221 56‑35261</span><br><span>E‑Mail: carmen.buschmann@med.uni‑heidelberg.de</span></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Wed, 06 May 2026 16:39:00 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 06 May 2026 15:30:51 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Ein Abstrich genügt: Studie ebnet Weg für einfacheren Tuberkulose-Nachweis</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ein-abstrich-genuegt-studie-ebnet-weg-fuer-einfacheren-tuberkulose-nachweis/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ein-abstrich-genuegt-studie-ebnet-weg-fuer-einfacheren-tuberkulose-nachweis/</guid><pp:caseid>743478</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Unter der Leitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der University of California, San Francisco (USA), hat ein internationales Forschungsteam ein neues Verfahren zur Diagnose von Lungentuberkulose untersucht. Damit können Tuberkulose-Bakterien unabhängig von Laboren, in kürzerer Zeit als bisher und über einen einfachen Abstrich nachgewiesen werden. Für ihre Studie setzten die Forschenden das Verfahren bei Patientinnen und Patienten in sieben Ländern mit hoher Tuberkulose-Belastung ein und zeigten: Der Nachweis ist diagnostisch genau und kann auch von ungeschultem Personal durchgeführt werden. Die Ergebnisse, aktuell im „New England Journal of Medicine“ erschienen, trugen maßgeblich dazu bei, dass die Weltgesundheitsorganisation den weltweiten Einsatz des Diagnoseverfahrens bereits empfohlen hat.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Mit dem Verfahren können TB-Bakterien </span><i><span>(Mycobacterium tuberculosis)</span></i><span> über einen Zungenabstrich, direkt am Ort der Probennahme und in weniger als 35 Minuten nachgewiesen werden. Für die Diagnostik kommen zwei mobile Geräte zum Einsatz: In einem werden die Bakterien aus dem Abstrich für die weitere Analyse aufgelöst. Das zweite Gerät wertet die Probe durch Detektion von Erbgut aus und zeigt über Kontrollleuchten an, ob sie „positiv“ (enthält Bakterien-Erbgut) oder „negativ“ (enthält kein Bakterien-Erbgut) ist. Wie zuverlässig die mit dem Verfahren erzielten Ergebnisse sind und ob die einzelnen Schritte auch von ungeschultem Personal sicher durchgeführt werden können, überprüften Claudia Denkinger, Professorin für „Infektions- und Tropenmedizin“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Ärztliche Direktorin der Abteilung Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), und Dr. Seda Yerlikaya, Gruppenleiterin in der Infektions- und Tropenmedizin, gemeinsam mit internationalen Forschungspartnerinnen und -partnern.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Studiendesign und zentrale Ergebnisse</span></h3><p><span>Für die aktuell im </span><a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2509761" target="_blank"><span>„New England Journal of Medicine“</span></a><span> veröffentlichte<strong> </strong>Studie wurden 1.380&nbsp;Personen mit Verdacht auf Lungentuberkulose in ambulanten Zentren in Indien, Nigeria, Südafrika, Uganda, Vietnam, Sambia und auf den Philippinen mit dem neuen Verfahren untersucht. Die Patientinnen und Patienten gaben sowohl aus den Atemwegen abgehustetes Sekret (Sputum) als auch Zungenabstrichproben ab. Für beide Probenvarianten ermittelten die Forschenden den Anteil der korrekt erkannten Erkrankten (Sensitivität) und den Anteil der korrekt erkannten Gesunden (Spezifität). Es zeigte sich, dass der Tuberkulose-Nachweis per Zungenabstrich vier von fünf Erkrankten korrekt identifizierte (Sensitivität von 80&nbsp;Prozent) und nur bei 0,5&nbsp;Prozent der Untersuchten falsch positiv ausfiel (Spezifität von 99,5&nbsp;Prozent). Ähnliche Werte ergaben sich für die Untersuchung von Sputum mit dem neuen Verfahren. Insgesamt sind diese Ergebnisse vergleichbar mit denen einer Goldstandard-TB-Diagnostik, bei der abgehustetes Sekret im Labor untersucht wird. Auch in einer </span><a href="https://doi.org/10.1093/cid/ciag077" target="_blank"><span>parallelen Studie</span></a><span> zeigten die Forschenden: Die diagnostische Genauigkeit führt dazu, dass der neue Nachweis per Zungenabstrich vergleichbar viele Patientinnen und Patienten mit Tuberkulose identifiziert wie bisherige Sputum-basierte TB-Diagnostika.</span></p><p><span>„Wir haben gezeigt, dass das Verfahren die Ansprüche der Weltgesundheitsorganisation an Tuberkulose-Diagnostika erfüllt“, fasst die Erstautorin Dr. Yerlikaya zusammen. „Die Ergebnisse sind so überzeugend, dass die WHO den Einsatz bei Jugendlichen und Erwachsenen mit TB-typischen Symptomen bereits jetzt empfohlen hat.“ Auch die Benutzerfreundlichkeit wurde vom Forschungsteam bestätigt.</span></p><p><span>Dass für die Diagnostik ein Zungenabstrich ausreicht, vereinfache nicht nur die Probennahme, sondern vergrößere auch den Kreis der Testpersonen, so Professorin Denkinger. Denn nicht alle Patientinnen und Patienten, bei denen ein Tuberkulose-Verdacht besteht, können Sputum abgeben. Das gilt zum Beispiel für Kinder, schwer kranke und HIV-positive Personen, die ein erhöhtes Risiko für eine TB-Infektion haben. Als weitere Vorteile nennt die Infektiologin: „Die Geräte haben eine kompakte Größe, können auch von Laiinnen und Laien ohne großen Schulungsaufwand bedient werden, liefern schnell ein eindeutiges Ergebnis und laufen batteriebetrieben.“ Letzteres ist entscheidend für den Einsatz in Regionen, in denen eine kontinuierliche Stromversorgung nicht gewährleistet ist. Zudem liegen die Kosten für den Point-of-Care-Nachweis deutlich unter denen für bisherige Labortests.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Entwicklung des Verfahrens, WHO-Empfehlung und Ausblick</span></h3><p><span>Professorin Denkinger und ihr Team waren bereits an der Entwicklung der neuen Methodik beteiligt – unter anderem mit technischer Expertise und begleitenden Studien. Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt vom National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) der US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH), der Gates Foundation, dem US-Außenministerium (vormalig USAID) und der Europäischen Union im Rahmen der European and Developing Countries Clinical Trials Partnership (EDCTP).</span></p><p><span>Nachdem die World Health Organization (WHO) das Verfahren als ersten „Near-Point-of-Care-Test“ für Tuberkulose empfohlen hat, wird aktuell die Pilotanwendung in verschiedenen Ländern mit hoher TB-Belastung vorbereitet. Mehrere Organisationen und Stiftungen finanzieren die Anwendung, darunter der Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria und die Children’s Investment Fund Foundation. „Damit das Diagnoseverfahren international eingesetzt werden kann, müssen nicht nur die Geräte und Materialien angeschafft werden. Die beteiligten Organisationen definieren auch Einsatzorte und Zielgruppen, informieren Interessensgruppen, schulen Personal und identifizieren ländertypische Besonderheiten“, schildert Professorin Claudia Denkinger die nun anstehenden Schritte. Von zentraler Bedeutung für den Erfolg des neuen Diagnose-Instruments sei, dass sowohl medizinische Fachkräfte als auch die untersuchten Personen Vertrauen in die neuen Testabläufe gewinnen.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Hintergrund: Die Infektionskrankheit Tuberkulose und ihre Diagnostik</span></h3><p><span>Jedes Jahr sterben weltweit mehr als eine Million Menschen an Tuberkulose (TB). Allein im Jahr 2024 gab es mehr als zehn Millionen Neuerkrankungen. Die bakterielle Infektionskrankheit greift in erster Linie die Lunge an, kann aber auch andere Organe betreffen. Zu den Symptomen zählen anhaltender Husten, Fieber und Gewichtsabnahme. Tuberkulose kann mit Antibiotika behandelt werden, eine Herausforderung ist aber die Diagnostik: Bislang vorhandene Tests sind teuer, aufwendig und teilweise ungenau. In ressourcenschwachen Ländern mit hohen Infektionszahlen ist zudem der Zugang begrenzt. Häufig mangelt es an Fachpersonal, der erforderlichen Laborausstattung oder einer zuverlässigen Stromversorgung für Laborgeräte. Die Diagnostik findet in der Regel nicht am Point-of-Care statt – also dort, wo die Patientinnen und Patienten sich vorstellen. Dadurch liegt das Ergebnis zeitverzögert vor, eine gegebenenfalls erforderliche Behandlung kann nicht sofort beginnen und einige Patientinnen und Patienten werden gar nicht mehr erreicht. „Vor diesem Hintergrund setzt der TB-Nachweis per Zungenabstrich neue Maßstäbe in der TB-Diagnostik“, so Professorin Denkinger.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>Yerlikaya S, Masuzyo C, Adije B et al. (2026) Pulmonary Tuberculosis Detection with MiniDock MTB Using Swab Samples. New England Journal of Medicine 394(17), 1710–1722, </span><a href="https://doi.org/10.1056/NEJMoa2509761" target="_blank"><span style="text-align:left;">DOI: 10.1056/NEJMoa2509761</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>Website der Abteilung </span><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-infektiologie/abteilung-infektions-und-tropenmedizin/" target="_blank"><span>Infektions- und Tropenmedizin am UKHD</span></a></p><p><span>Studie zum Verfahren in </span><a href="https://doi.org/10.1093/cid/ciag077" target="_blank"><span>„Clinical Infectious Diseases“</span></a></p><p><span>„Factsheet Tuberculosis“ der </span><a href="https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/tuberculosis" target="_blank"><span>Weltgesundheitsorganisation (englischsprachig)</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Professorin Dr. Claudia Denkinger</span><br><span>Ärztliche Direktorin</span><br><span>Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg und Medizinische Fakultät Heidelberg</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:claudia.denkinger@uni-heidelberg.de" name="mailto:claudia.denkinger@uni-heidelberg.de" href="mailto:claudia.denkinger@uni-heidelberg.de" target="_blank"><span>claudia.denkinger@uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung,Infektiologie]]></category>
            <pubDate>Thu, 30 Apr 2026 09:30:06 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Thu, 30 Apr 2026 11:46:27 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Paul-Martini-Preis für Professor Dr. Alwin Krämer</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/paul-martini-preis-fuer-professor-dr-alwin-kraemer/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/paul-martini-preis-fuer-professor-dr-alwin-kraemer/</guid><pp:caseid>742719</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Am 20. April 2026 erhielt Prof. Dr. med. Alwin Krämer, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, tätig am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und dem Universitätsklinikum Heidelberg, den Paul-Martini-Preis 2026. Der Preis wurde zuerkannt für wegweisende Therapie­verbesserungen für einige Patientinnen und Patienten mit Metastasen bei unbekanntem Primärtumor, englisch CUP-Syndrom (für </strong></span><i><span><strong>Cancer of Unknown Primary</strong></span></i><span><strong>) genannt. Der Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, für heraus­ragende Leistungen in der klinisch-thera­peutischen Arznei­mittel­forschung verliehen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert. Die Ehrung erfolgt im Rahmen des Jahres­kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden. </strong></span><i><span><strong>Pressemitteilung der Paul-Martini-Stiftung</strong></span></i></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Prof. Dr. Stefan Endres, Ludwig-Maximilians-Universität München, erläuterte die Auswahl des Preisträgers im Namen des wissenschaft­lichen Beirats: „Die Diagnose ‚CUP-Syndrom‘ hat eine sehr ungünstige Prognose. Es ist insbesondere der von Professor Krämer geleiteten klinischen Forschung zu verdanken, dass nach Jahrzehnten des therapeutischen Stillstands einigen der Patientinnen und Patienten jetzt aussichtsreichere Therapien angeboten werden können. Krämers Ergebnisse sind bereits – im Jahr 2025 – in die Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Malignomerkrankungen der European Society for Medical Oncology, der ESMO, eingegangen.“</span></p><h3><br><span>Personalisierte Therapie des CUP-Syndroms</span></h3><p><span>Vom ‚CUP-Syndrom‘ ist bei Krebs die Rede, wenn sich Metastasen nachweisen lassen, aber nicht der Primärtumor, von dem diese Metastasen ausgegangen sind. Das kommt bei 3 bis 5 % aller Krebs­erkran­kungen vor. Dies macht das ‚CUP-Syndrom‘ zur siebthäufigsten Tumorart und zur vierthäufigsten krebsbedingten Todesursache. Jahr­zehntelang waren zur Behandlung des CUP-Syndrom nur platin­basierte Chemo­therapien etabliert. Die mittlere Überlebenszeit lag bei neun Monaten.</span></p><p><span>Dank der von Krämer geleiteten internationalen CUPISCO-Studie und der ebenfalls multizentrischen CheCUP-Studie wurde deutlich, dass auch hier personalisierte Medizin der Schlüssel zu wirksameren Therapien ist: Patientinnen und Patienten mit CUP-Syndrom werden nach diesem neuen Konzept also nicht alle einheitlich therapiert. Vielmehr erhalten sie – abgestimmt auf das Mutationsprofil der untersuchten Tumorzellen – ausgewählte Kinasehemmer, Checkpoint-Inhibitoren und/oder Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, die sich bei anderen Krebsarten mit entsprechenden Mutationen bewährt haben.</span></p><p><span>Mit dieser Therapiestrategie können bei einem Teil der CUP-Patientinnen und -Patienten bei Erstlinientherapie wie auch bei Rezidivbehandlung lange anhaltende Remissionen erreicht werden.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Der Preisträger</span></h3><p><span>Prof. Dr. med. Alwin Krämer ist W3-Professor für Innere Medizin an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, Oberarzt an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Molekulare Hämatologie/Onkologie des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums (DKFZ) und des UKHD.</span></p><p><span>Forschungsaufenthalte führten den früheren Heisenberg-Stipendiaten vor seiner Berufung unter anderem an die University of Wisconsin in Madison (USA) und an das Institute of Cancer Biology des Danish Cancer Society Research Center in Kopenhagen.</span></p><p><span>Professor Krämer ist Mitglied und z. T. Vorsitzender von mit dem CUP-Syndrom befassten Gremien bei der World CUP Alliance (WCA), der European Society for Medical Oncology (ESMO), der World Health Organisation (WHO) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG).</span></p><p><span>2010 erhielt Krämer den Wissenschaftspreis der Arbeitsgemeinschaft Internistischer Onkologie (AIO) der Deutschen Krebsgesellschaft und 2004 den Vincenz-Czerny-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO).</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Die Paul-Martini-Stiftung</span></h3><p><span>Die gemeinnützige Paul-Martini-Stiftung mit Sitz in Berlin fördert die Arzneimittelforschung sowie die Forschung über Arzneimitteltherapie und intensiviert den wissenschaftlichen Dialog zwischen medizinischen Wissenschaftlern in Universitäten, Krankenhäusern, der forschenden Pharmaindustrie, anderen Forschungseinrichtungen und Vertretern der Gesundheitspolitik und der Behörden. Sie feiert dieses Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Träger der Stiftung ist der vfa, Berlin, mit seinen derzeit 50 Mitgliedsunternehmen.</span></p><p><span>Die Stiftung ist benannt nach dem Bonner Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini (1889-1964) in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der klinisch-therapeutischen Forschung, die er mit seiner 1932 veröffentlichten „Methodenlehre der therapeutischen Untersuchung“ über Jahrzehnte wesentlich geprägt hat.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p>Pressemitteilung und Fotos der Preisverleihung auf der <a href="https://www.paul-martini-stiftung.de/paul-martini-preis/2026/index.html" target="_blank">Website der Paul-Martini-Stiftung</a></p><p>Website der <a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/" target="_blank"><span>Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des UKHD</span></a></p><p>Website der <a href="https://www.dkfz.de/molekulare-haematologie-onkologie" target="_blank"><span>Klinischen Kooperationseinheit Molekulare Hämatologie/Onkologie des Deutschen Krebs­forschungs­zentrums (DKFZ) und des UKHD</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,Dritte-PM,Forschung,Onkologie]]></category>
            <pubDate>Tue, 21 Apr 2026 10:19:52 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 21 Apr 2026 09:07:17 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Molekulare Signatur für aggressives Wachstum von Kopf-Hals-Tumoren entdeckt</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/molekulare-signatur-fuer-aggressives-wachstum-von-kopf-hals-tumoren-entdeckt/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/molekulare-signatur-fuer-aggressives-wachstum-von-kopf-hals-tumoren-entdeckt/</guid><pp:caseid>742173</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Technischen Universität München haben die genetische Aktivität "knospender“ Karzinome des Kopf-Hals-Bereichs untersucht. In den „Knospen“ – sich vom Tumor ablösende Zellverbände, die mit einer ungünstigen Prognose einhergehen – fanden sie ein charakteristisches Muster der Genaktivität. Diese Marker-Signatur gibt Einblicke in die Biologie dieser Tumoren, könnte zukünftig die diagnostische Einordnung erleichtern und liefert erste Hinweise auf mögliche Behandlungsstrategien. Die Ergebnisse sind aktuell im Fachjournal "Genome Medicine“ erschienen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Sogenannten Tumorknospen sind Zellverbände von bis zu vier Zellen, die sich vom restlichen Tumorgewebe bei Karzinomen des Kopf-Hals-Bereichs ablösen. Ihr Vorhandensein ist Anzeichen für einen ungünstigen Verlauf der Erkrankung. Wie genau diese Tumorzellen „ticken“ haben Forschungsteams der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Technischen Universität München erstmals mithilfe einer räumlichen Analyse der genetischen Aktivität, der sogenannten Transkriptomanalyse, genauer unter die Lupe genommen. Sie untersuchten mit speziellen Techniken an Gewebeschnitten von Kopf-Hals-Tumoren und mit besonderem Fokus auf den Tumorknospen, wo welche Gene aktiv waren. Dabei entdeckten sie eine charakteristische Signatur von 28 Genen, in deren Aktivität sich die Knospen vom umliegenden Tumorgewebe und gesundem Gewebe unterschieden. Diese charakteristische Genaktivität gibt erstmals Hinweise auf die speziellen Eigenschaften dieser Krebszellen und deckte zudem Angriffspunkte für bestehende therapeutische Wirkstoffe auf.</span></p><p><span>Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereich gehören mit etwa 18.000 jährlichen Neuerkrankungen zu den zehn häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Sie können an den Lippen, in der Mundhöhle und an der Zunge, im Rachen und tieferen Bereichen des Halses vorkommen. Bekannte Risikofaktoren sind Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV), Rauchen, Alkoholkonsum oder langjähriger Umgang mit Schadstoffen wie chrom- und nickelhaltigen Farben und Lacken. Die Prognose unterscheidet sich je nach Ort und Stadium des Tumors und ist trotz multimodaler Behandlungsstrategien häufig ungünstig. Etwa jeder zweite Betroffene überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht. „Das große Problem bei diesen Karzinomen der Mund- und Rachenschleimhaut ist, dass es aktuell außer dem HPV-Status keinen Biomarker in der klinischen Praxis gibt, anhand dessen sich der Krankheitsverlauf zuverlässig abschätzen und die Therapie anpassen lässt“, sagt korrespondierender Autor Prof. Dr. Jan Budczies, Arbeitsgruppenleiter am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg.</span><br>&nbsp;</p><h3><span>Ablösung kleiner Zellcluster erhöht das Risiko für Metastasenbildung</span></h3><p><span>Ein wichtiges Indiz für die Aggressivität der Erkrankung sind die sogenannten Tumorknospen: Dabei handelt es sich um mikroskopisch kleine Cluster von ein bis vier Tumorzellen, die sich vom Haupttumor abgrenzen und -lösen. Vorarbeiten des Heidelberger und Münchner Teams sowie anderer Arbeitsgruppen haben gezeigt, dass die Knospung mit aggressivem Tumorwachstum, Metastasenbildung und ungünstiger Prognose bei Kopf-Hals-Tumoren verknüpft ist. Welche molekularen Prozesse die Tumorknospen so gefährlich machen, ist bislang noch nicht verstanden.</span></p><p><span>„Die Schwierigkeit einer molekularen Charakterisierung dieser Tumorknospen liegt darin, dass Kopf-Hals-Tumoren insgesamt aus einer Vielzahl molekular sehr heterogener Zellen bestehen. Bisher war es nicht möglich, aus diesem Chaos das molekulare Profil der Tumorknospen herauszufiltern“, beschreibt Prof. Budczies. In dem von der Deutschen Krebshilfe geförderten und in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen der TU München durchgeführten Projekt griff das Team auf eine neue Methode der räumlich aufgelösten Transkriptom-Analyse zurück: Mit dieser Technik werden in markierten Arealen eines Gewebeschnitts sämtliche Moleküle der sogenannten Boten-RNA erfasst. Dabei handelt es sich um kurze Kopien von Abschnitten der Erbinformation im Zellkern, die Informationen zur Herstellung benötigter Proteine kodieren. Sie spiegeln die molekularen Prozesse wider, die in den Zellen zum Zeitpunkt der Entnahme abliefen, und geben Aufschluss über die Eigenschaften der Tumorzellen. Die Forschenden markierten an digitalisierten Gewebeschnitten aus HPV-negativen Tumoren zum einen die Tumorknospen und zum anderen den Haupttumor, von dem sich diese ablösen. „Die verwendete Technik erlaubte es, die RNA präzise aus den ausgewählten Tumorarealen zu analysieren und so erstmals die verschiedenen Zelltypen anhand des Transkriptoms zu unterschieden“ sagt Iordanis Ourailidis, Doktorand und Erstautor des Artikels.</span><br>&nbsp;</p><h3><span>Erstmals molekulare Unterscheidung zwischen Knospen und Tumormasse</span></h3><p><span>Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler leiteten aus den Ergebnissen eine charakteristische Knospungs-Signatur bestehend aus 28 Genen ab. Bei Tests an externen Transkriptom-Datensätzen von Kopf-Hals-Tumoren ließen sich mithilfe der Signatur zuverlässige knospende von nicht knospenden Tumoren unterscheiden sowie auf die Überlebenszeit der Patientinnen und Patienten schließen. Mehr noch: Beim Vergleich mit Datensätzen von kultivierten Zelllinien aus Plattenepithelkarzinomen, an denen Wirkstoffstudien durchgeführt und die Ergebnisse zur Verfügung gestellt worden waren, wurde das Team fündig: Tumorzellen, bei denen ebenfalls die charakteristischen 28 Gene aktiv waren, reagierten auf bestimmte Medikamente, sogenannte MEK-Inhibitoren. Eigene Experimente des Teams bestätigten die Wirkung auf knospende Zellen aus Kopf-Hals-Tumoren.</span></p><p><span>„Unsere Studie trägt zu einem besseren Verständnis der molekularen Mechanismen der aggressiven Kopf-Hals-Tumoren bei. Zudem haben wir mit den MEK-Inhibitoren einen möglichen Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Therapien gefunden“, so Prof. Budczies. Die Studie wurde federführend von Iordanis Ourailidis und Professor Dr. Jan Budczies in Zusammenarbeit mit den Teams um Professorin Dr. Melanie Boxberg und Privatdozent Dr. Fabian Stögbauer von der Technischen Universität München am Pathologischen Institut des Universitätsklinikums Heidelberg durchgeführt.</span></p><h3>Literatur</h3><p><span>Ourailidis, I., Ball, M., Vogel, V. et al. Spatial transcriptomics reveals a molecular tumor budding signature in head and neck cancer. Genome Med 18, 43 (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1186/s13073-026-01612-2"><span>https://doi.org/10.1186/s13073-026-01612-2</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Prof. Dr. rer. nat. Jan Budczies.</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Pathologisches Institut</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><span>E-Mail: jan.budczies@med.uni-heidelberg.de</span></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Wed, 15 Apr 2026 14:38:57 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 15 Apr 2026 12:38:57 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Digitale Erfassung des gesundheitlichen Befindens</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/digitale-erfassung-des-gesundheitlichen-befindens/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/digitale-erfassung-des-gesundheitlichen-befindens/</guid><pp:caseid>741508</pp:caseid><pp:subtitle>Erfolgreiches Pilotprojekt am Universitätsklinikum Heidelberg</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Patientinnen und Patienten regelmäßig zu ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu befragen, ist ein wichtiger Aspekt patientenzentrierter Medizin. Am Universitätsklinikum Heidelberg kommt dafür in einem Pilotprojekt ein neues digitales System zum Einsatz: Die Patientinnen und Patienten beantworten Onlinefragebögen auf ihren eigenen Mobilgeräten, im Anschluss werden die Daten direkt in die Patientenakte übermittelt. Eine aktuelle Studie hat die technische und klinische Machbarkeit des Systems überprüft und bestätigt. Die Ergebnisse sind im „Journal of Medical Internet Research“ erschienen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>„Wie geht es Ihnen heute?“, „Wie viel Schmerz verspüren Sie nach der Operation?“, „Wie stark haben Sie sich in den letzten vier Wochen durch Müdigkeit oder Erschöpfung beeinträchtigt gefühlt?“: Fragen wie diese beantworten Patientinnen und Patienten freiwillig im Rahmen sogenannter Patient-Reported Outcome Measures (PROMs). Damit übermitteln sie digital subjektive Einschätzungen zu ihrem Gesundheitszustand und ihrem Wohlbefinden – zu Beginn, im Laufe und auch nach einer Behandlung. PROMs sind ein wichtiger Bestandteil moderner, patientenzentrierter Medizin. Sie fördern den Arzt-Patient*innen-Dialog, können Behandlungsteams bei Verlaufskontrollen und Therapieanpassungen unterstützen und dazu beitragen, dass Verschlechterungen ihres Gesundheitszustands frühzeitig erkannt werden.</span></p><p><span>Martin Dugas, Professor für „Medizinische Informationssysteme“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), hat gemeinsam mit seinem Team eine Software entwickelt, über die Patientinnen und Patienten Angaben zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität über ihre eigenen mobilen Geräte erfassen können. Die Daten werden direkt in die elektronische Patientenakte am UKHD übermittelt. Zudem können die Daten nach Einwilligung durch die Patientinnen und Patienten anonymisiert für klinische Studien zur Verfügung gestellt werden.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Validierungsstudie mit 110 Patientinnen und Patienten des UKHD</span></h3><p><span>In einer Studie überprüften Prof.&nbsp;Dugas und weitere Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg die technische und klinische Machbarkeit des Systems. Dafür wurden über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bis maximal drei Monaten PROMs von insgesamt 110&nbsp;Patientinnen und Patienten aus vier Kliniken des UKHD erhoben. Inhalt und Häufigkeit der Befragungen waren an die jeweiligen Krankheitsbilder angepasst. Die beteiligten Abteilungen waren die Klinik für Allgemeine Innere Medizin, Psychosomatik und Psychotherapie (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hans-Christoph Friederich), die Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie (Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow), die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie (Prof. Dr. Christoph Michalski) und die Neurochirurgische Klinik (Prof. Dr. Sandro Krieg). Die Patientinnen und Patienten bearbeiteten PROMs in täglichen oder wöchentlichen Abständen. Die Forschenden ermittelten unter anderem die Teilnahmequote, die Zeit zwischen E-Mail-Versand und Teilnahme, die Vollständigkeit der abgegebenen Daten und deren Bedeutung für die Behandlung.</span></p><p><span>Das Team um Prof. Dugas zeigte, dass die PROM-Erhebung über das neu entwickelte System in verschiedenen medizinischen Bereichen funktioniert. Von 184&nbsp;angefragten Personen stimmten 110 (60&nbsp;Prozent) der Teilnahme zu. Sie beantworteten die Fragebögen regelmäßig – im Durchschnitt innerhalb von weniger als acht Stunden. Aus den online abgegebenen Bewertungen ergaben sich in allen vier Kliniken wichtige Befunde. So zeigte sich zum Beispiel bei Befragungen von 36&nbsp;Patientinnen und Patienten zur Psychosomatik nach vierwöchiger Therapie ein Anstieg der gesundheitsbezogenen Lebensqualität von 42 auf 60 Prozent. Das Klinikpersonal bewertete die direkte Übertragung in die Patientenakten als hilfreich für die Versorgung, etwa bei der Schmerzbehandlung.</span></p><p><span>„Wir haben gezeigt, dass es möglich und sinnvoll ist, Abfragen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität regelmäßig über private Geräte durchzuführen, und zwar in vier völlig unterschiedlichen medizinischen Bereichen“, resümiert Prof. Dugas.</span> „<span>Die Betroffenen merken, dass sie einen Beitrag zu ihrer eigenen Therapie leisten können – und sind deshalb bereit, auch in kurzen Zeitabständen Fragebögen zu beantworten.“</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Technische Aspekte und Ausblick</span></h3><p><span>Die technische Herausforderung dieses Projekts bestand darin, ein einfach zu bedienendes System zu entwickeln, das auf patienteneigenen Mobilgeräten funktioniert und das zugleich die hohen Anforderungen an Informationssicherheit und Datenschutz eines Klinikums erfüllt. Nächstes Ziel des Instituts für Medizinische Informatik ist es, das System nach dem erfolgreichen Pilotbetrieb am UKHD auch in allen Tochterkliniken des Universitätsklinikums in Anwendung zu bringen.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>Dugas M, Fleige R, Blumenstock M et al. (2026) Quality of Life Trajectories With Integration Into Electronic Health Records for High-Resolution Patient Outcomes: Algorithm Development and Validation Study. J Med Internet Res 2026;28:e79834, </span><a href="https://doi.org/10.2196/79834" target="_blank"><span>DOI: 10.2196/79834</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>Website des </span><a href="https://ukhd.de/imi/" target="_blank"><span>Instituts für Medizinische Informatik am UKHD</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Prof. Dr. Martin Dugas</span><br><span>Direktor des Instituts für Medizinische Informatik am</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:teamassistenz-postfach.imi@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:teamassistenz-postfach.imi@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:teamassistenz-postfach.imi@med.uni-heidelberg.de" target="_blank"><span>teamassistenz-postfach.imi@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Thu, 09 Apr 2026 11:18:04 +0200</pubDate>
            <pp:lastModified>Thu, 09 Apr 2026 09:18:04 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Heidelberg Cell and Liquid Biobank: Neues automatisiertes Probengroßlager stärkt die patientenorientierte Forschung</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberg-cell-and-liquid-biobank-neues-automatisiertes-probengrosslager-staerkt-die-patientenorientierte-forschung/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberg-cell-and-liquid-biobank-neues-automatisiertes-probengrosslager-staerkt-die-patientenorientierte-forschung/</guid><pp:caseid>738609</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span><strong>Am 17. März 2026 ist auf dem Heidelberger Medizin-Campus das Probengroßlager der Heidelberg Cell and Liquid Biobank eingeweiht worden. Mehr als fünf Millionen Patientenproben können in zwei Systemen automatisiert und nach hohen Qualitätsstandards eingelagert werden. Damit ist das neue Probengroßlager eine zentrale Infrastruktur für die patientenorientierte Forschung an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span>Biobanken sind die „Schatzkammern“ der medizinischen Forschung: In ihnen werden humanbiologische Proben wie Blut, Gewebe und Zellen systematisch aufbereitet, konserviert, gelagert und verwaltet. Wertvoll werden die Proben auch durch die dazugehörigen Daten. Hierzu zählen pseudonymisierte Angaben, also Daten etwa zu Geschlecht, Alter und Krankengeschichte der Spenderinnen und Spender, bei denen personenbezogene Merkmale durch einen Code ersetzt wurden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verwenden die Proben und Daten in Forschungsprojekten, um die Ursachen und Mechanismen von Krankheiten zu verstehen, Diagnosemethoden zu verbessern und personalisierte Therapien zu entwickeln.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Mit dem neuen Probengroßlager der Heidelberg Cell and Liquid Biobank (CLB) ist eine der größten und modernsten Biobanken Deutschlands entstanden. In zwei Systemen können Zell- und Flüssigproben automatisiert eingelagert werden: bis zu 240.000&nbsp;Proben bei -196&nbsp;Grad Celsius (Kryokonservierung) und bis zu 2,6&nbsp;Millionen Proben bei -80&nbsp;Grad Celsius. Die Kapazität des letztgenannten Systems lässt sich auf bis zu 5,2&nbsp;Millionen Proben erweitern.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Standort der CLB ist das Untergeschoss des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Am 17. März wurden im Rahmen der offiziellen Einweihungsfeier symbolisch Proben eingelagert; der reguläre Betrieb der Biobank war bereits zuvor aufgenommen worden. Die Einrichtung in Trägerschaft der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg wurde durch Fördermittel der Dietmar Hopp Stiftung und des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg sowie Eigenmittel der Medizinischen Fakultät Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg unterstützt. „Mit dem Probengroßlager der Cell and Liquid Biobank haben wir eine zentrale Forschungsinfrastruktur geschaffen, die allen Kliniken und Instituten des Heidelberger Medizin-Campus zur Verfügung steht“, so Prof. Dr. Michael Boutros, Dekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. „Damit ist die neue Biobank weit mehr als moderne Technik: Sie ist ein strategisches Zukunftsinvestment in den Forschungsstandort Heidelberg und in starke nationale wie internationale Studienpartnerschaften.“</span></p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Die Vorteile des automatisierten Biobanking</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>In der CLB wird flüssiges und zelluläres Probenmaterial wie Vollblut, Plasma, Serum, Urin, Liquor (Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit) und mononukleare Zellen (Immunzellen aus dem Blut) archiviert. Die Proben stammen von Patientinnen und Patienten aus der Regelversorgung sowie von Studienteilnehmenden. Alle Arbeitsschritte, die eine Probe durchläuft, werden in einem Laboratory-Information-Management-System (LIMS) präzise dokumentiert – von der Patienteneinwilligung, der Probenentnahme und der Pseudonymisierung der Spenderdaten über Aufbereitung, Einfrieren und Einlagerung bis hin zur späteren Ausgabe für Forschungszwecke. Jede Probe kann rund um die Uhr digital nachverfolgt werden und ist konstant temperaturüberwacht. Back-up-Systeme schützen vor einer Unterbrechung der Kühlung.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Die Lagertemperaturen von -80&nbsp;Grad Celsius bzw. -196 Grad Celsius für vitale Zellproben stoppen biologische Prozesse in den Proben und verhindern, dass diese ihre Eigenschaften verändern oder gar verderben. Dank der automatisierten Systeme bleiben die Temperaturen beim Probenhandling und auch der Entnahme einzelner Proben stabil – ein großer Vorteil gegenüber manuell bedienten Gefrierschränken. Auch unter Nachhaltigkeitsaspekten ist die CLB eine sinnvolle Infrastruktur: Zentrale, energieeffiziente Großsysteme ersetzen zahlreiche dezentrale Freezer. Das spart Energie, erhöht die Lagerkapazität und schafft zusätzliche Laborflächen.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>„Hochwertige, verlässlich verfügbare Patientenproben sind das Fundament moderner Medizin“, betont Prof. Dr. Carsten Müller-Tidow, Projektleiter der CLB und Ärztlicher Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des UKHD. „Die automatisierte Lagerung, wie sie in der Heidelberg Cell and Liquid Biobank erfolgt, garantiert eine enorme Geschwindigkeit beim Zugriff, gleichbleibende Qualität und maximale Sicherheit. Das ist entscheidend für reproduzierbare Forschung.“</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>„In der Heidelberg Cell and Liquid Biobank werden technologische Exzellenz, Nachhaltigkeit und medizinischer Fortschritt beispielhaft miteinander verbunden. Wir unterstützen dieses Projekt, weil es die Voraussetzungen schafft, aus Patientendaten und -proben schneller Erkenntnisse zu gewinnen – und diese direkt in bessere Therapien für die Menschen zu übersetzen“, so Dr. Jennifer Fischer, Referentin Medizin bei der Dietmar Hopp Stiftung. Die Stiftung hat mit einer Förderung in Höhe von 1,36&nbsp;Millionen Euro die Anschaffung des Systems zur Kryokonservierung ermöglicht, das aus zwei identischen Einzelgeräten besteht. Eingeworben wurden die Mittel von Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt. Er ist Leiter der German Speaking Myeloma Multicenter Group (GMMG) am Heidelberger Myelomzentrum, das zur Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie gehört. In der Krebsdiagnostik und -behandlung spielt das Biobanking eine wichtige Rolle: Anhand der konservierten Bioproben von Krebspatientinnen und -patienten können beispielsweise spezifische Eigenschaften der Krebszellen (Biomarker) identifiziert und darauf aufbauend individuell passende Therapien entwickelt werden.</span></p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Automatisierte Einlagerung von Bioproben: So funktioniert’s</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Um in den automatisierten Systemen des Probengroßlagers verarbeitet werden zu können, müssen die aufbereiteten Bioproben in definierten Röhrchen (Tubes) vorliegen. Um auch die Probenaufarbeitung zu automatisieren, wird aktuell ein Pipettierroboter für die Isolation mononuklearer Zellen etabliert. Jedes Röhrchen, das in die Biobank eingelagert werden soll, ist mit einem Barcode versehen, der wie ein Fingerabdruck funktioniert und die pseudonymisierte Probe einem Datensatz zuordnet. Die in spezielle Kunststoffgestelle (Racks) einsortierten Tubes werden von den Biobank-Mitarbeitenden entweder in einem Behälter mit flüssigem Stickstoff oder – im Falle der -80-Grad-Celsius-Kühlung – direkt durch eine Pforte in das Lagersystem gegeben. Ab hier beginnt die vollautomatisierte Verarbeitung. Auf Schienen werden die Proben ins Innere transportiert, per Scan registriert und schließlich über weitere Transportsysteme an den vorgesehenen Lagerort im Kühlraum gebracht. Kamerasysteme dokumentieren den Prozess, sodass die Mitarbeitenden die korrekte Einlagerung der Proben über Monitore überwachen können.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Werden einzelne Proben wieder ausgegeben, zum Beispiel für eine aktuelle Forschungsarbeit, läuft der Prozess rückwärts ab: Die angeforderten Tubes werden gezielt aus dem System geholt und zurück zur Pforte befördert, wo die Biobank-Mitarbeitenden sie entgegennehmen und in ein mobiles Kühlsystem geben. Das LIMS dokumentiert auch diese Schritte präzise und nachverfolgbar.</span></p><p style="margin-left:0cm;">&nbsp;</p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Für mehr Qualität und Vergleichbarkeit: Einbindung in regionale und nationale Netzwerke</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Die CLB ist aus bestehenden Biobankstrukturen am NCT Heidelberg sowie der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie (Medizinische Klinik V) des UKHD entstanden und wird schrittweise zu einer zentralen Ressource für die gesamte Medizinische Fakultät Heidelberg ausgebaut. Die Leitung liegt bei der Molekular- und Zellbiologin Dr. Nadine Volk. Bereits bestehende dezentrale Probensammlungen können nach und nach in die CLB umgelagert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die verwendeten Tubes mit den Biobanking-Systemen kompatibel sind.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Die Heidelberg Cell and Liquid Biobank ist eingebunden in die BioMaterialBank Heidelberg (BMBH). Dieser Zusammenschluss von insgesamt zehn qualitätsgesicherten Biobanken am Campus Heidelberg ermöglicht den strukturierten Austausch zwischen verschiedenen Forschungseinrichtungen. Die BMBH fungiert dabei als Schnittstelle zwischen ihren Mitgliedsbiobanken und nationalen wie internationalen Biobanknetzwerken. Darüber hinaus gehört die CLB deutschlandweiten Netzwerken an, zum Beispiel dem German Biobank Network (GBN), einer Vereinigung akademischer Biobanken an 37 Standorten in Deutschland, die Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) ist. Durch die Zusammenarbeit der universitätsmedizinischen Biobanken sollen Qualität und Vergleichbarkeit humaner Bioproben weiter verbessert werden. Ziel ist es, dass Forschende aus Universitätskliniken und anderen Einrichtungen zukünftig einen schnellen und unkomplizierten Zugang zu hochwertigen und vergleichbaren Proben samt den dazugehörigen Daten haben – und zwar deutschlandweit.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Website der </span><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/organisation/zentrale-einrichtungen/heidelberg-cell-and-liquid-biobank" target="_blank"><span>Heidelberg Cell and Liquid Biobank</span></a></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Website des </span><a href="https://www.netzwerk-universitaetsmedizin.de/plattformen/gbn" target="_blank"><span>German Biobank Network im Netzwerk Universitätsmedizin</span></a></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Biobanken verstehen – Erläuterungen für Spenderinnen und Spender auf der </span><a href="https://www.netzwerk-universitaetsmedizin.de/plattformen/biobanken-verstehen" target="_blank"><span>Website des NUM</span></a></p><h3 style="margin-left:0cm;"><span>Kontakt</span></h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Heidelberg Cell and Liquid Biobank (CLB)</span><br><span>Dr. Nadine Volk</span><br><span>Tel.: 06221-5638946</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:nadine.volk@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:nadine.volk@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:nadine.volk@med.uni-heidelberg.de"><span>nadine.volk@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p style="margin-left:0cm;">&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Wed, 18 Mar 2026 14:35:38 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Wed, 18 Mar 2026 13:35:38 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Wie Krebs-Immuntherapien das Herz beeinflussen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/wie-krebs-immuntherapien-das-herz-beeinflussen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/wie-krebs-immuntherapien-das-herz-beeinflussen/</guid><pp:caseid>738721</pp:caseid><pp:subtitle>Hector Stiftung fördert interdisziplinäres Forschungsprojekt</pp:subtitle><pp:summary><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span><strong>Mit einer Fördersumme von 1,3 Millionen Euro unterstützt die Hector Stiftung ein interdisziplinäres Forschungsprojekt zu den kardiologischen Nebenwirkungen sogenannter Checkpoint‑Inhibitoren. Das Konsortium mit Partnern an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, am Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Max-Delbrück Zentrum in Berlin und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel untersucht, warum diese Krebstherapeutika unter anderem das Risiko für die Koronare Herzkrankheit erhöhen können. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Strategien zu identifizieren, durch die Immuntherapien für die Betroffenen langfristig sicherer und verträglicher werden können.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>In der Krebstherapie kommen seit einigen Jahren erfolgreich sogenannte Immun-Checkpoint-Inhibitoren (ICI) zum Einsatz: Therapeutika, die das körpereigene Immunsystem „pushen“, damit es aggressiver gegen Krebszellen vorgehen kann. Krebspatientinnen und -patienten, die eine ICI-Therapie erhalten, haben allerdings ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen. Welche biologischen Mechanismen diese Nebenwirkungen verursachen, untersucht ein interdisziplinäres Forschungsteam unter Leitung von Prof.&nbsp;Dr.&nbsp;Lorenz Lehmann, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg sowie Sektionsleiter Kardio-Onkologie an der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie des Universitätsklinikums Heidelberg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Norbert Frey).</span></p><p><span>Zum Konsortium gehören Dr. Isabel Poschke vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg, Dr. Henrike Maatz vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin, Prof. Dr. Sylvia Saalfeld, Abteilung für medizinische Informatik der Universität Kiel, und Prof. Dr. Oliver Müller, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin V des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel. Seit dem 1.&nbsp;Februar&nbsp;2026 fördert die Hector Stiftung die Arbeit des Konsortiums namens ATHERIC-CARE (ATHErosclerosis RIsk In Cancer patients after immune Checkpoint-Inhibitor therapy – Assessment and Exploration) über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt 1,3&nbsp;Millionen&nbsp;Euro.</span></p><p><span>„Wir gehen davon aus, dass Krebspatientinnen und -patienten durch eine Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren ein etwa dreifach erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen wie die Koronare Herzkrankheit haben“, sagt der Projektleiter Prof. Lehmann. Die Koronare Herzkrankheit ist eine Atherosklerose der Herzkranzgefäße. Bei dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung bleiben Blutfette, Cholesterin&nbsp;und andere Substanzen aus dem Blut an den inneren Gefäßwänden kleben und lösen anhaltende Entzündungen aus. Mit der Zeit weiten sich diese „Plaques“ aus und verengen die Blutgefäße immer mehr. In der Folge kann es zu Herzschwäche und Herzinfarkt kommen. „Das innovative Konsortium interessiert sich dafür, wie Checkpoint-Inhibitoren diesen Entzündungsmechanismus aktivieren oder beschleunigen und leistet einen wichtigen Beitrag für dieses neue interdisziplinäre Forschungsfeld“, so Prof.&nbsp;Norbert Frey.</span></p><p><span>Im Rahmen des geförderten Projekts untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anhand von DNA-Analysen, welche Immunzellen die Atherosklerose vorantreiben, nehmen im Tierversuch die Entzündungsmechanismen von Anfang an unter die Lupe und werten mithilfe maschinellen Lernens computertomographische Aufnahmen von Betroffenen aus. Das Team um Prof. Lehmann wird am Universitätsklinikum Heidelberg Bilddaten von Patientinnen und Patienten mit malignem Melanom analysieren. Der schwarze Hautkrebs gehört zu den bösartigen Krebserkrankungen, bei denen die ICI-Therapie erfolgreich eingesetzt wird – in der Regel als Dauerbehandlung über mehrere Jahre. Da das maligne Melanom schnell und bereits in frühen Stadien Metastasen in anderen Organen bilden kann, werden von den betroffenen Personen unter anderem regelmäßig Computertomographie(CT)-Aufnahmen angefertigt. Diese Bilddaten sind zwar primär zur Überwachung von Tochtergeschwülsten vorgesehen, können aber unter Anwendung Künstlicher Intelligenz auch Veränderungen an den arteriellen Gefäßen wie den Herzkranzgefäßen zeigen.</span></p><p><span>„Indem wir die Ergebnisse, die in den verschiedenen Forschungsbereichen des Konsortiums erzielt werden, zusammenführen, wollen wir Biomarker und Strategien identifizieren, die die Immuntherapie sicherer machen – und damit auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern“, fasst Prof. Lehmann die Ziele des Projekts zusammen.</span></p><p>&nbsp;</p><h3 style="text-align:justify;"><span>Über die Hector Stiftung</span></h3><p><span>Die Hector Stiftung engagiert sich seit ihrer Gründung durch Josephine Hector und Dr. h.c. Hans-Werner Hector für gemeinnützige Vorhaben in den Bereichen Wissenschaft und Bildung, medizinische Forschung, Kunst und Kultur sowie soziale Projekte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung wissenschaftlicher und medizinischer Forschung – insbesondere in Onkologie, Kardiologie und Neurologie. Ziel ist es, Forschung durch finanzielle Unterstützung zu stärken, therapeutisches Wissen zu erweitern und innovative Behandlungs- und Präventionsmethoden voranzubringen. Gefördert werden strukturierte Projektanträge von Einrichtungen und Organisationen. Im sozialen Bereich liegt der Fokus auf Initiativen, die beeinträchtigte Menschen und benachteiligte Gruppen nachhaltig entlasten und Teilhabe fördern – mit einem Schwerpunkt in Baden-Württemberg.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>Website der </span><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/zentrum-fuer-innere-medizin-medizin-klinik/innere-medizin-iii-kardiologie-angiologie-und-pneumologie/forschung/forschung/klinische-arbeitsgruppen/molekulare-kardio-onkologie" target="_blank"><span>Sektion Kardio-Onkologie am Universitätsklinikum Heidelberg</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Prof. Dr. Lorenz Lehmann</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><span>Abteilung für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie,&nbsp;</span><br><span>Sektion für Kardio-Onkologie</span><br><span>Im Neuenheimer Feld 410</span><br><span>69120 Heidelberg</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:lorenz.lehmann@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:lorenz.lehmann@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:lorenz.lehmann@med.uni-heidelberg.de"><span>lorenz.lehmann@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,Kardiologie,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Thu, 12 Mar 2026 14:48:20 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 13 Mar 2026 13:12:06 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Menschliche Mini-Blase zeigt den Auslöser für wiederkehrende Harnwegsinfektionen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/menschliche-mini-blase-zeigt-den-ausloeser-fuer-wiederkehrende-harnwegsinfektionen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/menschliche-mini-blase-zeigt-den-ausloeser-fuer-wiederkehrende-harnwegsinfektionen/</guid><pp:caseid>737460</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p style="margin-left:0cm;"><span><strong>Forschende der École polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL), der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Roche Institute of Human Biology (IHB) in Basel haben eine menschliche Mini-Blase entwickelt. Daran haben sie untersucht, wie die Zusammensetzung des Urins das Blasengewebe beeinflusst und dazu beitragen kann, dass Infektionen selbst nach einer Antibiotikabehandlung wiederkehren. Pressemitteilung der EPFL</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die Harnblase ist kein starrer Flüssigkeitsspeicher; ihre Wand dehnt sich, entspannt sich und kommt ständig in Berührung mit Urin, dessen Zusammensetzung sich in Abhängigkeit von Flüssigkeitszufuhr, Ernährung und Erkrankungen verändert. Der Gehalt an Salz und gelösten Stoffen im Urin kann stark variieren. Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass konzentrierter Urin die Blasenschleimhaut schädigen kann. Wie genau das geschieht, ist jedoch unklar.</span></p><p><span>Die meisten wiederkehrenden Harnwegsinfektionen werden durch uropathogene </span><i><span>Escherichia-coli</span></i><span>-Bakterien (UPEC) verursacht. Diese Bakterien können im Urin leben, sich an Zellen der Blasenschleimhaut anheften und in das Blasengewebe eindringen. Einige Formen können sich sogar in Zellen verstecken oder in einen Ruhezustand übergehen, wodurch sie schwieriger abzutöten sind. Bislang gab es kein Modell einer menschlichen Blase, das die gesamte Interaktion zwischen Urin, Blasengewebe und Bakterien im Zeitverlauf abbilden konnte.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Eine maßgeschneiderte menschliche Blase</span></h3><p><span>Nun haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der EPFL, des Roche IHB Basel und der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg eine menschliche Mini-Blase entwickelt. Sie kombinierten Organoid-Technologie mit Bioengineering, um ein im Labor gewachsenes Modell zu schaffen, das die komplexe Architektur der Harnblase nachahmt.</span></p><p><span>Die Mini-Blase bildet die geschichtete Struktur der menschlichen Blasenwand nach und ahmt – echtem oder synthetischem Urin ausgesetzt – Füll- und Entleerungszyklen nach. So wird sichtbar, wie die Zusammensetzung des Urins die Gewebegesundheit und das Überleben der Bakterien während einer Infektion beeinflusst. Die Arbeit wurde von John McKinney (EPFL), Matthias Lütolf (Roche IHB/EPFL) und Vivek Thacker (Medizinische Fakultät Heidelberg) geleitet und in „Nature Communications“ veröffentlicht.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Auf die Probe gestellt</span></h3><p><span>Die Arbeit der Forschenden begann damit, dass sie menschliche Blasenzellen in einem kleinen, mit Nährmedium durchströmten (mikrofluiden) System züchteten. Über mehrere Wochen hinweg bildeten die Zellen ein mehrschichtiges Urothel (das innere Deckgewebe der Harnwege) mit einer dichten Barriere, ähnlich wie in der menschlichen Blase. Das Gewebe kann sich dehnen und entspannen und ahmt so das Füllen und Entleeren der Blase nach.</span></p><p><span>Anschließend durchströmte das Team die Mini-Blase mit Urin von unterschiedlicher, vordefinierter Zusammensetzung. Sie verglichen die Auswirkungen von Urin mit einer niedrigen Konzentration an gelösten Stoffen mit denen von hochkonzentriertem Urin. Außerdem infizierten sie die Mini-Blase mit UPEC und beobachteten den Verlauf der Infektion während wiederholter Spülzyklen, die das Wasserlassen simulieren. Sie führten die Tests auch unter Einsatz gängiger Antibiotika durch, darunter Ciprofloxacin und Fosfomycin.</span></p><p>&nbsp;</p><h3>Hochkonzentrierter Urin: Ein Vorteil für Bakterien</h3><p><span>Die Studie zeigte, dass eine langfristige Einwirkung von hochkonzentriertem Urin das Blasengewebe schädigt. Die Gewebe verlor seine Abdichtungsfunktion („Tight Junctions“), es starben mehr Blasenzellen ab als im Kontrollgewebe und die Aktivierung von Genen, die an der Immunabwehr beteiligt sind, nahm ab. Im Gegensatz dazu blieben die Kontroll-Mini-Blasen, die Urin mit einem niedrigen Gehalt an gelösten Stoffen ausgesetzt waren, gesünder und widerstandsfähiger.</span></p><p><span>Bei einer Infektion mit UPEC sammelten sich in den Mini-Blasen, die konzentriertem Urin ausgesetzt waren, mehr Bakterien im Gewebe an. Diese Gewebe-assoziierten Bakterien waren mit Antibiotika schwieriger zu beseitigen. Fosfomycin, ein gängiges Antibiotikum zur Erstbehandlung von Harnwegsinfektionen, löste eine überraschende Reaktion aus: In hoch konzentriertem Urin veränderten sich UPEC zu einer Form ohne Zellwand – dem Angriffspunkt des Antibiotikums – und wurden so gegen dieses resistent. Die resistente Bakterienform war zudem nicht nur im Urin vorhanden, sondern fand sich auch tief im Blasengewebe zwischen den Zellen. Nach Absetzen des Antibiotikums verursachten die überlebenden Bakterien erneut eine Infektion.</span></p><p><span>Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Zusammensetzung des Urins eine aktive Rolle bei Harnwegsinfektionen spielt, indem konzentrierter Urin die Abwehrkräfte der Blase schwächt und den Bakterien hilft, eine Behandlung zu überleben. Dies könnte erklären, warum manche Patientinnen und Patienten wiederholt an Infektionen leiden – insbesondere, wenn der Urin über längere Zeiträume stark konzentriert bleibt. Darüber hinaus ist die neu entwickelte menschliche Mini-Blase ein leistungsstarkes neues Instrument, um Harnwegsinfektionen zu untersuchen und Therapien unter realistischen Bedingungen zu testen.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Originalpublikation</span></h3><p><span>Paduthol, G., Nikolaev, M., Sharma, K. et al. A microphysiological human mini-bladder reveals urine-urothelium interplay in tissue resilience and UPEC recurrence in urinary tract infections. Nat Commun (2026). </span><a href="https://doi.org/10.1038/s41467-026-68573-3" target="_blank"><span>https://doi.org/10.1038/s41467-026-68573-3</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><span>Pressemitteilung auf der </span><a href="https://actu.epfl.ch/news/a-human-mini-bladder-shows-the-culprit-of-recurren/" target="_blank"><span>Website der EPFL (englischsprachig)</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. Vivek Thacker</span><br><span>Gruppenleiter an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg&nbsp;</span><br><span>und am Zentrum für Infektiologie des Universitätsklinikums Heidelberg</span><br><span>Tel.: 06221-5636220</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:vivek.thacker@uni-heidelberg.de" name="mailto:vivek.thacker@uni-heidelberg.de" href="mailto:vivek.thacker@uni-heidelberg.de"><span>vivek.thacker@uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,Dritte-PM,Forschung,Infektiologie]]></category>
            <pubDate>Tue, 03 Mar 2026 14:13:04 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 03 Mar 2026 13:24:25 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Rückfallrisiko bei Meningeomen: Nicht nur Tumorzellen, auch ihre „Nachbarn“ zählen bei der molekularen Klassifizierung mit</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/rueckfallrisiko-bei-meningeomen-nicht-nur-tumorzellen-auch-ihre-nachbarn-zaehlen-bei-der-molekularen-klassifizierung-mit/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/rueckfallrisiko-bei-meningeomen-nicht-nur-tumorzellen-auch-ihre-nachbarn-zaehlen-bei-der-molekularen-klassifizierung-mit/</guid><pp:caseid>735774</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben gezeigt, dass die molekulare Klassifizierung von Hirntumoren durch Künstliche Intelligenz wesentlich durch das Mikromilieu im Tumor – insbesondere die eingewanderten Immunzellen – beeinflusst werden kann. Die klassische Gewebebeurteilung durch Anfärbung bestimmter Immunzellmarker gibt daher eine schnelle und präzise Vorschau auf den Tumorgrad. Die Ergebnisse sind aktuell im Fachjournal „Nature Genetics“ erschienen.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Hirntumoren werden zunehmend anhand molekularer Marker charakterisiert und in Risikogruppen eingeteilt. Dabei spielt die Analyse bestimmter chemischer Veränderungen des Tumorerbguts, sogenannter DNA-Methylierungen, mithilfe Künstlicher Intelligenz (KI) eine wichtige Rolle. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben nun bei Meningeomen, den häufigsten primären Hirntumoren bei Erwachsenen, gezeigt, dass die KI-erstellte Klassifizierung nicht nur auf den Eigenschaften der Tumorzellen fußt. Auch die Immunzellen, die in das Tumorgewebe eingewandert sind, prägen maßgeblich das molekulare Profil – und geben Aufschluss über die Prognose.</span></p><p><span>„Es ist umstritten, welche Unterteilung in Subgruppen bei Meningeomen sinnvoll ist, um daraus Behandlungsempfehlungen abzuleiten. Frühere Arbeiten zur Rolle der Methylierung kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen“, sagt</span> <span>Felix Sahm, Professor für „Neuropathologie“ an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg. „Unsere Arbeit zeigt, dass die Methylierungs-Signale der Immunzellen im Tumor mindestens ebenso wichtige Marker für die KI-Klassifikation sind wie die der Tumorzellen.“</span></p><p><span>Der Hintergrund: Wird ein Tumor anhand der DNA-Methylierung klassifiziert, erhält die KI die Methylierungsdaten eines Gemischs verschiedener Zelltypen aus dem Tumor, die sie nicht unterscheidet. Durch Training hat die KI gelernt, Muster aus charakteristischen Signalen der gesamten Gewebeprobe bestimmten Risikogruppen zuzuordnen. Wie sich nun herausgestellt hat, sind diese Muster wesentlich von den Immunzellen abhängig. Diese Erkenntnis macht die KI-Klassifizierung und die unterschiedlichen Ergebnisse in früheren Arbeiten bei Meningeomen besser nachvollziehbar.</span></p><p><span>Im Fokus der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler standen Meningeome mit Veränderungen im sogenannten NF2-Gen, das den Bauplan für ein Protein zur Kontrolle der Zellteilung enthält. Aus der Analyse umfangreicher Forschungsdatensätze weiß man, dass ein Defekt des NF2-Gens dazu führt, dass diese Regulation entfällt und sich die Tumorzellen unkontrolliert vermehren können. Bei rund der Hälfte aller Meningeome ist das NF2-Gen im Tumorgewebe verändert. Dies lässt allerdings noch keine Vorhersage zu Tumorgrad und Aggressivität zu.</span></p><p><span>Das Team erstellte mithilfe von KI-gestützten Einzelzellanalysen räumlich aufgelöste Muster der Genaktivität im Tumorgewebe sowie Methylierungsprofile: Bei NF2-bedingten Meningeomen haben Immunzellen, die sich in und um den Tumor sammeln, anscheinend einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Fanden sich dort überwiegend Immunzellen, die den hirneigenen Mikroglia-Zellen ähnelten, ging dies mit einem geringen Rückfallrisiko und guter Prognose einher. Waren dagegen mehr Makrophagen, Immunzellen aus dem Blut, eingewandert, war der Tumor aggressiver. Denn diese „Fresszellen“, die eigentlich den Körper vor Krankheitserregern schützen sollen, können in einen Modus wechseln, in dem sie den Tumor in seinem Wachstum fördern, anstatt ihn zu bekämpfen.</span></p><p><span>„Wir wissen jetzt: Es gibt in der Zusammensetzung des Tumor-Mikromilieus keine starren Untergruppen, sondern fließende Übergänge entlang eines Risikospektrums. Die Art der Immunzellen kennzeichnet darin die aktuelle Positionierung des jeweiligen Tumors in diesem Spektrum, die sich aber verändern kann“, so Prof. Dr. Dr. Felix Sahm, der auch als Wissenschaftler am DKFZ und im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK) tätig ist.</span></p><p><span>Aus dieser Erkenntnis leiten die Forschenden einen einfachen immunhistochemischen Ansatz ab: Mit Färbetechniken für Makrophagen-Marker (CD68/PU.1) lässt sich ohne großen technischen Aufwand die Anzahl der tumorfördernden Makrophagen im Tumorgewebe abschätzen und so sehr schnell zwischen gut- und bösartigen Tumoren unterscheiden – auch in ressourcenbegrenzten Kliniken ohne Zugang zu modernen Analyselaboren. Zudem hilft die Färbung, die aussagekräftigsten Tumorareale für weiterführende molekulare Tests zu wählen. „Im Prinzip sind wir den Umweg über die KI-basierte molekulare Analyse gegangen, um jetzt zu wissen, welche Basisinformationen wir für eine Risikoabschätzung verwenden können“, so Prof. Dr. Dr. Felix Sahm, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Abteilung Neuropathologie und Leiter der Sektion „Molekulare Neuropathologie“ am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD).</span></p><h3><br><span>Literatur</span></h3><p><span>Maas, S.L.N., Tang, Y., Stutheit-Zhao, E.&nbsp;et al.&nbsp;A microenvironment-determined risk continuum refines subtyping in meningioma and reveals determinants of machine learning-based tumor classification.&nbsp;Nat Genet&nbsp;(2026). </span><a href="https://doi.org/10.1038/s41588-025-02475-w" target="_blank"><span>https://doi.org/10.1038/s41588-025-02475-w</span></a></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p style="margin-left:0cm;"><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/pathologisches-institut/neuropathologie" target="_blank"><span>Sektion Molekulare Neuropathologie des UKHD</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p style="margin-left:0cm;"><span>Prof. Dr. Dr. Felix Sahm, MBA</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>und</span><br><span>Abteilung Neuropathologie, Universitätsklinikum Heidelberg</span><br><span>Tel.: 06221 56-4075&nbsp;</span><br><a class="ck-anchor" id="mailto:felix.sahm@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:felix.sahm@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:felix.sahm@med.uni-heidelberg.de"><span>felix.sahm@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p style="margin-left:0cm;">&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,Forschung,HPMFHD]]></category>
            <pubDate>Mon, 09 Feb 2026 15:34:27 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 09 Feb 2026 14:34:27 +0000</pp:lastModified>
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                <pp:imageOriginal>https://content.presspage.com/uploads/2326/3a2f0fb1-3df7-4663-8b9a-1e2a39740bc0/mngcd68faumlrbung.jpg?10000</pp:imageOriginal><pp:imageTitle><![CDATA[CD68 F&amp;auml;rbung]]></pp:imageTitle><pp:imageDescription><![CDATA[Immunhistochemische F&amp;auml;rbung f&amp;uuml;r CD68, die die braun markierten Immunzellen in der typischen Verteilung zeigt (Foto: UKHD)]]></pp:imageDescription></item><item>
                        <title>Natürlich und sicher verhüten: Neuer Forschungsverbund will zuverlässigere Tests für zu Hause ermöglichen</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/natuerlich-und-sicher-verhueten-neuer-forschungsverbund-will-zuverlaessigere-tests-fuer-zu-hause-ermoeglichen/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/natuerlich-und-sicher-verhueten-neuer-forschungsverbund-will-zuverlaessigere-tests-fuer-zu-hause-ermoeglichen/</guid><pp:caseid>734273</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Mit 2,8 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt einen interdisziplinären wissenschaftlichen Verbund mit dem Ziel, Zyklus-Apps zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau durch die Berücksichtigung biologischer Marker deutlich zuverlässiger zu machen. An dem auf drei Jahre ausgelegten Verbundprojekt unter Federführung der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg beteiligen sich Forschende sowohl der Universitäten als auch der Universitätsklinika Düsseldorf, Hamburg und Jena.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Immer mehr Frauen verzichten bei der Empfängnisverhütung auf „die Pille“: Der Einsatz des hormonellen Verhütungsmittels ist über die letzten zwei Jahrzehnte stetig zurückgegangen. Beliebt sind hingegen Zyklus-Apps, die eine natürliche Familienplanung oder Verhütung unterstützen sollen – ohne Hormone und Nebenwirkungen. Doch viele der Apps auf dem Markt sind nicht präzise genug, um zuverlässig vor ungewollter Schwangerschaft zu schützen. Der Forschungsverbund </span><i><span>CONtraCEPT</span></i><span> will hier zukünftig mehr Sicherheit schaffen. Dazu sollen zusätzliche Biomarker identifiziert werden, um Zyklus-Apps zuverlässiger zu machen.</span></p><p><span>Die klinischen Studien leiten die Forscherinnen Dr. Nefeli Malliou-Becher der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Dr. Tanja Freundl-Schütt am Universitätsklinikum und der Universität Düsseldorf. Die präklinischen Studien verantworten Prof. Petra Arck vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und Prof. Udo Markert am Universitätsklinikum Jena. Die Koordination des Gesamtprojektes liegt bei Dr. Petra Frank-Herrmann, Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Oberärztin an der Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen (Direktor Prof. Dr. Thomas Strowitzki) des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD).</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Warum die meisten Zyklus-Apps nicht sicher genug sind</span></h3><p><span>Eine Zyklus-App verarbeitet Angaben und Messungen der Nutzerin zu körperlichen Vorgängen, sogenannte Biomarker, und schließt daraus auf Zyklusphasen und Eisprung. Bekannte Biomarker sind etwa die Körperkerntemperatur direkt nach dem Aufwachen am Morgen, die nach einem Eisprung leicht ansteigt, sowie der Zervixschleim, ein Sekret aus dem Gebärmutterhals, der sich an den fruchtbaren Tagen verändert. Neuere Biomarker, die in Apps eingegeben werden, sind zum Beispiel Hormonmessungen im Urin oder die nächtliche Veränderung der Herzfrequenz. Aus solchen Daten ermitteln die Apps die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage im Zyklus. „Da die Auswertung auf sehr vereinfachten Rechenmodellen beruht, sind die Ergebnisse nicht ausreichend aussagekräftig“, beanstandet Frau Dr. Frank-Herrmann. Beispielsweise gingen viele Apps davon aus, dass der Zyklus 28 Tage dauere und der Eisprung am 14. Zyklustag erfolge, oder sie beruhten auf Durchschnittswerten aus mehreren Zyklen. „Bei mehr als 60 Prozent aller Frauen schwankt die Zyklusdauer jedoch um sieben Tage oder mehr, und damit auch der Zeitpunkt der fruchtbaren Tage,“ so Frank-Herrmann.</span></p><p>&nbsp;</p><h3><span>Der Weg zu zuverlässigeren Zyklus-Apps</span></h3><p><span>Die an </span><i><span>CONtraCEPT</span></i><span> beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen die Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit von Zyklus-Apps verbessern. Dazu werden sie ausgewählte, bereits auf dem Markt befindliche Zyklus-Apps und ihre Messsysteme untersuchen sowie neue Biomarker identifizieren, um die fruchtbaren Tage präziser und einfach zu bestimmen. Wie zuverlässig die zur Untersuchung ausgewählten Apps sind, sollen vergleichende Studien zeigen: Ihre Ergebnisse werden mit dem mittels Ultraschall ermittelten Zeitpunkt des Eisprungs bei den Studienteilnehmerinnen verglichen. Die Untersuchungen werden in Heidelberg stattfinden.</span></p><p><span>Die Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen am UKHD, wo das Projektmanagement und Qualitätssicherung von </span><i><span>CONtraCEPT </span></i><span>angesiedelt sind, verfügt über umfassende Expertise im Bereich der Empfängnisverhütung. Projektleiterin Dr. Petra Frank-Herrmann gilt als Expertin für Natürliche Familienplanung (NFP). Sie kann auf die weltweit größte NFP-Datenbank zurückgreifen mit über 44.000 Zyklusaufzeichnungen.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/18071.php" target="_blank"><span>Ausschreibung des BMFTR</span></a></p><p><a href="https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/neue-verhutungsmethoden-fur-alle-geschlechter-18036.php" target="_blank"><span>Meldung des BMFTR inkl. Video der Projektleiterin Dr. Petra Frank-Herrmann</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. med. Petra Frank-Herrmann</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg,&nbsp;</span><br><span>Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen</span><br><span>Ärztl. Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Strowitzki</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br>E-Mail: <a class="ck-anchor" id="mailto:petra.frank-herrmann@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:petra.frank-herrmann@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:petra.frank-herrmann@med.uni-heidelberg.de"><span>petra.frank-herrmann@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p>&nbsp;</p><p><span>Dr. med. Nefeli Malliou-Becher</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg,</span><br><span>Klinik für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen&nbsp;</span><br><span>Ärztl. Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Thomas Strowitzki</span><br><span>Universitätsklinikum Heidelberg</span><br>E-Mail: <a class="ck-anchor" id="mailto:nefeli.malliou-becher@med.uni-heidelberg.de" name="mailto:nefeli.malliou-becher@med.uni-heidelberg.de" href="mailto:nefeli.malliou-becher@med.uni-heidelberg.de"><span>nefeli.malliou-becher@med.uni-heidelberg.de</span></a></p><p>&nbsp;</p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Mon, 26 Jan 2026 15:05:34 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Mon, 26 Jan 2026 14:05:34 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Heidelberger Rheumatologin erhält ein Else Kröner Exzellenzstipendium</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberger-rheumatologin-erhaelt-ein-else-kroener-exzellenzstipendium/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberger-rheumatologin-erhaelt-ein-else-kroener-exzellenzstipendium/</guid><pp:caseid>731968</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Welche Behandlung ist sinnvoll und sicher, wenn Rheumapatientinnen und -patienten an Krebs erkranken oder eine Krebstherapie entzündlich-rheumatische Symptome auslöst? Daran forscht Dr. Karolina Gente an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und berät zudem Betroffene vor Ort und in einer deutschlandweit einmaligen Tele-Sprechstunde. Um die Zusammenhänge zwischen Rheuma und Krebs weiter zu erforschen, ein multizentrisches Patientenregister aufzubauen, die Wirksamkeit des Tele-Beratungsangebots zu prüfen und die Versorgung dieser Patientengruppe zu verbessern, unterstützt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) sie mit einem Exzellenzstipendium in Höhe von 245.000 Euro für zwei Jahre.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Die bislang noch größtenteils ungeklärten Wechselwirkungen zwischen Rheuma, Krebs und den jeweiligen Therapien erforscht Dr. Karolina Gente, Rheumatologin der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie am Universitätsklinikum Heidelberg und Wissenschaftlerin der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg seit 2018 im Projekt „Maligne und rheumatische Erkrankungen - zwei Extreme des fehlgesteuerten Immunsystems“ (MalheuR). Ab April 2026 wird ihre Arbeit in diesem Projekt zwei Jahre lang durch ein Else Kröner Exzellenzstipendium in Höhe von insgesamt 245.000 Euro unterstützt. Mit Hilfe der großzügigen Förderung will Dr. Gente das bestehende Patientenregister mit Partnerkliniken weiter ausbauen und anhand der klinischen Daten und Blutproben Biomarker identifizieren, die personalisierte Therapieentscheidungen unterstützen können. Ziel ist es, die medizinische Versorgung sowie die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten mit Rheuma und Krebs zu verbessern.</span></p><p><span>Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) vergibt 2025 neun Else Kröner Exzellenzstipendien an herausragend qualifizierte Ärztinnen und Ärzte. Die zweijährige Freistellung von klinischen Aufgaben ermöglicht ihnen, ein erfolgversprechendes Forschungsvorhaben entscheidend voranzubringen.</span></p><h3><span>Rheuma und Krebs: zwei Extreme eines fehlgesteuerten Immunsystems</span></h3><p><span>Rheumatische Erkrankungen sind sogenannte Autoimmunkrankheiten: Das Immunsystem greift körpereigenes Gewebe an, verursacht Entzündungen und schädigt das betroffene Gewebe. Um das zu verhindern, müssen Betroffene lebenslang Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinflussen. Das Immunsystem kann durch die Erkrankung selbst, manchmal auch durch die Therapie, in seiner Funktion in einer Weise gestört sein, dass es Tumorzellen nicht effektiv bekämpfen kann. Langfristig ist daher das Risiko für bestimmte bösartige Erkrankungen bei Rheumapatientinnen und -patienten erhöht. Auf der anderen Seite können bestimmte Krebserkrankungen sowie Krebstherapien rheumatische Symptome hervorrufen. So aktivieren Immuntherapien, besonders sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitor-Therapien, das Immunsystem für die Tumorabwehr, können aber gleichzeitig rheumatische Beschwerden hervorrufen. „Die nötige Balance zwischen Aktivierung und Regulierung des Immunsystems erschwert die Behandlung der Betroffenen erheblich. Sie erhalten häufig nicht die optimale Therapie“, so Dr. Gente, Funktionsoberärztin der Sektion für Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD).</span></p><p><span>Die Verflechtungen von Rheuma, Krebs und den wechselseitigen Auswirkungen und Einschränkungen der jeweiligen Therapien erforscht Dr. Gente erfolgreich und inzwischen mehrfach ausgezeichnet im MalheuR-Projekt. 2018 initiierte sie ein Patientenregister, um einen Überblick darüber zu gewinnen, wie Rheumapatientinnen und -patienten mit Krebs – oder umgekehrt – aktuell behandelt werden, wie die Therapien anschlagen, welche Nebenwirkungen auftreten und wie sich die Erkrankungen mit der Zeit entwickeln. Inzwischen sind mehr als 1.200 Patientinnen und Patienten registriert. In Zusammenarbeit mit dem Team des rheumatologischen Forschungslabors der Sektion etablierte sie eine lokale MalheuR-Biobank, in der rund 880 Blut- und Gewebeproben eingelagert sind. „1.200 Patientinnen und Patienten sind für diese spezielle Krankheitskonstellation viel, für belastbare Auswertungen als Grundlage von Therapieentscheidungen oder die Suche nach Biomarkern aber wenig. Mit Hilfe des Else Kröner Exzellenzstipendiums möchte ich das Register für weitere Kliniken öffnen. Mit jedem zusätzlich eingetragenen Betroffenen lernen wir mehr über die Kombinierbarkeit der Therapien und welche Behandlung sich für wen am besten eignet“, so die Rheumatologin.</span></p><h3><span>Kann Tele-Sprechstunde die Versorgungslücke schließen?</span></h3><p><span>Die Unsicherheit darüber, in wie weit sich die Therapien kombinieren lassen, kann dazu führen, dass Rheuma-Patientinnen und -Patienten mit Krebs unter- oder fehltherapiert werden. Um dem entgegenzuwirken, bietet Dr. Gente seit 2018 neben ihrer Forschungstätigkeit eine spezielle Beratung für Betroffene sowie die behandelnden Ärztinnen und Ärzte an. Seit 2025 gibt es dieses Beratungsangebot dank einer Förderung der Deutschen Rheumastiftung auch als Tele-Sprechstunde. Darin gibt die Ärztin Hilfestellungen, wie die rheumatologische Therapie angepasst werden kann, ohne den Erfolg der Krebsbehandlung zu gefährden. Derzeit überprüft sie unter anderem, ob die Tele-Sprechstunde die weitere Versorgung der Ratsuchenden ebenso effektiv verbessert wie die Sprechstunde vor Ort – eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Kostenübernahme durch die Krankenkassen.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/behandlungsspektrum/rheumatologie" target="_blank"><span>Sektion Rheumatologie des UKHD</span></a></p><p><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/kliniken-institute/kliniken/zentrum-fuer-innere-medizin-krehl-klinik/innere-medizin-v-haematologie-onkologie-und-rheumatologie/forschung/sektion-rheumatologie/malheur-projekt-maligne-und-rheumatische-erkrankungen-zwei-extreme-des-fehlgesteuerten-immunsystems" target="_blank"><span>MalheuR</span></a>&nbsp;</p><p><a href="https://ekfs.de/wissenschaftliche-foerderung/aktuelle-foerderungen/malheur-projekt-interdisziplinaere-erforschung-1" target="_blank">MalheuR-Projekt auf der Seite der Else Kröner-Fresenius-Stiftung</a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. Karolina Gente, MHBA&nbsp;</span><br><span>Sektion Rheumatologie&nbsp;</span><br><span>Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Tel.: 06221 56-8030&nbsp;</span><br><span>E-Mail:&nbsp;</span><a href="mailto:Karolina.Gente@med.uni-heidelberg.de"><span>Karolina.Gente@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Fri, 19 Dec 2025 13:16:20 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Fri, 19 Dec 2025 12:16:20 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>KI-gestützte molekulare Krebsdiagnose bei Hirntumoren</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ki-gestuetzte-molekulare-krebsdiagnose-bei-hirntumoren/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/ki-gestuetzte-molekulare-krebsdiagnose-bei-hirntumoren/</guid><pp:caseid>730914</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><strong>Forschende des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), der Medizinischen Fakultät Heidelberg (MFHD) der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) haben einen entscheidenden Schritt zur präziseren Diagnose von Hirntumoren gemacht. Die neueste Version des weltweit genutzten KI-basierten „Heidelberg CNS Tumor Methylation Classifier“ erkennt über 180 Tumorarten, doppelt so viele wie die Vorversion. Diese Weiterentwicklung hilft Ärztinnen und Ärzten, Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS) genauer zu bestimmen – und damit Therapien gezielter und schonender zu planen.</strong></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span style="text-align:start;"><u>Pressemitteilung des „Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg“ (KiTZ), einer gemeinsamen Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) und der Universität Heidelberg (Uni HD): </u>Lange war der Blick durch das Mikroskop allein ausschlaggebend für die Krebsdiagnose und bis vor Kurzem wurden die meisten Hirntumoren hauptsächlich anhand ihrer mikroskopischen Eigenschaften in Tumorgruppen eingeordnet. Mittlerweile sind zusätzliche molekulare Analysen zu einer zentralen Säule der modernen Diagnostik in der Neuroonkologie geworden. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden sie als wünschenswerte oder sogar unverzichtbare Methode für die genaue Klassifikation verschiedener Tumorarten aufgeführt.</span><br><br><span style="text-align:start;">Der sogenannte „Methylation Classifier“ ist ein KI-basiertes Verfahren, das winzige chemische Veränderungen auf der Oberfläche des Erbguts auswertet, sogenannte DNA-Methylierungen, um den Ursprung und die Art eines Tumors zu bestimmen. „Diese epigenetischen Spuren sind wie ein molekularer Fingerabdruck und erlauben eine eindeutige Zuordnung von Tumoren des zentralen Nervensystems, von denen es mehr als 100 Unterarten gibt“, sagt Felix Sahm, Professor für Neuropathologie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, stellvertretender Ärztlicher Direktor der Abteilung Neuropathologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD), Wissenschaftler am KiTZ und einer der beiden leitenden Autoren der Studie.</span><br><br><span style="text-align:start;">In der neuen Version 12.8 wurde der „Classifier“ auf Basis von etwa 7.500 Tumorproben trainiert – fast dreimal so viele wie in der bisherigen Version. Die Zahl der erkennbaren Tumorarten stieg dadurch von 91 auf 184. Möglich wurde dies durch die enge Zusammenarbeit mit über 100 Kliniken und Forschungseinrichtungen weltweit sowie durch Daten aus einer Online-Plattform, auf der Neuropathologinnen und pathologen ihre Analysen teilen.</span><br><br><span style="text-align:start;">Das ursprünglich am Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg (KiTZ), am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) sowie der Medizinischen Fakultät Heidelberg (MFHD) der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) entwickelte Verfahren nutzt dabei ein Teilgebiet der KI, sogenanntes maschinelles Lernen, um die Methylierungsmuster von Tumorproben automatisch zu analysieren. Es liefert zu jedem Ergebnis eine Wahrscheinlichkeitsbewertung. Dadurch können Pathologinnen und Pathologen einschätzen, wie zuverlässig die Diagnose ist.</span><br><br><span style="text-align:start;">Das klinische Potential der Methode zeigte sich bei der Analyse kindlicher Tumoren unterschiedlicher Patientenkohorten: Durch die Kombination der molekularen Daten mit klassischen Gewebeanalysen konnten zuvor falsch klassifizierte Fälle korrigiert werden. Manche Tumoren, die zuvor als bösartig eingestuft wurden, waren tatsächlich weniger aggressiv und damit auch die Überlebenschance der betroffenen Kinder besser als zunächst angenommen.</span><br><br><span style="text-align:start;">„In solchen Fällen könnte man demnach auch schonender behandeln“, betont auch David Jones, Abteilungsleiter am KiTZ und am DKFZ. „Das heißt, das Verfahren kann insgesamt dabei helfen, Tumoren genauer zu bestimmen, Therapieentscheidungen zu verbessern und die Prognose von Betroffenen mit ZNS-Tumoren zuverlässiger einzuschätzen.“</span><br><br><span style="text-align:start;">Die KI-gestützte Methode wurde im Jahr 2018 erstmals im renommierten Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht und durch die Online-Plattform kostenlos weltweit zugänglich gemacht. Seither wird der Heidelberger „Classifier“ von Pathologinnen und Pathologen weltweit genutzt. Über 160.000 Hirntumorproben aus allen Kontinenten wurden bislang analysiert.</span><br><br><span style="text-align:start;">Nachdem der Methylation Classifier zunächst nur für Forschungszwecke genutzt werden konnte, wurde er im Jahr 2022 als Diagnostikverfahren durch die ausgegründete Heidelberg Epignostix GmbH weltweit zur Verfügung gestellt. Zudem wurde ein internationales Konsortium gegründet, um das gesamte Verfahren – von der Datengenerierung, bis hin zur KI-basierten Auswertung – auch in einkommensschwachen Ländern weltweit verfügbar zu machen.</span></p><h3>Weitere Informationen im Internet</h3><p><a href="https://www.kitz-heidelberg.de/newsroom/alle-meldungen/detail/ki-gestuetzte-molekulare-krebsdiagnose-bei-hirntumoren" target="_blank">Diese Pressemitteilung auf der Website des KiTZ</a></p>]]></description><category><![CDATA[KiTZ-PM,Forschung,HPMFHD,HPStart,Pressemitteilung]]></category>
            <pubDate>Mon, 08 Dec 2025 11:14:00 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 09 Dec 2025 10:14:36 +0000</pp:lastModified>
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                        <title>Heidelberger Neurologe und Neurowissenschaftler neues Mitglied im EMBO Young Investigator Programm</title>
                        <link>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberger-neurologe-und-neurowissenschaftler-neues-mitglied-im-embo-young-investigator-programm/</link>
                        <guid>https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/newsroom/heidelberger-neurologe-und-neurowissenschaftler-neues-mitglied-im-embo-young-investigator-programm/</guid><pp:caseid>730251</pp:caseid><pp:summary><![CDATA[<p><span><strong>Dr. Dr. Varun Venkataramani, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum, entdeckte, dass Nervenzellen des Gehirns mit Tumorzellen in Kontakt treten und so das Wachstum der höchst aggressiven Glioblastome entscheidend vorantreiben. Damit legte er den Grundstein für das neue Forschungsfeld der „Cancer Neuroscience“. Die Wissenschaftsorganisation „European Molecular Biology Organization" (EMBO) hat Dr. Dr. Venkataramani für diese Pionierleistung nun in ihr „Young Investigator Programme" aufgenommen, mit dem sie exzellente junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördert.</strong></span></p>]]></pp:summary><description><![CDATA[<p><span>Der Neuroonkologe und Neurowissenschaftler Dr. Dr. Varun Venkataramani, Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum, ist einer von 28 neu gewählten Mitgliedern des renommierten EMBO Young Investigator Programms. Die European Molecular Biology Organisation EMBO setzt sich für Spitzenleistungen in den Lebenswissenschaften in Europa und darüber hinaus ein, indem sie talentierte Forschende und den wissenschaftlichen Austausch fördert. Mit ihrem Young Investigator Programm unterstützt die Organisation Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die bereits mit herausragenden Forschungsarbeiten auf sich aufmerksam gemacht haben, eigenständige Forschungsgruppen aufzubauen, sich international zu vernetzen und Kooperationen aufzubauen. Während ihrer zunächst vierjährigen aktiven Mitgliedschaft sind sie Teil des internationalen EMBO-Netzwerks mit mehr als 2.100 Mitgliedern aus den Lebenswissenschaften.</span></p><p><span>2019 veröffentlichte Venkataramani als Erstautor einen bahnbrechenden Artikel im Fachjournal „Nature“: Er war mit hochauflösenden mikroskopischen Techniken auf bisher unbekannte Kontaktstellen zwischen Tumorzellen des hochaggressiven Hirntumors Glioblastom und gesunden Nervenzellen des Gehirns gestoßen. Er wies nach, dass es sich bei diesen Kontakten um sogenannte Synapsen handelt, über die Nervenzellen normalerweise Signale und damit Informationen an andere Nervenzellen weitergeben. Offensichtlich unterscheiden sie dabei nicht</span> <span>zwischen gesundem Nachbarn und invasiver Tumorzelle, wie Venkataramanis Forschung zeigte. Mehr noch: Die über die Synapsen übertragenen Signale fördern die weitere Ausbreitung der Krebszellen im Gehirn. Wird die Signalweitergabe experimentell blockiert, dämpft das das invasive Wachstum. Diese Entdeckung legte den Grundstein für ein neues Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Neurowissenschaften und Onkologie, die Cancer Neuroscience. Inzwischen mehren sich die Hinweise, dass auch andere Tumoren eine enge Verbindung mit dem Nervensystem eingehen und davon profitieren.</span></p><p><span>Um herauszufinden, ob die Tumorzellen bevorzugt Kontakte mit bestimmten Nervenzellen pflegen, entwickelte der 36-Jährige ein raffiniertes Nachverfolgungsverfahren: Er infizierte menschliche Glioblastomzellen mit modifizierten Tollwutviren, die sich entlang von Nervenverbindungen ausbreiten. Die infizierten Tumorzellen steckten im Mausgehirn und in menschlichen Gewebemodellen die Nervenzellen an, mit denen sie in direkten Kontakt traten. Modifikationen an den Viren verhinderten die Ausbreitung auf „unbeteiligte“ Nervenzellen. Infizierte Zellen erhielten von den Viren den Bauplan für ein fluoreszierendes Protein und leuchteten unter dem Mikroskop grün. Das zeigte: Die Tumorzellen sind bereits in einem sehr frühen Krankheitsstadium – lange bevor der Tumor mittels klinischer Bildgebung sichtbar wird und lange bevor es zu neurologischen Störungen kommt – mit verschiedenen Typen von Nervenzellen über das gesamte Gehirn verbunden. Damit bilden sie deutlich früher als bisher angenommen ein mit Gehirnzellen verbundenes Geflecht, das diese Tumoren so schwer zu behandeln macht.</span></p><p><span>Ziel von Varun Venkataramanis Forschung ist es, Wege zu finden, die Kommunikation zwischen Tumor- und gesunden Nervenzellen zu blockieren und Glioblastome so empfindlicher gegenüber Bestrahlung und Medikamenten zu machen. Seine Arbeiten gaben bereits den Anstoß zu einer aktuell an Universitätsklinikum Heidelberg und Nationalem Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg laufenden Studie, in der ein Epilepsie-Medikament, das die unkontrollierte Nervenzellkommunikation im Gehirn bei epileptischen Anfällen blockiert, in seiner Wirkung auf das Glioblastomwachstum untersucht wird.</span></p><p style="margin-left:0cm;"><span>Der Neurologe wurde 2019 mit einer medizinischen und 2020 mit einer naturwissenschaftlichen Dissertation an der Universität Heidelberg promoviert. Als Postdoktorand forschte er am Deutschen Krebsforschungszentrum und der Medizinischen Fakultät Heidelberg sowie als Gastwissenschaftler in Boston (USA) und am European Molecular Biology Laboratory in Heidelberg. Seit 2022 leitet Dr. Dr. Venkataramani eine Nachwuchsgruppe, die an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und dem Universitätsklinikum Heidelberg angesiedelt angesiedelt ist.&nbsp;Für seine hervorragenden Leistungen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet.</span></p><h3>Weitere Informationen</h3><p><a href="https://venkataramani-lab.com/" target="_blank"><span>Labor Dr. Dr. Venkataramani</span></a></p><p style="margin-left:0cm;"><a href="https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/neurologische-klinik/neurologie-und-poliklinik/behandlungsspektrum/schwerpunkt-neuroonkologie/" target="_blank"><span>Neurologische Klinik am UKHD</span></a></p><p style="margin-left:0cm;"><a href="https://www.dkfz.de/de/neuroonkologie/AG_Wick_Klinische_Kooperationseinheit_Neuroonkologie/Klinische_Kooperationseinheit_Neuroonkologie.html" target="_blank"><span>Klinische Kooperationseinheit Neuroonkologie</span></a></p><h3>Kontakt</h3><p><span>Dr. med. Dr. rer. nat. Varun Venkataramani</span><br><span>Arbeitsgruppenleiter und Neurologe</span><br><span>Neurologische Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg</span><br><span>Medizinische Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg</span><br><span>Klinische Kooperationseinheit Neuroonkologie, Deutsches Krebsforschungszentrum</span><br><span>E-Mail: </span><a href="mailto:varun.venkataramani@med.uni-heidelberg.de"><span>varun.venkataramani@med.uni-heidelberg.de</span></a></p>]]></description><category><![CDATA[Pressemitteilung,HPStart,UKHD-PM,HPMFHD,Forschung]]></category>
            <pubDate>Tue, 02 Dec 2025 15:52:51 +0100</pubDate>
            <pp:lastModified>Tue, 02 Dec 2025 14:52:51 +0000</pp:lastModified>
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